Unser Steuerberater hat 2015 und 2016 nicht abgegeben. Wir müssen Mahngebühren und Säumniszuschläge zählen Er ist auch nicht mehr erreichbar. Was nun?

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4 Antworten

Ich würde wohl zu einem anderen Steuerberater gehen und die Herausgabe der Unterlagen verlangen lassen.

 Das wird Euch sicher erstmal zusätzliches Geld kosten. Welches Ihr evtl. vom erstem Steuerberater zurückfordern könnt.

Es ist ja leider häufig so, dass Leute, die ihre Aufgaben nicht erledigen, auch nicht entsprechend versichert sind.

Wann wurden die Unterlagen  denn beim Steuerberater abgegeben? Nachweise darüber gibt es vermutlich nicht?

Alles sehr schwierig.

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Kommentar von EnnoWarMal
06.06.2017, 12:41

Es ist ja leider häufig so, dass Leute, die ihre Aufgaben nicht erledigen, auch nicht entsprechend versichert sind.

Eher weniger. Ein Steuerberater, der nicht versichert ist, verliert seine Zulassung.

Im Übrigen stimme ich dir zu.

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Antrag auf Fristverlängerung rückwirkend ab Fälligkeit (§ 109 Abs. 1 und 2 AO).

Ansonsten evtl. Antrag auf 

- Erlass (§ 227 AO) oder
- Stundung (§ 222 AO) oder
- Vollstreckungsaufschub (§ 258 AO).

Bei Säumniszuschlägen muss eine Festsetzung vorliegen. Entweder weil eine Erklärung/Anmeldung abgegeben wurde, oder eine Schätzung erfolgt ist. Hiergegen könnte - sofern noch nicht verfristet - ein Einspruch (§ 347 AO) mit Aussetzung der Vollziehung (§ 367 AO) noch möglich sein.

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Solange Ihr nur die Mahngebüren und Säumniszuschläge zählen müßt ist das doch  kein Problem.

Ich würde mich an den zuständigen Sachbearbeiter beim FA melden und den Sachverhalt schildern. Möglicherweise ist dort Euer Steuerberater schon hinlänglich bekannt.

Ungelöst ist trotzdem das Problem, wie Ihr an Eure Unterlagen kommt, wenn der Steuerberater nicht mehr erreichbar ist. Dies wäre mit einem neuen Steuerberater und dem Finanzamt abzuklären, denn Fristverlängerungen braucht Ihr in jedem Fall.

Anfallende Kosten könnt Ihr allenfalls auf den alten Steuerberater abwälzen.

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Hallo,

bin keine Steuerexpertin aber hier gilt wohl 

: " Das Verschulden eines gesetzlichen Vertreters (z.B. die Eltern eines handlungsunfähigen Kindes) oder eines Erfüllungsgehilfen (z.B. Steuerberater) steht dem eigenen Verschulden gem. § 152 Abs. 1 Satz 3 AO gleich."

d.h du bist trotz Steuerberater aus der Nummer erst einmal nicht raus ! Soviel ich weiß, muss bezahlt werden ! :-( 

du solltest parallel dazu Einspruch erheben, um diese Zahlungen später möglichst wieder erstattet zu bekommen. Noch haben die Finanzämter einen gewissrn Ermessensspielraum. Wird er abgelehnt, bleibt nur die Klage vor dem Finanzgericht.

Etwas Geduld !  Es kommen sicher hilfreichere Antworten unserer Experten.

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