Gelten spezielle Kündigungsfristen nach Firmenübernahme?

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3 Antworten

Hallo,

zunächst vielen Dank für die Antwort. Also wir haben unsere erste Schilderung des Falles kurz gehalten, da wir zum ersten Mal diese Plattform benutzen und Schwierigkeiten bei der Länge unseres Textes hatten. 

Es ist so, wir sind eine Gebäudereinigungsfirma und haben seit Jahren ca. 6 Jahre vor der Insolvenz unseres damaligen Auftraggebers als Dienstleisterfirma gearbeitet. Täglich an Werktagen haben unsere Mitarbeiter die Reinigungsarbeiten vor Ort ausgeführt. Die Firma beantragte Insolvenz und wurde mithilfe des Insolvenzverwalters verkauft.  Vor der Insolvenz wurden 3 bis 4 offene Rechnungen von der alten Firma nicht beglichen, weil keine Masse da war. 

Der neue Inhaber (GmbH) hat uns weiterhin zu gleichen Bedingungen beauftragt. Es ist kein Bruch zustande gekommen. Insgesamt fand ein Betriebsübergang statt, alle ehemaligen Mitarbeiter wurden übernommen, also eine gesamte wirtschaftliche Einheit wurde gleichermaßen übernommen.

Unser Auftraggeber hat dann neue Gebäuden gebaut, wir wurden gebeten neue Angebote abzugeben, letztendlich hat er sich dann für eine neue Gebäudereingungsfirma entschieden. Uns hat er mit einem Monatsfrist gekündigt. Ist die Kündigungsfrist in Ordnung? 

Vielen Dank im Voraus für das Beantworten.

Viele Grüße

wfwbinder 31.10.2016, 19:58

Uns hat er mit einem Monatsfrist gekündigt. Ist die Kündigungsfrist in Ordnung? 

Was hattet Ihr denn für Kündigungsfristen im Vertrag vereinbart?

Nach den Angaben kann man das nicht beantworten.

Waren die Aufträge laufende arbeiten?

Es geht hier nach dem Vertragsrecht und da müssen längere Kündigungsfristen ausdrücklich vereinbart sein.

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Wie jetzt?

Wer ist "wir"? Baubranche? Will der AG euch im Frühjahr wieder einstellen?

Es gelten verschiedene Vorschriften. Ob Angestellter/Arbeiter mit Arbeitsvertrag oder (freier) Auftragnehmer, der auch von anderen Aufträge annimmt, ist ein Unterschied.

Bei Einzelpersonen gibt es dazwischen auch noch Selbständige. Weil du "wir" schreibst, könnte es sich aber um ein (selbständiges) Unternehmen handeln, das zufällig nur für ein Unternehmen tätig war.

Arbeitnehmer haben Kündigungsfristen. Unternehmen haben Verträge. Wenn "ihr" keinen Vertrag habt, ist das schlecht.

"Wir" könnten auch mehrere Arbeitnehmer eines Unternehmens sein. Dann sagt ein Blick in den Arbeitsvertrag (der ursprüngliche und Nachträge), wie lange die Kündigungsfristen sind. Gibt es keinen, gelten die gesetzlichen Vorschriften (§ 622 BGB). Dann wären es bei acht Jahren drei Monate zum Monatsende.

Es gibt auf so was spezialisierte Anwälte (Arbeitsrecht). Du solltest aber erst mal klären, ob du Arbeitnehmer bist. Dass ein Arbeitgeber dann aus betrieblichen Gründen fristlos kündigt, ist "etwas" ungewöhnlich.

Na was denn nun, ist es der Arbeitgeber, oder der Auftraggeber?

Anstellungsvertrag, oder Werkvertrag?

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