Grundsicherung: welche Kosten rund um die Wohnung übernimmt das Amt?

2 Antworten

Deine Wohnung ist natürlich deutlich zu groß.

Nichtsdestotrotz kann man dich nicht zwingen einen Untermieter aufzunehmen um die Kosten zu senken.

Die derzeitige Miete muss für die ersten 6 Monate vollständig übernommen werden. Dann wrd dich das Sozialamt wahrscheinlich auffordern, dir eine angemessen Wohnung zu suchen. Erfolgt diese Aufforderung, muss das Amt die dann anfallenen Kosten für den Umzug, ggf. die Kaution usw. auch bezahlen.

Ließ dir mal das folgende PDF durch: http://www.sovd.de/fileadmin/downloads/broschueren/pdf/grundsicherung.pdf

Bzgl. Mietkostenübernahme geht es ab S.12 ff. los.

Aber auch der Rest des Artikels ist recht interessant. Vielleicht ergeben sich in deinem Fall ja Mehrbedarfe ..;-)

Deine Hausratversicherung - um deine letzte Frage zu beantworten - muss das Amt nicht übernehmen.


Es gibt verschiedene Arten von Grundsicherung:

     Arbeitslosengeld 2 = ALG II = Hartz IV
     Grundsicherung im Alter
     Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit
     Sozialhilfe

Gib bitte künftig genau an, um welche Art von Grundsicherung es sich handelt.
Denn nur dann kann man Dir verlässliche Antworten geben.

Ergänzend zur Antwort von Juergen010, der Dir ja einen Super-Link reingegeben hat: Bekommst Du Grundsicherung in Form von Hartz IV, ist es richtig, dass die Hausratsversicherung nicht übernommen wird.

Bekommst Du aber Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit (GruSi), werden Haftpflicht- und Hausratsversicherung übernommen.

Bei allen Arten von Grundsicherung wirst Du von der Rundfunkgebühr ab Antragstellung der Grundsicherung befreit. Hole Dir beim Amt dazu das entsprechende Formular.

Wenn Du öffentliche Verkehrsmittel benutzt, frage bei dem Betreiber (in Hamburg ist es der HVV) nach, ob es für Grundsicherungsbezieher Ermäßigung gibt.

Wenn Du an Aktivitäten teilnimmst:

Bekommst Du Hartz IV, habe eine Kopie Deines Bewilligungsbescheides bei Dir, falls es für diese Personengruppe Ermäßigung gibt, und man von Dir einen Nachweis verlangt.

Bist Du Rentner, findest Du einen kleinen Rentenausweis im Rentenbescheid, den Du nur ausschneiden musst.

.

Bei weiterem Beratungsbedarf empfehle ich eine Sozialberatung. Google dazu mit
sozialberatung
und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls er klein ist).
Dir werden so (behördenunabhängige) Beratungsstellen gezeigt wie die
Diakonie / Diakonisches Werk, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband
oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Vereinbare dort einen Beratungstermin.

.

Vorsorglich diese Hinweise von mir, die ich "Hartzis" und "GruSis" reingebe. Je nachdem, zu welcher Personengruppe Du zählst, erkennst Du leicht, was für Dich hilfreich ist:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem
mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen.
(Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben
rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen,
in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere
Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses
Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift
bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet
werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch,
eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie
eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene
Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden,
was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die
Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache
zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche
Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei
Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände / Ämterlotsen / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen.

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Weil Du ja nun mit sehr wenig Geld klar kommen musst, ganz wichtig: Um Kontrolle über Deine Ausgaben zu haben, führe ein

Kassenbuch / Haushaltsbuch. Im Internet werden verschiedene kostenlos
angeboten, die Du Dir runterladen kannst. - Ich finde dieses sehr gut:

korAccount
http://www.chip.de/downloads/korAccount_46834043.html

Trage zu Beginn des Monats in Dein Konto "Bankkonto" alles ein, was
im Laufe des Monats zu zahlen ist / abgebucht wird wie Miete, Strom,
Kreditraten ... Praktisch ist dabei, als Datum den 30. des Monats zu setzen,
und immer dann, wenn der Betrag auf dem Bankbeleg ist, das Datum in das
richtige zu ändern.

So weißt Du schon am Anfang des Monats, wieviel Du überhaupt zur
Verfügung hast.

Zum Verbuchen richte Dir Konten ein wie

     • Bankkonto
     • Bargeld
     • Ernährung
     • Freude (hier kommt auch rein die Tafel Schokolade,
        das Bierchen, Espresso, Kino, der Teddy für Dich ...)

     • Haushalt
     • Geschenke
     • Sonstiges
     • X

     Es ist empfehlenswert, dass Du Dir einen Ordner einrichtest
     auf einer Partition, Festplatte oder zum Beispiel USB-Stick,
     auf der nicht Dein Betriebssystem (meistens C) eingerichtet
     ist, so wie Du es auch mit Deinen anderen persönlichen Dateien
     machst. So hast Du Dein Kassenbuch auch dann aktuell, falls Du
     Dein Betriebssystem mal zurücksetzen oder neu aufsetzen musst.

     Mit diesem Kassenbuch kannst Du Ein- und Ausgabe-Buchungen
     oder Umbuchungen vornehmen. Miete und Strom zum Beispiel ist
     eine Ausgabe-Buchung, Gehalt eine Einnahme-Buchung.

Wenn Du etwas bar bezahlst, gibst Du das als Umbuchung rein hin zu Ernährung,
Freude, Haushalt, Geschenke oder Sonstiges.

Am letzten Tag des Monats mach eine Zeile "Abrechnung" in den Kategorien

     • Ernährung
     • Freude
     • Haushalt
     • Geschenke
     • Sonstiges

und verbuche die aufgelaufene Summe, als wäre es dort ein Ausgang. Dann
steht dort als Summe wieder 0,00. - Auf diese Weise hast Du im Laufe des
Monats immer den Überblick, was Du im aktuellen Monat in den Kategorien
schon ausgegeben hast.

So theoretisch erklärt scheint das vielleicht verwirrend, hast Du aber erstmal
das Haushaltsbuch eingerichtet, ist alles super deutlich. - Du siehst dann
auch, wenn Du dort „Optionen“ anklickst, was Du da löschen oder hinzufügen
willst (ich hab das meiste da rausgeschmissen, weil ich das nicht brauche …
naja, siehst Du dann ja).

Eine Schwachstelle habe ich bemerkt:
Löschst Du eine Umbuchung (z.B. von Bargeld hin zu Essen), musst Du
im Gegenkonto prüfen, ob auch dort die Buchung entfernt worden ist.

Ich hoffe, das hab ich gut nachvollziehbar erklärt.

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Bezüglich Hartz IV war mir bekannt, dass bei Zuverdienst die Ausgaben für angemessene Haftpflicht- und Hausratsversicherung berücksichtigt werden müssen (also zum Freibetrag gehören). - Nun lese ich aber dies dazu:

http://www.gegen-hartz.de/urteile/0344e19b040a4c80b.html

Möglicherweise gehst Du vor Ort zu einer Sozialberatung. Gehörst Du zu diesem Personenkreis, frage dort doch nach, wie das Amt an Deinem Wohnort in diesen Fällen vorgeht.

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Bezüglich Miete + Nebenkosten + Wohnungsgröße google auch mit

Harald Thome Richtlinien

Wenn Dein Wohnort nicht aufgelistet ist, nimm einen in der Nähe.

Wie schon Juergen010 schreibt, ist Deine Wohnung für Grundsicherungsbezieher zu groß und auch zu teuer. - Wenn die Wohnung wenige Quadratmeter größer als bei Harald Thomé angegeben, belassen die Ämter es meist? / oft? so, denn ein Umzug würde das Amt mehr kosten als die entsprechenden Kosten, die dadurch auf das Amt zukommen würden.

Wie Juergen010 schon empfiehlt: Überdenke das Thema Untermieter. Denn vermutlich hast Du nur die Wahl: raus aus der Wohnung oder Untermieter (falls sich das Problem mit einem Untermieter lösen lässt). - Klar, wenn Du einen Untermieter aufnimmst, musst Du Dir dies vom Vermieter genehmigen lassen. - Zum Thema Untermieter google mit

mietlexikon untermieter

und lies auch die anderen Infos, die Dir so gezeigt werden. Und google mit

vermieter untermieter

mit

mietlexikon untermieter kündigen

und mit

untermietvertrag muster

Auch wenn das 3. Zimmer klein ist: Wie schon das geflügelte Wort sagt: Raum ist in der kleinsten Hütte. Bevor jemand keine Wohnung hat, hat er lieber ein kleines Zimmer. Zusätzlich hat er dann ja auch Badbenutzung und ganz oder eingeschränkte Küchenbenutzung. - Mit einem Untermieter kannst Du einen lieben Menschen in Deine Wohnung kriegen ... und wenn nicht, kündigst Du ihm.

Denke auch an das Thema rauchen. Ich selbst könnte keinen Tag mit einem Raucher in einer Wohnung leben, denn der Qualm und der Gestank des Qualms verbreitet sich ja durch die Ritzen in der gesamten Wohnung, auch dann, wenn nur in einem Raum gequalmt wird. - Die Rechtsprechung hinkt diesbezüglich leider hinter den nachvollziehbaren Bedürfnissen der Nichtraucher hinterher. Google dazu mit

wohngemeinschaft rauchverbot.

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