Halbes Haus vom Ex kaufen- eigentlich ist alles geklärt... Aber?

1 Antwort

In Deinem Sachverhalt fehlt völlig der aktuelle Wert des Hauses.

Wir wissen nur, es gehörte bisher Euch beiden. Es gibt einen Restkredit von 140.000,-.

Du gibst ihm, wenn ich es richtig verstehe, 90.000,-, wovon er seine Hälfte der 140.000,- tilgt. ausserdem bekommt er zusätzlich 20.000,- mit der Bemerkung "Hälfte der bisherigen Tilgung.

Also habt ihr gemeinsam 40.000,- getilgt?

Hat er demnach kein Eigenkapital eingebracht? Du hast auch kein Eigenkapital eingebracht?

Alles über 180.000,- Kredit finanziert? War das der Kaufpreis? Inklusive, oder exklusive Nebenkosten?

OK, wie auch immer, steuerlich ist es so:

Du kaufst seine ideelle Hälfte an dem Haus. Ob das per Kaufvertrag passiert, oder per Auseinandersetzungsvertrag ist dabei egal.

Die Differenz zwischen dem Kaufpreis (90.000,-) und dem Wert der Hälfte, ist eine Schenkung an Dich. Das sollte klar sein.

Also (reines Beispiel) Wert des Hauses 220.000,-. Wert seiner Hälfte 110.000,- Euro Zahlung 90.000,- Euros Somit Schenkung 20.000,- Euro - Freibetrag 20.000,- Euro, Schenkungssteuer null Euro.

Aber wenn der Wert über 220.000,- Euro liegt, kostet es Schenkungssteuer.

Zweites Beispiel: Wert des Hauses 260.000,- Euro, Wert seiner Hälfte 130.000,- Euro - Kaufpreis 90.000,- Euro = Schenkung 40.000,- - Freibetrag 20.000,- Euro =steuerpflichtig 20.000,- Euro * 30 % = 6.000,- Euro.

So einfach ist das. Das nennt sich übrigens "gemischte Schenkung."

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Es ist richtig, dass wir gemeinsam 40.000€ getilgt haben. Die Kreditsumme waren damals 180.000, der Kaufpreis 120.000€. Wir haben überfinanziert, um ein Sanierungspolster zu haben. Dementsprechend waren natürlich auch die Zinsen.

Der aktuelle Verkehrswert des Hauses liegt bei 280.000 lt. Gutachten von Nov. 2020, somit wären, wenn es als Teilschenkung liefe, 10.000€ Schenkungssteuer für mich fällig.

Was sich mir nicht erschliesst ist, warum der aktuelle Wert des Hauses überhaupt eine Rolle spielt. Als wir das Haus damals gekauft hatten, hat sich wie gesagt, niemand für den Verkehrswert interessiert. Der Verkäufer wollte 160.000€ haben, wir haben auf 120.000€ verhandelt und dann für diesen Preis das Haus gekauft. Man bekommt doch, wenn man sein Haus verkauft nicht zwangsläufig den Preis, den es wert ist... wieso spielt das in unserem Fall eine Rolle?

Fällt das unter "ist halt so"?

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@Landfee40

280.000,- Euro Wert, Hälfte 140.000,- Euro, gekauft für 90.000,- Euro =Schenkung 50.000,- - 20.000,- Freibetrag = 30.000,- Schenkung * 30 % = 9.000,- Euro Steuer. Dazu die Grunderwerbsteuer auf die 90.000,- Euro, nur zur Vollständigkeit.

Was sich mir nicht erschliesst ist, warum der aktuelle Wert des Hauses überhaupt eine Rolle spielt. Als wir das Haus damals gekauft hatten, hat sich wie gesagt, niemand für den Verkehrswert interessiert. Der Verkäufer wollte 160.000€ haben, wir haben auf 120.000€ verhandelt und dann für diesen Preis das Haus gekauft.

Der Wert des Hauses ist die Basis der gesamten Transaktion. Einfaches Gegenbeispiel. Stelle Dir vor ein Millionär hat einen Wohnblock im Wert von 2.000.000,- Euro. ER möchte diesen an seinen Sohn verschenken. Freibetrag 400.000,- Euro. Steuerpflichtige Schenkung 1,6 Mio. * 19 % Schenkungssteuer = 304.000,- Euro.

Nach Deiner Version, warum für den Wert interessieren, könnte der nun einfach den Wohnblock für 200.000,- an den Sohn verkaufen. Thema durch, keine Steuer.

Zugegeben, das Beispiel mag übertrieben klingen, ist aber die Folge davon, wenn der Wert eine Sache keine Rolle spielen würde.

Man bekommt doch, wenn man sein Haus verkauft nicht zwangsläufig den Preis, den es wert ist... wieso spielt das in unserem Fall eine Rolle?

Doch, bekommt man, denn das Haus war nur 120.000,- wert, denn sonst hätte er es für den Preis nicht an Euch verkauft, oder anders, ein anderer hätte mehr als 120.000,- gezahlt.

Es wäre eventuell eine gute Idee gewesen, die Sache nicht einfach beim Notar abzuladen, sondern vorher einen Steuerberater aufzusuchen.

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