Haftet Makler bei zu geringer Miete?

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4 Antworten

Ich vermute, den Wortlauf der Maklerbeauftragung ist Dir nicht bekannt?

Ich frage deshalb, weil die Zielmiete zu Beginn irgendwie definiert werden musste, niemand bauftragt einen Makler und sagt ihm: "wieviel Miete Du erzielst, ist mir egal".

Ich stelle mir das hier halbwegs so vor, dass der Makler sich die Wohnung angesehen hat und dann den Eigentümer über die von ihm geschätzte erzielbare Miete informiert hat.

Insoweit schätze ich, dass es sich hier um eine falsche Beratung gegeben hat, die zu Schadensersatzansprüchen führen können - zumindest, wenn der Fall so klar und so eklatant ist, wie Du ihn schilderst.

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Kommentar von Rat2010
29.09.2013, 11:36

Genau so stelle ich mir das zustandekommen der Miete auch vor. Es ist auch der übliche Weg, wenn man nicht vor Ort ist und keine Ahnung hat.

Eklatant ist der Fall sicher und vermutlich könnte man mit den 9,60 €/qm vom Mietspiegel auch argumentieren.

Sieht nur nach "drei Experten, vier Meinungen" aus. Schon wieder so eine Frage, auf die es keine Antwort gibt.

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Wenn ein Eigentümer einen Makler mit der Vermietung beauftragt, hat er sicher einen Vertrag dazu geschlossen. Die Vertragsdetails kennst Du nicht, machst Dir aber darüber Gedanken, wie man den Makler schadensersatzpflichtig machen kann. Es ist aber davon auszugehen, dass es in solchen Verträgen sicher eine Klausel gibt, die Makler vor Sachdensersatzsprüchen schützen.

Zudem muß sich der Eigentümer auch vorhalten lassen, dass es bei Vermietung kein Rundumsorglospaket gibt.

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Das ist ein deshalb eher ungewöhnlicher Fall weil Makler an sich ja nur Vermittler sind und die Angaben des Vermieters weitergeben. Erster Schritt wäre hier die Sichtung der vertraglichen Grundlagen. So wie mir das da geschildert wird fällt es mir schwer zu glauben, dass ein reiner Maklervertrag abgeschlossen wurde. Das klingt mir eher nach einer Hausverwaltung und da ist dann die Anspruchslage klar.

Beim Maklervertrag ergäbe sich im übrigen noch ein ganz besonderes Problem: Der Makler wird fast nie vom Vermieter oder von Vermieter und Mieter gemeinsam bezahlt. Grund dafür ist, dass man immer davon ausgeht, dass der Vermieter nur quasi der Hinweisgeber des Maklers sei, der wirkliche Vertragspartner aber der Mieter. Wenn das hier auch so war, dann muß man sich doch fragen, wie denn nebenvertragliche Pflichten verletzt werden könnten ohne dass es einen Hauptvertrag (zwischen Vermieter und Makler) gibt.

Ob sich da aus dem "Alleinvertrag" nun etwas anderes ergeben könnte, kann man in Zweifel ziehen. Das ist doch nur die Pflicht, keinem anderen Makler die Vermittlung zu überlassen.

Abschließend äußern möchte ich mich in der Sache nicht, denn wie gesagt sind die Vertragsgrundlagen nicht bekannt und der gesamte Aufgabenkreis des Maklers daher nicht genau abzustecken.

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Kommentar von Rat2010
29.09.2013, 11:26

Keine Hausverwaltung. Auch keine Ahnung, woher der Eigentümer den Makler hat.

Der üblichste Fall wird sein, dass der Eigentümer beim Makler anruft und fragt, zu welchem Preis er bis zum nächsten oder überrnächsten ersten einen Mieter hat. Das verändert den Fall vielleicht aber in der Konsequenz war auch hier die Auskunft falsch. Nur dann war sicher der Eigentümer dumm und nicht der Makler betrügerisch.

Wäre es aus deiner Sicht strafbar, wenn ein Makler einem Eigentümer wissentlich einen zu geringen Preis nennt und er sich damit einen Vorteil verschafft:

a) wenn der Makler nur möglichst schnell seine Provision will oder

b) der Makler eine Warteliste von Leuten hat, von denen er manchen etwas gutes tun will oder

c) die Frau, Freundin oder Tochter des Maklers weniger zahlen soll, als ortsüblich oder

d) der Makler eine Warteliste von Leuten hat, die die dreifache Provision zahlen, wenn sie eine billige wohnung bekommen?

Der Nachweis ist immer sehr schwierig. Ich denke nur, wenn man so einen Fall sieht, tun sich diese Fragen auf.

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Alles nur gefühltes Recht !!!

  • Kann der um ca. 5.000 € - vor Steuer - geschädigte Eigentümer etwas machen?

Es ist kein Schaden entstanden !!! Es gibt Vertragsfreiheit in Deutschland und ein Objekt preiswert zu vermieten bzw. zu verkaufen ist definitiv nicht verboten und schon gar nicht ein Vermögensschaden per se.

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Kommentar von Rat2010
29.09.2013, 11:02

Wo liegt die Grenze zu Betrug? Wenn er entweder vom Mieter mehr bekommen hätte oder ihm der Mieter bekannt ist, wäre es Betrug.

Ich bin nicht der Betroffene, weshalb Fragen in der Richtung vermutlich nicht gestellt werden. Als Makler (mein Hobby!) hätte ich aber ein extrem schlechtes Gefühl, wenn ich etwas 30 % unter Wert vermiete oder verkaufe. Es ist attraktiv, günstig zu vermieten oder zu verkaufen, weil die Objekte dadurch natürlich extrem kurz im Bestand sind. Diskussionen um die Provision gibt es auch nicht. Ich würde mich nur so fühlen, als hätte ich den Verkäufer betrogen. Jedenfalls dann, wenn ich irgendwas davon habe (und da reicht es (mir) eigentlich, dass innerhalb eines Tages meine Provision verdiene). Das sagt mein Rechtsempfinden.

Wie würdest du dne Fall sehen, wenn der Makler vom Mieter doppelt so viel bekommt oder die Wohnung an die Tochter des Maklers ging? Auch dann nur "gefühltes Recht"?

Dass ein Makler den Markt weder kennt noch situativ scannt, ist erst mal eine Annahme, die nicht weniger wahrscheinlich ist, als dass die Wohnung an seine Tochter ging.

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