Haftet Makler bei zu geringer Miete?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich vermute, den Wortlauf der Maklerbeauftragung ist Dir nicht bekannt?

Ich frage deshalb, weil die Zielmiete zu Beginn irgendwie definiert werden musste, niemand bauftragt einen Makler und sagt ihm: "wieviel Miete Du erzielst, ist mir egal".

Ich stelle mir das hier halbwegs so vor, dass der Makler sich die Wohnung angesehen hat und dann den Eigentümer über die von ihm geschätzte erzielbare Miete informiert hat.

Insoweit schätze ich, dass es sich hier um eine falsche Beratung gegeben hat, die zu Schadensersatzansprüchen führen können - zumindest, wenn der Fall so klar und so eklatant ist, wie Du ihn schilderst.

Genau so stelle ich mir das zustandekommen der Miete auch vor. Es ist auch der übliche Weg, wenn man nicht vor Ort ist und keine Ahnung hat.

Eklatant ist der Fall sicher und vermutlich könnte man mit den 9,60 €/qm vom Mietspiegel auch argumentieren.

Sieht nur nach "drei Experten, vier Meinungen" aus. Schon wieder so eine Frage, auf die es keine Antwort gibt.

0
@Rat2010

Vielleicht sollteder Eigentümer, bevor er die juristische Keule schwingt, erstmal den Makler selbst zur Rede stellen, um dessen Sichtweise kennenzulernen.

Vielleicht ist da ein Neuling am Werk gewesen?

Auf jeden Fall ist die Beauftragung eines Maklers auch ohne Bezahlung durch den Vermieter ein gültiger Vertrag, die Erlaubnis, die Immobilie ins Portfolio stellen zu dürfen, ist dabei die vertraglich Leistung des Vermieters.

0
@Mikkey

"erstmal den Makler selbst zur Rede stellen, um dessen Sichtweise kennenzulernen."

So wird und so soll es kommen! Es wird zwar auf eine Lehrstunde für den Makler rauslaufen, die der Eigentümer bezahlt (vielleicht gibt er auch seine Provision weiter), aber etwas anderes ist nicht sinnvoll.

0

Das ist ein deshalb eher ungewöhnlicher Fall weil Makler an sich ja nur Vermittler sind und die Angaben des Vermieters weitergeben. Erster Schritt wäre hier die Sichtung der vertraglichen Grundlagen. So wie mir das da geschildert wird fällt es mir schwer zu glauben, dass ein reiner Maklervertrag abgeschlossen wurde. Das klingt mir eher nach einer Hausverwaltung und da ist dann die Anspruchslage klar.

Beim Maklervertrag ergäbe sich im übrigen noch ein ganz besonderes Problem: Der Makler wird fast nie vom Vermieter oder von Vermieter und Mieter gemeinsam bezahlt. Grund dafür ist, dass man immer davon ausgeht, dass der Vermieter nur quasi der Hinweisgeber des Maklers sei, der wirkliche Vertragspartner aber der Mieter. Wenn das hier auch so war, dann muß man sich doch fragen, wie denn nebenvertragliche Pflichten verletzt werden könnten ohne dass es einen Hauptvertrag (zwischen Vermieter und Makler) gibt.

Ob sich da aus dem "Alleinvertrag" nun etwas anderes ergeben könnte, kann man in Zweifel ziehen. Das ist doch nur die Pflicht, keinem anderen Makler die Vermittlung zu überlassen.

Abschließend äußern möchte ich mich in der Sache nicht, denn wie gesagt sind die Vertragsgrundlagen nicht bekannt und der gesamte Aufgabenkreis des Maklers daher nicht genau abzustecken.

Keine Hausverwaltung. Auch keine Ahnung, woher der Eigentümer den Makler hat.

Der üblichste Fall wird sein, dass der Eigentümer beim Makler anruft und fragt, zu welchem Preis er bis zum nächsten oder überrnächsten ersten einen Mieter hat. Das verändert den Fall vielleicht aber in der Konsequenz war auch hier die Auskunft falsch. Nur dann war sicher der Eigentümer dumm und nicht der Makler betrügerisch.

Wäre es aus deiner Sicht strafbar, wenn ein Makler einem Eigentümer wissentlich einen zu geringen Preis nennt und er sich damit einen Vorteil verschafft:

a) wenn der Makler nur möglichst schnell seine Provision will oder

b) der Makler eine Warteliste von Leuten hat, von denen er manchen etwas gutes tun will oder

c) die Frau, Freundin oder Tochter des Maklers weniger zahlen soll, als ortsüblich oder

d) der Makler eine Warteliste von Leuten hat, die die dreifache Provision zahlen, wenn sie eine billige wohnung bekommen?

Der Nachweis ist immer sehr schwierig. Ich denke nur, wenn man so einen Fall sieht, tun sich diese Fragen auf.

0
@Rat2010

betrügerisch.

"Vorspiegelung falscher Tatsachen" ist ein Tatbestandselement des § 263 StGB und ich grübele wo denn die falschen Tatsachen sind: Der Makler wird um eine Einschätzung der Marktlage gebeten und gibt eine wissentlich unrichtige Einschätzung ab. Dennoch ist es eine "Einschätzung" und das weiß der Auftraggeber auch. Ob das als Tatsache reicht, müßte man mal in der Kommentierung überprüfen. Allerdings könnte man diese Arbeit auch dem Staatsanwalt überlassen. Jeder Bürger kann gegen jeden anderen Bürger Strafanzeige erstatten. Das kostet nichts und -wenn der Anzeigeerstatter tatsachenmäßig bei der Wahrheit bleibt- schadet auch nichts.

0

Wenn ein Eigentümer einen Makler mit der Vermietung beauftragt, hat er sicher einen Vertrag dazu geschlossen. Die Vertragsdetails kennst Du nicht, machst Dir aber darüber Gedanken, wie man den Makler schadensersatzpflichtig machen kann. Es ist aber davon auszugehen, dass es in solchen Verträgen sicher eine Klausel gibt, die Makler vor Sachdensersatzsprüchen schützen.

Zudem muß sich der Eigentümer auch vorhalten lassen, dass es bei Vermietung kein Rundumsorglospaket gibt.

Was möchtest Du wissen?