Habe einen 400 € Nebenjob bekomme aber nur 320 € ausgezahlt, kann das richtig sein??

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4 Antworten

Die Pauschalabgabe für geringfügig Beschäftigte beträgt 30 Prozent. Trotz der Erhöhung und der Mehrkosten sind für Arbeitgeber Minijob-Angebote besonders attraktiv.

400-Euro-Jobs: Die wöchentliche Arbeitszeit ist nicht entscheidend. In diesem Verdienstbereich fallen für Arbeitnehmer keine Steuern oder Sozialabgaben an (Brutto für Netto). Für den Arbeitnehmer bleibt eine derartige Tätigkeit auch als Nebenbeschäftigung steuer- und sozialversicherungsfrei. Arbeitgeber zahlen eine Pauschale von 30% mit folgender Aufteilung: 15% für Rentenversicherung, 13% für Krankenversicherung und 2% Steuern. Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 15% aus eigenen Mitteln aufzustocken und so weitere Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. Seit dem 1.1.2005 ist die Umlage nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz wegen Krankheits- und Kuraufwendungen von bisher 1,2 % auf 0,1 % abgesenkt worden.

Wird neben einem rentenversicherungspflichtigen Hauptberuf nur eine einzige derart geringfügige Beschäftigung ausgeübt, erfolgt keine Zusammenrechnung mit dem Hauptberuf. Werden jedoch mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt und wird dadurch die 400-Euro-Grenze überschritten, erfolgt eine Zusammenrechnung. In diesen Fällen wird auch die Nebenbeschäftigung voll sozialversicherungspflichtig. Ist der Hauptberuf sozialversicherungsfrei (z. B. als Beamter oder Selbstständiger), erfolgt keine Zusammenrechnung der Einnahmen aus diesen Tätigkeiten.

401-bis-800-Euro-Jobs: Einen Übergang zu den echten Mini-Jobs bilden die Arbeitsverhältnisse für Teil- oder Vollzeitbeschäftigte mit einem Einkommen von 401 bis 800 Euro. Die vom Arbeitnehmer zu zahlenden Sozialbeiträge steigen langsam an, während der Arbeitgeber die normalen Sozialbeiträge zu zahlen hat.

Die vom Arbeitnehmer zu zahlenden Sozialabgaben beginnen mit 4 % bei einem Monatsverdienst ab 401 EUR und steigen linear bis zum vollen Arbeitnehmeranteil von rund 21% bei 800 EUR Arbeitsentgelt. Diese gleitende Regelung gilt nicht, wenn die Nebenbeschäftigung mit einem Arbeitsentgelt von 400 bis 800 EUR neben einer rentenversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung von mehr als 800 EUR ausgeübt wird. In solchen Fällen sind für beide Beschäftigungen die vollen Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer zu zahlen.

weiter unter:http://www.finanztip.de/recht/arbeitsrecht/mini-jobs.htm

Der Arbeitgeber hat die Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zu tragen. Eine Abwälzung der Pauschalbeiträge auf den Arbeitnehmer ist deshalb nicht zulässig (z. B. Urteil des Arbeitsgerichts Kassel vom 13. 1. 2000 Az.: 6 Ca 513/99). Hingegen ist die Abwälzung der pauschalen Lohnsteuer auf den Arbeitnehmer zulässig, es sei denn, dass dies durch Tarifvertrag oder ähnliches ausgeschlossen ist. Bei dir wurde bestimmt versucht die Lohnsteuer überzuwälzen und es wurde versehentlich mit 20% statt mit 2% pauschaliert.Die Abzüge durch die Lohnsteuer dürften nur 8€ und nicht 80€ betragen.

Ist es denn ein Nebenjob nach der 400,- Euro Regel?

Hast Du eine Steuerkarte (evtl. St-Kl. VI) abgegeben?

Was für einen Hauptjob hast Du?

So pauschal halte ich es für möglich, dass es sich um einen Fehler handelt, aber auch ein anderes Problem ist möglich

Ja, das kann durchaus sein. Wenn Du einen Stundenlohn vereinbart hast und nicht genügend Stunden geleistet hast, dann bekommst Du weniger als 400,- Euro, aber auch steuerfrei!

400,- Basis ist nur die maximale Verdienstgrenze bis dahin, wann die Lohnsteuerpflicht einsetzt.

Solltest Du aber hingegen einen Arbeitsvertrag mit einer Entlohnung 400,- Euro pauschal abgeschlossen haben, dann ist da etwas faul. Dann schaue in die Abrechnung, ob Dir irgendwelche Zuwendungen abgezogen werden, z. B. Fahrkarte o.ä.

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