Habe 150 € monatlich zur Verfügung - will evtl. Immobilie in 10 Jahren - Riester oder Fondssparen?

4 Antworten

Einfach gerechnet: € 150 x 12 Monate x 10 Jahre = € 18.000 (ohne Zinsen).

Baukredit: Annahmen: 5 % Zinsen + 1 % Tilgung = 6 % p.a. Kapitaldienst; ein Kredit von € 25.000 kann so mit € 150/Monat bedient werden.

Eigenkapital € 18.000 + Fremdkapital € 25.000 = € 43.000. Bei Erwerbsnebenkosten von mind. 4 % vom Kaufpreis kann der Kaufpreis max. € 41.346 (= 43.000 : 1,04) betragen. Also dies wäre der maximale Kaufpreis für eine Wohnung, die Du mit € 150/Monat finanzieren kannst. Entspricht das Deinen Vorstellungen?

Weshalb verwenden Sie die 150 - 200 Euro nicht dazu, gleich eine fremdgenutzte Immobilie mit Mietgarantie(!) zu erwerben? Hier kann man steuerliche Vorteile nutzen - die nicht zu verachten sind und bis zu 500.- Euro/Monat (abhängig von Einkommen) mehr Netto erhalten, und das für 12 Jahre!

Nach 12 Jahren haben Sie sich ein schönes und inflationssicheres(!) Vermögen aufgebaut und können dies (falls Sie es wünschen) als Eigenkapital für Ihre persönliche Wunschimmobilie verwenden. Und das alles OHNE Risiko!

Riestersparen wegen der Rendite oder der Sicherheit macht wenig Sinn. Hohe Abschlußkosten (4-8% der gesamten Einzahlungssumme) also für einen 30 jährigen etwa 3.000 Euro bei einer Sparsumme auf 10 Jahre von 18.000 Euro versauen Dir das gesamte Ergebnis.

Auch mit der Sicherheit ist es nix weil die Kapitalgarantie nur zum Auszahlungszeitpunkt greift.

Trotzdem ist Riester die richtige Lösung falls Du Steuern bezahlen musst. Bei einem Spitzensteuersatz von 40% (hier berechnen http://goo.gl/LxypH ) bekommst Du als Alleinstehender eine Förderung von 154 Euro aufs Riesterkonto und mit der Steuer ca. 700 Euro zurück die Du auch anlegen kannst.

Also ein Riesterbanksparvertrag (selbst mit mageren 1,5% Zinsen) bringt in 10 Jahren bei maximalem Einsatz (160 Euro mtl.) durch eigene Einzalungen ca. 21.000 Euro. Dazu kommt die Riesterförderung von ca. 1.700 Euro (incl. Zinsen) und Du hast vom Finanzamt jedes Jahr 700 Euro zurückerhalten die Du auch z.B. auf einem Sparkonto mit 1,5% anlegen kannst. Macht noch mal 7.500 Euro.

Und damit kannst Du in Deine Immobilie ein Eigenkapital von 30.000 Euro reinstecken und hättest auf Dein eingesetztes Kapital eine Rendite von knapp 9% bei null Risiko. Wenn Du also die Nebenkosten des Kaufes noch irgendwie anders finanzieren kannst kannst Du bei einer 80% Finanzierung eine Immobilie für ca. 150.000 Euro kaufen.

Ein Riesterbausparvertrag empfehle ich nicht. Hohe Abschlußgebühr, keine sinnvolle Nutzung des Darlehensanspruches, schlechte Planbarkeit der Zuteilungsreife, geringere Zinsen als Banksparvertrag gerade wenn mittelfristig die Zinsen wieder ansteigen.

Bei Banksparverträgen musst Du schauen, ich glaube die Mainzer Volksbank bietet einen an.

Wie geschrieben, die anderen Alternativen gehen auch aber sind riskanter und Du brauchst halt wirklich mehr als 9% um besser dazustehen - und das ist auch für Profis sehr sehr schwierig.

Bei Riester von pauschal 4-8(!)% Kosten zu sprechen... ich weiß ja nicht. Gibt genug Konzepte mit anderer Kostenquote.

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@Candlejack

Sicherlich empfiehlst Du Deinen Kunden auch eine Kapital-LV, was? Das ist der gleiche Schrott/Verarsche wie Riester! Vertriebskosten - Verwaltungskosten - Risikozuschläge = Sparsumme! Wieviel bleibt dann von 100.- Euro noch übrig? Das solltest Du als Berater eigentlich wissen!

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@Candlejack

Ein Standardriestervertrag einer deutschen Versicherung(egal ob Kapitalanlage oder Fonds) liegt bei Abschlußkosten von 5% und mehr und bei laufenden Kosten (Verwaltung usw.) die insgesamt meist mehr als 8% ausmachen.
Der preiswerte DWS Premiumriester liegt bei Abschlußkosten von ca. 5% und laufenden Kosten die je nach Einzahlungssumme auch noch deutlich zuschlagen.
Ein Bausparvertrag kosten nur 1 bis 1,5% Abschlußgebühr, da die Abschlußgebühr aber nicht auf die Einzahlungssumme sondern auf ca. das Doppelte kalkuliert wird ist die tatsächliche Abschlußgebühr bei ca. 2 bis 3% der Einzahlungen. Dazu kommt hier eine äußerst miserable Verzinsung.
Und ein Banksparvertrag (den leider nur sehr wenige anbieten und der praktisch nicht über die großen Banken oder Vertriebsorganisationen verkauft wird) kostet keine Abschlußgebühr aber auch Verwaltungskosten und liegt (bei besseren Zinsen als Bausparen und schlechteren Zinsen als eine Versicherung) bei einer Kostenquote von ca. 1%.
Aber ich werde mal eine Frage Riester und Kosten aufmachen, vielleicht kann mir ja jemand ein neues Produkt empfehlen.

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Quellensteueranrechnung bei Rentenversicherungen?

Hallo,

seit einiger Zeit denke ich über die steuerliche Situation von Altersvorsorgeprodukten nach. Bei Investmentfonds, die in einem Bankdepot gehalten werden, werden ja Quellensteuern, die im Ausland gezahlt wurden, auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet (je nach DBA). Wie ist es bei Rentenversicherungen (z.B. ungeföderte Rente, Riester-Rentenversicherung, Riester-Fondssparplan...)?

Ich weiß, dieser Steuer-Aspekt sollte bei der Altersvorsorge nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dennoch finde ich ihn interessant. Daher mal zwei Beispiele:

  1. Riester-Rentenversicherung bei der Debeka: Ich vermute, dass die Debeka auch Wertpapiere aus dem Ausland im Portfolio hält. Wenn im Ausland die Zinsen gezahlt werden, dann fallen an der Quelle eben Steuern an. Nutzt der Versicherer einen Weg, um diese ausländischen Steuern zu umgehen? (z.B. Einen Tag vor der Zinszahlung verkaufen, um dann später zurückzukaufen. Oder: Sind diese Steuern vielleicht für den Versicherer anrechenbar, sodass sich die Anrechnung positiv auf die Gebühren auswirkt? Oder zahlen Versicherer im Ausland keine Quellensteuer?)

  2. Riester-Fondssparplan: Die hierin enthaltenen Investmentfonds weisen im Bundesanzeiger eine anrechenbare Quellensteuer aus, die man beim Bankdepot anrechnen könnte. Bei Riester stelle ich mir das durch die nachgelagerte Besteuerung schwierig vor. Werden die Quellensteuern in irgendeiner Form berücksichtigt?

Ganz unerheblich scheint mir diese Betrachtung allerdings nicht zu sein. Bei 4% Brutto-Zins und einer anrechenbaren (nicht rückforderbaren) Quellensteuer von 15% bleiben jährlich 0,45% im Ausland, d.h. aus 4 % werden 3,55% Zinsen, die dann in Deutschland (nach etlichen Jahren) versteuert werden müssen. Diesem Nachteil steht natürlich ein Steuerstundungseffekt gegenüber (durch die nachgelagerte Besteuerung), bei der Privaten Rente der Ertragsanteil...

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