Gutachter in Haftung nehmen, wenn er fehlerhaftes Gutachten ausstellt?

3 Antworten

"problemos behoben werden"???? Da liegt der Haken. Was ist problemlos? Wieviel kostet problemlos? Wie lange dauert problemlos? Besser der Gutachter nennt eine Summe. Falls es dann mehr wird, muss er haften. Oder noch besser ein Angebot einer Firma liegt vor den Schaden zu beheben. Dann sind Details bekannt.

MetroMan: Vor dem Kauf solltest du folgende Fragen zuverlässig geklärt haben:

  1. Handelt es sich um einen Privatgutachter oder um einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen?

  2. Handelt es sich um ein Spezialgutachten über Feuchtigkeitsschäden?

  3. Wer gab das Gutachten in Auftrag und wem gegenüber haftet der Gutachter für grobe Fahrlässigkeit?

  4. Liegt darüber hinaus ein Testat eines Fachunternehmers über die Sanierungsmaßnahme und vor allem über die voraussichtlichen Kosten der Trockenlegung vor?

  5. Welcher Wert ist einem obsiegenden Urteil nach jahrelangem nervenaufreibendem und kostenträchtigem Prozess beizumessen, wenn du vielleicht erfolglos in den Nachlass des Gutachters vollstrecken willst?

Empfehlung: Es müsste doch dem Verkäufer möglich und zumutbar sein, den angeblich "eringen" Mangel fach- und sachgerecht - unter Überwachung eines von dir bestimmten Fachmanns - beseitigen lassen, und zwar vor dem Gang zum Notar. Ob dir dann die Sicherheit des Mangelfreiheit ein paar tausend Euro mehr wert ist, musst du bei der Kaufpreisfestsetzung selbst beurteilen.

Grundsätzlich haftet ein Sachverständiger für sein Gutachten. Es ist allerdings ein Unterschied, ob ein Immobilienbewerter oder ein Schadengutachter bzw. ein Fachgutachter ( z.B. Feuchtigkeits- und Schimmelschäden ) diese Aussage getroffen hat. Der Bewerter wird sich nur sehr (haftungs-)eingeschränkt äußernkönnen , weil er eben nur nach Erfahrungswerten und Vermutungen mit den entspr. Vorbehalten bewerten muss, schließlich ist er nicht für jedes Gewerk Fachgutachter. Ein Schadengutachter oder Gutachter Feuchtigkeit hat spezielle Messgeräte, kann damit die Ursache ermitteln ( ob bauseitig oder nutzerbedingter Schaden ) statt vermuten ( nicht nur Oberfläche, sondern auch in die Tiefe mit z.B. Mikrowelle u.a.) und ist demzufolge auch in seiner Haftung besser zu greifen. Anders ausgedrückt: Wenn die Feuchtigkeit kaufentscheidend ist, entspr. Gutachter engagieren und ( geht sehr preiswert ) via kurzer Stellungnahme die Ursache benennen lassen, es sei denn, die Aussage kam eh von einem ( Fach-)Spezialisten.

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