4 Antworten

Paulson hat in den letzten zwei Jahren massive Verluste mit Gold eingefahren. In 2011 waren seine Advantage Funds bis zu 50% im Minus. Kurzfristige Aktienrallyes hat er verpasst. Am Ende war das Jahr mit gut -40% enttäuschend. In diesem Jahr liegen die Fonds auch 15-20% im Minus. Citigroup hat eien größere Position abgezogen und einige Pensionsfonds haben ihre Investments ebenso aufgelöst.

Soros ging massive Wetten gegen den EUR und EUR-Länder ein. Bisher ging das noch nicht auf, denn Europa ist zwar nicht besonders gut aufgestellt, aber die USA laufen auch nicht besser. So steht der EURUSD nicht bei der von ihm erwarteten Schwelle, sondern deutlich darüber. Er konnte Verluste einigermaßen mit Gewinnen aus gekauften Aktienpositionen von Banken im Tief 2009 kompensieren, aber Bankaktien nähern sich aufgrund der drohenden Basel III Regularien ggf. wieder Tiefs. Daher ist es sicher sinnvoll, Gewinne an dieser Stelle mitzunehmen und erst mal bis nach der US-Präsidentschaftswahl abzuwarten.

Buffett hat Teile der Positionen in Johnson & Johnson, Procter & Gamble und Kraft Foods verkauft, da er die Aussichten nicht mehr so gut einschätzt wie zuvor. Es wurden bei diesen Unternehmen Fehler gemacht, es gibt Haftungsprozesse und andere Risiken. Da Buffett selten einfach zu Börsenkursen kauft, kann man davon ausgehen, daß diese Reduktion der Positionen erstens mit Gewinn und zweitens wohlüberlegt mit langfristiger Perspektive erfolgt. Vielleicht ist es ja auch eine Maßnahme im Zuge der Verlagerung der Verantwortung an seine Nachfolger, daß er nun "seine" Positionen reduziert und Mittel an die anderen Manager übergibt.

Die Gründe für einen Verkauf sind also recht unterschiedlich.

Abwärts gehen kann es immer wieder mal, Man kann sich dagegen absichern oder die Dips für Nachkaufen nutzen.

Momemtan sieht es allerdings eher aus, als würde die US-Wirtschaft etwas kürzer treten, während sich Europa und China langsam stabilisieren. Indien kämpft noch und Brasilien wird wahrscheinlich von Mexiko als Wachstumsmarkt abgelöst. Australien wird unter der geringeren Rohstoffnachfrage leiden, denn China hat Afrika als günstigeren Lieferanten entdeckt.

Daher gilt eigentlich nichts anderes als sonst auch: diversifizieren, beobachten, ggf. Positionen in Hochs reduzieren bzw. in Tiefs nachkaufen.

Du musst nun für Dich entscheiden, ob die Wirtschaft in bestimmten Regionen nachhaltig in eine weitere Rezession rutschen wird, oder ob es langsam aber sicher nach oben geht. Abhängig davon kannst Du Dich in defensivere oder in frühzyklische Werte positionieren :-)

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MrInvest 16.09.2012, 19:23

deine Antwort relativiert einiges.

Danke!

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Ich ganz persönlich (gilt auch nicht für andere) habe seit den 90er Jahren weder von den Aufschwüngen, noch von den Krisen etwas bemerkt. Mit ging es i der Krise nicht schlechter und im Aufschwung nicht besser als sonst.

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Das mit dem Gold bringt auch nix, da es Deflation statt Inflation gibt. Und da wird alle zu Geld gemacht!

Kaum verwunderlich ist es, dass Warren Buffet Aktien mit einem KGV von 15-20 mal hergibt, denn die gibt es auch mal wieder zu nem KGV von 5!

Dass er aber ne durch Übernahmen zamgekleisterte Goodwilldreckschleuder zu nem 11er KGV aufkauft,ist auch keine sonderlich gute Idee, denn HP gibts ja zum vierfahen des Jahresgewinns!

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Soros und Paulson sind anders ausgerichtet als Buffett. Erstere gehören mehr in das Lager der Spekulanten, Buffett ist ein Langfristanleger. Damit würde ich mir seine Entscheidungen ansehen. Und man erkennt, dass es Teilverkäufe sind, weniger eine Umschichtung oder Neuausrichtung für eine Krise.

Damit würde ich diesen Artikel nicht überbewerten. Die Überschrift passt nicht ganz zum Text (beim Handelsblattartikel).

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