Grundstückskauf: Erwerbsvormerkung im Grundbuch eingetragen und Kaufpreis bezahlt. Kann gebaut werden?

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Die Auflassungsvormerkung (=Erwerbsvormerkung) in Abteilung II des Grundbuchs sichert den Käufer ab, dass die eigentliche Eigentumsumschreibung auch wirklich erfolgen wird.

Bis dann der neue Eigentümer tatsächlich eingetragen wird ist von diversen Bedingungen abhängig, so z.B. auch von der Arbeitsbelastung des Grundbuchamts (bzw. bei Euch in BW des Notars) und kann dauern.

Diese Auflassungsvormerkung begründet im Prinzip diesen Eigentumsübergang, deshalb ist dann auch bereits eine Finanzierung mit Grundschuldeintrag möglich, ebenso kann durchaus auch bereits gebaut werden.

Mir sind Fälle bekannt, bei denen der tatsächliche Eintrag des neuen Eigentümers in Abteilung II des Grundbuches mehrere Jahre gedauert hat, da vorher noch diverse Grundbuchberichtigungen erforderlich waren.

Machen kann man viel. Aber die Chancen, das Du dich ruinierst steigen, solange Du nicht als Eigentümer eingetragen bist. Wenn z. B. jemand sein Vorkaufsrecht wahrnimmt, und erst kurz vor Eintrag davon erfährt. Wenn Du dann eine halbe Million invenstiert hast, ruinieren Dich allein die Prozesskosten.

Schließlich musten in Deutschland schon Eigentümer, die ein Grundstück ersteigert haben und anschließend bebaut haben, dieses zurückgeben ohne Entschädigung.

Die sind jetzt ruiniert und Klagen zwecklos. 2 Instanzen sind Durch. Das Gericht hat einen Fehler gemacht und da geht man in der Regel leer aus, was Schadenersatz betrifft. Bei Notaren ist es ähnlich, die haften auch nur teilweise.

Und natürlich verhindert eine Auflassungsvormerkung nicht die Wahrnehmung eines Vorkaufsrechts. Das kann am letzten Tag vor Eintrag wahrgenommen werden.

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