Grundbuch und Testament - was zählt?

4 Antworten

Hat der Pflegesohn überhaupt Anspruch?

Nein ... ein Pflegekind hat keinen Erbanspruch ..... außerdem sollte bei so etwas auch dara gedacht werden, dass dabei Erbschaftssteuer in Höhe von 30 % aufzubringen ist.

https://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/steuern/nicht-verwandt.html

So beträgt der Steuersatz ab dem ersten Euro, den man als nicht Verwandter erbt, 30%.

Das kann dann auch dazu führen, dass eine Immobilie veräußerst werden muss, wenn dieser Erbe die Steuer nicht bezahlen kann.

Wird die Immobilie dem leiblichen Sohn zu Lebzeiten übertragen, kann allerdings an eine solche Schenkung auch eine Bedingung geknüpft werden .... alles eine Sache der Vereinbarung.

Keine Bedingung und später taucht ein "veraltetes Testament" auf, hat der Pflegesohn Pech gehabt.

Hier sind mehrere Punkte zu beachten.

  1. Das Pflegekind hat keinen Anspruch.
  2. Natürlich kann das Pflegekind in einem Testament begünstigt werden.
  3. @wilees hat bezüglich der Erbschaftsteuer recht.

Es kommt also drauf an, was im Testament stehen wird.

Da eine Aufteilung des Hauses unpraktisch wäre (außer es ist ein Zweifamilien- oder Doppelhaus), wäre wohl eine Zahlung an den Pflegebruder logisch.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Man kann ja nur über das verfügen, was einem überhaupt gehört. Wird das Haus vor dem Ableben des Vaters auf den Sohn übertragen, gehört das Haus gar nicht mehr zur Erbmasse und der Erblasser kann dazu keine Bestimmungen treffen.

Das Haus soll jetzt übertragen werden, bzw. mein Mann soll jetzt mit ins Grundbuch rein.
Nun ist halt die Frage... Wenn Schwiegervater in 2 Jahren stirbt (was wir nicht hoffen) und es gibt ein Testament - wo der Pflegesohn die Hälfte vom Haus erben soll - was ist dann?

0
@Martens1969

Weil eine Schenkung ist ja erst in 10 Jahren komplett - soweit ich jetzt weiß 🤔🙄

0
@Martens1969

Pflichtteilergänzungsansprüche gibt es m.E. nur auf gesetzliche Erbansprüche, und da gehört ein Pflegesohn nicht dazu.

Aber was gibt es da zu streiten - wenn der Vater beide Kinder bedacht haben will, soll er eben entweder beiden zusammen das Haus schenken oder es sein lassen.

2
@Martens1969

Wieso ist es für dich nur so schwer vorstellbar, dass dein Mann derzeit nur anteilig, etwa nur zur Hälfte "mit ins Grundbuch rein soll"? Über die andere Hälfte sein Vater durch Testamant verfügt, er also schlicht abwartet, sein Pflegekind zur Hälfte als Erbe oder Vermächtnisnehmer einszusetzen oder es durch gesetzlichen Erbfolge auf seinen Sohn übergeht?

0

Der Falsschilderung nach sollen also dein Mann und der Pflegesohn jeweils hälftige Miteigentümer der bebauten Immobilie deines Schwiegervaters werden.

Der Pflegsohn macht da doch keine Ansprüche geltend, der Eigentümer will es so. Was wäre daran auszusetzen oder was genau ist hier deine Frage? Wollt ihr beide das Haus später allein nutzen, könnt ihr mit Vorkaufsrecht dem Miteigentümer seinen Anteil abkaufen oder es auf Teilungsversteigerung ankommen lassen mit dem Risiko, das er das Objekt erwürbe.

Was möchtest Du wissen?