Großteil vom Vermögen in Eigentumswohnung investieren?

8 Antworten

In die Überlegung sollte man auch langfristige Faktoren einbeziehen. Wie sieht es mit der wirtschaftlichen Situation der Gegend aus, in der die ETW liegt. Gibt es einen Bevölkerungszuwachs/-zuzug oder überwiegt die Abwanderung. Wie ist die Altersstruktur der Gemeinde. Junge Bevölkerung, niedrige Arbeitslosenrate und geringer Wohnungsleerstand sind gute Argumente bei Wohnungen in dieser Lage zuzuschlagen, da Du mit einer mindestens gleichbleibenden Miethöhe rechnen kannst.

Langfristig gesehen hat eine ETW, wenn sie abbezahlt ist, natürlich auch noch den Vorteil, dass sie Deine Bonität erhöht. Du kannst sie beleihen, um damit andere Investments zu finanzieren.

Im magischen Dreieck der Kapitalanlage aus Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit ist das mit einer Eigentumswohnung so eine Sache.

Sicher ist Geld in einer Eigentumswohnung vielleicht. Also höchstens dann, wenn wirklich alles stimmt und/oder man eine Menge Glück hat. Wenn es also zum Exodus aus Asien kommt und alle in deiner Wohnung wohnen wollen, steigt der Preis sogar. Es kann aber auch sein, dass keiner mehr in der Wohnung wohnen will, z. B. weil der Wind beim nächsten GAU falsch weht oder der letzte Laden oder der letzte Arbeitgeber im Ort zu gemacht hat. Sicher ist das Investment also mit etwas Glück.

Was die Rendite anbelangt, sollte man wirklich alles einrechnen. Am ehesten vergessen wird, dass die Steine, also nicht das ganze Objekt sondern alles außer dem Grund, 2 % im Jahr weniger wert werden. Dem kann man entgegenwirken wenn man im Schnitt 2 % im Jahr investiert aber das Geld ist so oder so weg. Was dann nach allen Kosten und mit im Schnitt 1/12 Mietausfall/Jahr übrig bleibt ergibt den realistischen Ertrag vor Steuer. Gut ist das nicht.

Man kann natürlich auch Pech und jahrelangen Mietausfall, ein ernsthaftes Problem am Objekt oder auf die falsche Lage gesetzt haben. Man kann auch Glück haben aber normalerweise muss die Inflation schon ordentlich sein oder viel Glück haben, damit man sein Geld mit einer Immobilie erhält. Die Demografie kann dafür sorgen, dass die Situation, die wir heute teilweise im Osten haben ganz Deutschland betrifft. Dann kann das Investment auch im faktischen Totalverlust enden.

Mit der Rendite ist es also so ähnlich wie mit Aktien. Nur dass die Chance dort deutlich höher ist.

Die Verfügbarkeit hängt davon ab. Die Erfahrung sagt, dass man über den Preis fast alles verkaufen kann. Ob man dann aber über den Preis verkauft oder lieber Schulden macht, wenn man eigentlich an das Geld müsste, hängt davon ab. Problematisch ist bei einer Immobilie, dass man nur ganz oder gar nicht verkaufen kann, was eher selten den Bedürfnissen entspricht.

Dazu kommt in deinem Fall ein Streuungsproblem, das du selbst siehst.

Man sollte sich die Sache also gut überlegen und nicht überrascht sein, wenn man (nicht zu spät) merkt, dass man sich doch besser mit den anderen Möglichkeiten hätte beschäftigen sollen.

Ich empfehle dir auch meine Tipps zu dem Thema

http://www.finanzfrage.net/tipp/immobilien-kaufen-oder-mieten-teil-1

Ich nochmal ;),

Das wichtigste in ja, wenn man sich ein Objekt beschaft, das man dieses genau Analysiert. Faktoren sind z.B. Lage....Hamburg, Bremen, oder eher in kleineren Dörfern ? dann natürlich auch noch, in welchem Viertel... Deswegen sollten z.B. auch eher Große Stäte gewählt werden, damit man nicht von einem großen Arbeitgeber abhänig ist ob die Miete gezahlt wird oder nicht. Sind Wohnungen in überfluss da oder gibt es eine Wohnungsknappheit ? Wie sah es in der Vergangenheit aus, sind eher abwanderungen zu erwarten oder andersrum ? Wie haben sich die Marktpreise entwickelt, positiv ? Das Objekt sollte nicht zu alt sein um eventuelle vorzeitige Sanierungen aus dem Weg zu gehen. Zudem sollte man beachten, das die Hausverwaltung von dem Hausgeld ein gewissen Grundkapital zurück gelegt hat um für zukünftige Sanierungsarbeiten etc. genug Geld zur Verfügung hat.

Um eine Wertminderung entgegen zu wirken, werden ja Rücklagen gebildet. Erstens von der Verwaltung, für das Gesamteigentum und dann noch vom Vermieter ( welches aus der Miete gedeckt werden sollte )

Auch bei einem Fall von ein Mietausfallrisiko, ist dafür zu sorgen das Rücklagen gebildet werden ( hatte schon einmal erwähnt das man zu vorsicht ein kleinen Anteil an Eigenkapital als zusätzliche Rücklagen haben sollte )

Wie schon oben erwähnt, ist bei einer Finanzierung von Vermieteten Objekten relativ wenig Eigenkapital mit eingebunden. Somit hat er noch eine ordentliche Grundlage welches man auf ein Tagesgeldkonto anlegen könnte ( nur ein Beispiel )

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@Michaelswelt

Es geht nicht um auf dem Papier rechnen sondern um Erfahrung. Ich bin neben meinem Hauptberuf Immobilienmakler und habe seit mehr als 20 Jahren Immobilien in München.

Was von Struckis vermittelt wird endet eh selten unter einem sechsstelligen Verlust.

Nur geht das auch mit einer selbst ausgesuchten Immobilie in Bremen oder Hamburg und es ist gar nicht so schwer.

Menschen - es können auch Deutsche dabei sein - machen gerne aus (sehr)kurzfristige Erfahrungen Gesetze. Geld verliert kaum an Wert, Aktien sind gefährlich, Immobilien erhalten Werte, Mieten steigen sind solche Erfahrungen, die sich in Deutschland selbst dann noch halten, wenn man mit Immobilien hohe Verluste eingefahren hat (ich denke an geschlossene Immobilienfonds aller Art und Ostimmobilien) und die Wohnimmobilienmärkte in anderen Ländern die größte Währungskrise des Jahrhunderts auslösen.

Warum also hält sich das Gerücht??? Es braucht nur 8 % Zins oder dass die (eh sichere) demografische Entwicklung am Wohnungsmarkt ankommt und schon bricht der Markt ähnlich wie in manchen Städten im Osten oder in Amerika zusammen. Wer dann 100 % finanziert hat, muss entweder tilgen oder Zusatzsicherheiten bringen.

Das Investment kann gut gehen! Man sollte es aber nicht als sicher annehmen, dass es gut geht. Das Objekt und die Finanzierung sind nur die Punkte, die man selbst beeinflussen kann, sehr wohl aber berücksichtigen sollte. Wichtiger sind - wie bei Krernkraftwerken) ganz andere Punkte. Da hätte es auch nichts gebracht, wenn man die Mitarbeiter noch etwas besser ausgebildet oder das Objekt auf Richterskala 10 aufgepeppt hätte. Plötzlich kommt ein Tsunami und es war egal.

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Das gesamte Vermögen würde ich nur in eine ETW investieren, wenn ich sie selbst nutze und sie damit komplett bezahlt ist. Die ersparte Miete würde quasi monatl. zurückfließen. Bei Vermietung sollte mit einem Anteil Fremdkapital gearbeitet werden. Persönlich würde ich die Streuung in ein Wertpapierportfolio und Edelmetalle auch vorziehen, weil ich das Risiko besser abschätzen könnte und vor allem schneller gegensteuern könnte. So wie man an der Börse hin und wieder Lehrgeld bezahlen wird, so wird man das Vermieten auch lernen müssen. Es ist eine Unternehmung mit Verantwortung. Den Arbeitsaufwand schätze ich größer ein als bei einem Wertpapierdepot.

Wie würdest Du momentan 240.000€ anlegen, mittelfristig bis 10 Jahre und "relativ" sicher?

Ich bin momentan überfragt und weiss nicht weiter. Habe diese Woche mein vollständiges Aktiendepot liquidiert. Bin genervt von den ewigen Schwankungen. Kaum habe ich mal 10% Gewinn kommt die nächste Korrektur und es werden 10% Verlust draus. Das habe ich jetzt die letzten Jahre schon desöfteren erlebt und dazu habe ich keine Lust. Momentan bin ich etwas im Plus, daher meine Entscheidung erst einmal auszusteigen, damit ich nicht schon wieder ins Minus falle und ewig versuche die Verlsute wieder gut zu machen. Hab morgen ein Beratungsgespräch bei der Deutschen Bank. Aber ganz so interessiert scheinen die von dem Betrag nicht zu sein. Ich bekam nur zögerlich einen Termin. Finde ich schon etwas arrogant, aber mal sehen was die mir anbieten können. Habe auch schon bei der VR Bank angeklopft. Der Filialleiter hat unseren Termin wieder abgesagt, da er sich mit Wertpapiere nicht gut genug auskennt. Nun will er eine Expertin schicken. Auf den Termin warte ich schon 4 Tage. Komisch, daß die auch nicht sonderlich interessiert sind. Kein Wunder daß die Zweisgtellen nach und nach zumachen, wenn ich es mit Schnarchnasen zu tun habe, die für den Betrag keinen Finger mehr rühren wollen. Da frage ich mich, ob es nicht doch besser ist das ganze wieder selbst in die Hand zu nehmen. Habe schon eine Eigentumswohnung in meiner Nähe entdeckt für 159.000€. Leider etwas klein mit 58qm. Aber eine Rendite über 4,9% angeblich. Leider auch schängerechnet. Die berechnen die Rendite über den Kaufpreis. Ich meine ich muß noch die Kaufnebenkosten berücksichtigen und zudem die Rücklagen, dann komme ich auf eine ganz andere Rendite. Aber was solls, So rechnen nicht alle und somit ist die Immobilie schon wieder reserviert. Daher muss ich weiter suchen. Vielleicht habt ihr ja noch eine Idee für mich. Vielen Dank im Voraus.

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