Gold als Krisenwährung - jetzt antizyklisch einsteigen?

4 Antworten

Ich halte Gold nachwievor aus langfristigen Gesichtspunkten für sehr aussichtsreich. Das fundamentale Umfeld spricht unverändert dafür. Allerdings ist das zur Zeit eher latent sichtbar. Die allgemeine Staatsschuldenproblemtik bleibt noch lange ein Thema und kann nur sehr behäbig entschärft werden. In vielen Fällen geschieht nicht einmal das. Die USA müssen alljährlich ihre Verschuldungsobergrenze ausweiten. Dass eine große Anzahl der Banken nun wirklich wetterfest ist, sehe ich auch nicht. Vielmehr setzen diese ihr gefährdendes Verhalten unverhohlen fort. Wir sehen jedoch gerade in der Eurozone eine sehr geringe Inflationsrate mit Befürchtungen hinsichtlich deflationärer Tendenzen. Die Aktienmärkte befinden sich in einem recht starken Momentum und ziehen weiter Kapital auf sich. Sofern geopolitisch oder im Staatschuldenkomplex, oder im Bankensektor keine fette Bombe platzt, glaube ich nicht, dass der Goldpreis jetzt zu neuen Höhenflügen ansetzt. Ich glaube hingegen die Bodenbildung ist noch nicht abgeschlossen. Mindestens die 1200er Marke kann leicht nochmals getestet werden. Eher sehe ich eine abschließende Bodenbildung um 1000 $ die Feinunze. Entweder es geht dann kurzzeitig darunter und schießt dann schnell deutlich nach oben, oder er verliert weiter, würde ich mir aber momentan nicht unbedingt vorstellen.

Konkret, würde ich aktuell höchstens ein Drittel des dafür vorgesehenen Kapitals in Gold anlegen. Dann ist man schon mal dabei. Dann nicht deutlich über 1200 die nächste Tranche. Bei knapp 1000 würde ich auf jeden Fall ordentlich reingehen, und zwar zügig. Wenn die Goldnotierung hingegen wider erwarten nachhaltig über 1500 bis 1600 hinausgeht, sollte man noch mal schauen, ob dies tatsächlich einen nachhaltigen Trendbruch darstellen könnte und bei einer Zwischenbodenbildung mit einem weiteren Drittel einsteigen. Das verbleibende Drittel würde ich dann nicht mehr für Gold einsetzen. Ggfs dann mal bischen Silber anschauen und da was machen, wenn es noch nicht überproportional mitgezogen ist. Es gibt viele seriöse Edelmetallhändler, aber auch viele Scharlatane. Im web gibst zudem Portale, die ständig aktualisierte Ankaufs- und Verkaufspreise verschiedener Banken und Bullionhändler anzeigen, womit man den Spread vergleichen kann. Als größter Händler ist mir jedenfalls "pro aurum" in München geläufig. Degussa kenne ich eher als Scheideanstalt. Bedeutsam ist natürlich die Stückelung. Grundsätzlich gilt: Je größer die Einheit, desto günstiger der relative Ankaufspreis. Jedoch sollte man die Handelbarkeit in Krisenzeiten beachten. Und da sind Münzen, die gleichsam auch gesetzliches Zahlungsmittel auf dem Geldmarkt darstellen, erste Wahl. Ergo: Wie mein Vorredner schon sagte, Münzen die zugleich getzl. Zahlungsmittel sind (Krügerrand, Maple Leaf, Philharmoiker etc.) sollten immer eine große Rolle spielen, es sei denn es handelt sich um Sammlermünzen, denn hier zahlt man über den Materialwert hinaus, den ideellen Wert gleich mit. Sofern es sich um einen größeren Anlagebetrag handelt, würde ich auch Barren erwerben, die es durchaus in mannigfaltigen Gewichtsklassen gibt. Bei Aufbewahrung zuhause sollte die Hausratsversicherung überprüft werden hinsichtlich vertragskonformer Aufbewahrung und etwa Unterversicherungsschutz.

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Wie kann man etwas, dessen Preis ein Ergebnis der Spekulation ist, von "fundamental" sprechen.

Das ist etwa so, als würde ich sagen, die "Fundamentaldaten" sprechen dafür, dieses Gemälde von van Gogh für 18 Millionen Euro zu kaufen .... ??

Das einzige Fundamentalkriterium ist, dass Gold sich, da es auch eine "echte" wirtschaftliche Nachfrage als Metall nach ihm gibt, langfrsitig ( aber wirklich nur langfrsitig ) nicht unter seinen Förderkosten notieren kann.

Die Bestände von ein paar Notenbanken würden aber schon ausreichen, die industrielle Nachfrage für eine Zeit auch unter den Förderkosten zu befriedigen.

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@Finanzschlumpf

Kontext nicht verstanden oder ungenau gelesen! Schon aus dem Satzbau wird deutlich, dass sich "fundamental" nicht direkt auf die aktuelle Notierung des Edelmetalls bezieht, sondern auf das (grundlegende wirtschaftliche) Umfeld. Schon gar nicht habe ich über "Fundamentaldaten des Goldes" geschrieben. Es wäre ansich einfach gewesen das zu erkennen, da es ja im Anschluss etwas konkretisiert wurde. Bestimmt hätte die Formulierung glücklicher ausfallen können, doch ich feile hier nicht großartig an Texten, um sie dann zu verkaufen.

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Wieso antizyklisch? Seit wann ist Gold seine Spekulatiusaufschläge los? Mit potentiellem Ungemach in der Ukraine und kleinen Dellen in der Erholung der Weltwirtschaft, sowie immer noch deutlicher Nachfrage nach Gold in den Emerging Markets sollte eigentlich für einen antizyklischen Anleger Gold immer noch außer Frage stehen.

Damit stellt sich die Frage nach dem Kauf nicht - schon gar nicht physisch. Und damit stellt sich auch keine Frage nach der Lagerung.

Wenn überhaupt, dann ist Gold derzeit meiner Meinung nach weiterhin nur für ein Trading gut. Da unklar ist, wohin es geht, nur eben, daß es demnächst noch auf und ab gehen dürfte, wäre ein Setzen auf die Volatilität sinnvoll.

Warum auf Gold setzen, wenn es wundervolle Aktieninvestments gibt?

Also ich weiß auf jeden Fall, wo man Gold auf einen Fall kauft : Bei all den windigen Briefkastenfirmen, die "versprechen", dass sie dein Gold in ihren Tresoren aufbewahren....( Ich möchte nicht wissen, wieviel gutgläubige Spekulanten schon Tonnen besitzen, die sie eben nicht besitzen... ).

Ob Gold schon "antizyklich" ein Kauf ist ? Kommt auf den Betrachtungszeitraum an. Für Daytrader sicher noch nicht, für mehrwochentrade u.U. ja. für mehrjahrestrader wiederum nicht.

Was sind gute Alternativen zu Gold und Silber?

Ich würde gerne etwas meines Kapitals in Edelmetalle bzw. generell Sachwerte stecken. Eine alte Börsenweisheit sagt allerdings "buy low sell high". Es scheint so als ob jeder der jetzt noch Edelmetalle kauft sie langfristig überteuert kauft. Ich habe auch darüber gelesen, dass Risiken einer kommenden Goldblase entstehen.

Will mir halt jetzt nicht aus "Sicherheitsgründen" Edelmetalle kaufen welche aber langfristig nach einer nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzstabilisierung wieder sehr viel weniger Wert sein werden als heute.

Sprich wenn ich heute Gold für 1059€ kaufe und das Gold dann zb. in 10-15 Jahren verkaufen müsste und sich die Wirtschaft wieder komplett gefestigt hat dann würde ich doch niemals annährend meinen Kaufpreis bekommen???

Bin da ziemlich verunsichert!

Was sind den alternative Anlagemöglichkeiten in Sachwerte welche durch die Finanzkrise nicht aufgrund steigender Nachfrage im Preis gestiegen sind? Gibt es da Produkte bei denen sich einer nähere Recherche lohnen würde?

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