Gleichzeitige Gewerbesteuerbefreiung und USt-Befreiung - wann ist das vorteilhaft? Immer?

1 Antwort

Gewerbesteuerbefreiung ist keine Gewerbesteuerbefreiung, sondern, der jenige übt kein Gewerbe aus, sondern einen freien Beruf.

Bei der Umsatzsteuer gibt es die Kleinunternehmerregelung (vorjahr weniger als 17.500,-), dann braucht man keine Umsatzsteuer zu bezahlen, darf aber auch keine in Rechnung stellen.

Dann gibt es Umsätze die sind gem. § 4 UStG steuerbefreit.

Hierbei gibt es wiederum welche, wo ein Optionsrecht besteht (z. B. Vermietung), oder welche, bei denen kein Optionsrecht besteht (Ärzte).

eine Option auf die Steuerpflicht ist immer dann interessant, wenn ich die Umsatzsteuer voll abwälzen kann, mir aber damit den Vorsteuerabzug ermögliche.

Wer ein Bürogebäude, oder einen Supermarkt baut und den vermietet, hat einen Mieter der Vorsteuerabzugsberechtigt ist. Ob ich dem also 5.000,- Euro als Miete berechnet, oder 5.950,- inkl. Umsatzsteuer ist für den Egal.

Ich kann aber aus den 714.000,- Euro Baukosten, die 114.000,- Vorsteuer abziehen. Das bedeutet für mich, dass ich das für die Finanzierung erforderliche Eigenkapital schon mal in Bar habe (vorausgesetzt ich bekomme ein Gewerbegebäude mit 80 % finanziert).

Für Ärzte würde sich eine Option (wenn sie denn möglich wäre) nie lohnen, denn sie müßten aus den Erlösen bezahlten, weil sie keine höheren Honorare durchsetzen könnten.

Wieso will das Finanzamt Umsatzsteuervoranmeldungen von einem Kleinunternehmer?

Hallo,

ich habe ein Gewerbe angemeldet und von der Kleinunternehmerregelung gebrauch gemacht. Es dreht sich bei dem Gewerbe um Einnahmen durch Internetwerbung (Affilatelinks, Werbebanner etc.). Mein Vertragspartner, von dem ich das Geld bekomme ist Amazon.

Paar Wochen nachdem ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgesendet habe, bekam ich Post vom Finanzamt. Dort stand drin, dass ich zur vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet sei. Begründet wird dies mit §1 a Absatz 4 mit § 18 Abs. 4a des Umsatzsteuergesetzes. Es ist noch der Hinweis angebracht, dass Voranmeldungen nur für die Voranmeldungszeiträume zu übermitteln sind, in denen die Steuer für die innergemeinschaftlichen Erwerbe zu erklären ist.

Leider verwirren mich die Gesetzestexte mehr, als sie mir sagen.

Es ist so, dass der "Werbekostenzahler" Amazon seinen Sitz in Luxemburg hat, also EU-Ausland. Amazon selbst bezahlt die Vergütung jedoch Netto an mich. Des Weiteren wendet Amazon auch das Reverse-Charge Verfahren an. Nur für mich als Kleinunternehmer hat das nach meiner Auffassung doch gar keine Bedeutung.

  1. Wieso bin ich dann zur vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet? Ich kaufe nichts im EU-Ausland, ich bekomme Geld.
  2. Verstehe ich das richtig, dass ich nur eine Umsatzsteuervoranmeldung machen müsste, wenn ich im EU-Ausland etwas einkaufe?

Im Internet liest man viel, mal ist von "nicht steuerbare sonstige Leistungen gem. §18b Satz 1 Nr. 2 UStG" die Rede, die man dann wiederrum anmelden müsste. Ich bin wirklich sehr verwirrt.

Über eine fachlich korrekte Antwort würde ich mich sehr freuen :).

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Liebe Grüße

Michael

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