Gleichzeitige Gewerbesteuerbefreiung und USt-Befreiung - wann ist das vorteilhaft? Immer?

1 Antwort

Gewerbesteuerbefreiung ist keine Gewerbesteuerbefreiung, sondern, der jenige übt kein Gewerbe aus, sondern einen freien Beruf.

Bei der Umsatzsteuer gibt es die Kleinunternehmerregelung (vorjahr weniger als 17.500,-), dann braucht man keine Umsatzsteuer zu bezahlen, darf aber auch keine in Rechnung stellen.

Dann gibt es Umsätze die sind gem. § 4 UStG steuerbefreit.

Hierbei gibt es wiederum welche, wo ein Optionsrecht besteht (z. B. Vermietung), oder welche, bei denen kein Optionsrecht besteht (Ärzte).

eine Option auf die Steuerpflicht ist immer dann interessant, wenn ich die Umsatzsteuer voll abwälzen kann, mir aber damit den Vorsteuerabzug ermögliche.

Wer ein Bürogebäude, oder einen Supermarkt baut und den vermietet, hat einen Mieter der Vorsteuerabzugsberechtigt ist. Ob ich dem also 5.000,- Euro als Miete berechnet, oder 5.950,- inkl. Umsatzsteuer ist für den Egal.

Ich kann aber aus den 714.000,- Euro Baukosten, die 114.000,- Vorsteuer abziehen. Das bedeutet für mich, dass ich das für die Finanzierung erforderliche Eigenkapital schon mal in Bar habe (vorausgesetzt ich bekomme ein Gewerbegebäude mit 80 % finanziert).

Für Ärzte würde sich eine Option (wenn sie denn möglich wäre) nie lohnen, denn sie müßten aus den Erlösen bezahlten, weil sie keine höheren Honorare durchsetzen könnten.

§ 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz

Ich habe folgende Frage:

Angenommen ein Freiberufler gibt Nachhilfeunterricht gegen Honorar, u.a. auch beim Jugendamt. Weiterhin angenommen, das Jugendamt gibt ihm den neuen Auftrag, einen Jugendlichen ein Jahr lang pädagogisch zu begleiten (überwiegend Freizeitbetreuung). Dafür bekommt der Freiberufler einen getrennten Honorarvertrag über 5 Stunden pro Woche. Das Amt weist darauf hin, dass diese Tätigkeit die Bedingungen der Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz erfüllt. In seiner Steuererklärung hat der Freiberufler diese Tätigkeit als nebenberufliche Tätigkeit extra aufgeführt und auch auf die Steuerbefreiung hingewiesen. Für seine hauptberufliche freiberufliche Arbeit als Nachhilfelehrer hat er, wie früher, eine Einnahme-Überschuss-Rechnung gemacht, natürlich mit Angabe seiner Betriebsausgaben. Angenommen, das Finanzamt lehnt die Steuerbefreiung für die nebenberufliche pädagogische Begleitung ab, mit möglicherweise folgender Begründung: „Da zu den Einkünften aus selbständiger Arbeit tatsächliche Betriebsausgaben geltend gemacht werden, konnte ein zusätzlicher Freibetrag im Sinne des § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz nicht berücksichtigt werden.“ Stimmt diese Rechtsauffassung? Der Freiberufler überlegt Einspruch einzulegen. Wie könnte er diesen begründen? Vielen Dank für alle Hinweise! Herbie

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?