Gibt es einen "umgekehrten" bzw. "inversen" cost-average-Effekt?

2 Antworten

Auch hier (und in den dortigen Referenzen) wird das Verkaufsargument "cost-average effect" entlarvt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittskosteneffekt

Wenn aber der Sparplan in die Entsparphase (nicht "Verzehrphase";-) eintritt, dann ist man ja gerade als Rentner/in auf etwa gleichhohe monatliche Zuflüsse angewiesen. Um den Nachteil des Cost-Average-Effekts beim Auszahlungsplan zu vermeiden und andererseits die Planbarkeit des verfügbaren Mittel für das Ausgabenbudgets zu verbessern, empfiehlt die Stiftung Warentest, die für die nächsten 12 Monate benötigten Auszahlungen nicht monatlich dem ETF-Portfolio zu entnehmen, sondern diesen Betrag (zumindest kostengünstiger) auf einmal zu verkaufen und bis zur tatsächlichen Verwendung auf einem (verzinslichen) Tagesgeldkonto zwischenzuparken (s. Heft 9/2018, S. 51). Etwas verfeinert wird dieser Auszahlungsplan dort noch dargestellt für das hauseigene Pantoffel-Portfolio-Konzept: https://www.test.de/ETF-Einmalanlage-Sparplan-und-Auszahlplan-mit-Pantoffel-Portfolio-5179990-0/ (kostenpflichtig € 4,-), dort unter Punkt 9.

27

Wer sich in Finanzangelegenheiten auf die Stiftung Warentest verlässt, kommt vom Regen in die Traufe. Die sollten sich auf Tests von Waschmitteln und Windeln beschränken. Für anderes sind sie zu doof!

Auch beim Pantoffel-Portfolio besteht die Gefahr, dass das Ersparte vor der vorgesehenen Zeit verzehrt wird.

0
53
@NasiGoreng

Du machst sehr pauschale Aussagen ohne Belege. Bleib mal sachlich.

Auch beim Pantoffel-Portfolio besteht die Gefahr, dass das Ersparte vor der vorgesehenen Zeit verzehrt wird.

Wie verzehrst Du Erspartes? Unter welchen Umständen ist das so? Und wie der vorzeitige Verbrauch bei anderen Anlageformen vermeidbar und bei welchen?

0
27
@LittleArrow

Ich weigere mich mit Dir in eine semantische Diskussion einzutreten, ob Erspartes verzehrt oder entspart wird, zumal verzinsliche Anlagen überwiegend inflationär entwertet und durch Steuern enteignet werden.

Die Frage ob es bei der Fondsanlage einen inversen Cost-Average-Effekt gibt und wie man dem entgeht, habe ich bereits beantwortet. Von anderen Anlageformen war nicht die Rede.

0
53
@NasiGoreng

Den Verzehrgedanken mal bitte als erledigt betrachten. Aber hier sehe ich noch Erklärungsbedarf:

zumal verzinsliche Anlagen überwiegend inflationär entwertet und durch Steuern enteignet werden.

Bei diesen vereinfachten, pauschlierten Aussagen spielt auch hier die Semantik mit:

  1. Wie werden verzinsliche Anlagen durch Steuern enteignet?
  2. Wenn "verzinsliche Anlagen überwiegend inflationär entwertet" gelten sollte; wie werden diese Anlage sonst noch entwertet?
  3. Die inflationäre Entwertung kann es bei festverzinslichen Anlagen geben, dass muss aber nicht zwingend so sein. Daher sollte man momentan nicht festverzinsliche Anlagen mit über 3- oder 5-jähriger Laufzeit wählen.
  4. Und bei indexierten Anleihen ist diese inflationäre Entwertung ausgeschlossen. Allerdings wird einkommensteuerlich hierbei nicht nur der Zins, sondern auch der Inflationszuschlag besteuert.
0
27
@LittleArrow

Ha, ha, jetzt hast Du aber gegrübelt, wie Du mir das mit der Semantik heimzahlen kannst ;-))

  1. Wenn die Zinsen geringer sind als die Inflationsrate, bedeutet jede Besteuerung eine Enteignung aus der Substanz.
  2. Verzinsliche Anlagen können auch durch Insolvenz, Vergleich eines Schuldners oder eine Schwäche der Emissionswährung entwertet werden.
  3. Es gibt keine Währung und kein Land ohne Inflation. Bei normaler Zinsstruktur kurve (kurze Laufzeit, niedrige Zinsen und lange Laufzeit, höhere Zinsen) ist die inflationäre Entwertung bei kurzer Laufzeit höher als bei langer. Mit steigender Laufzeit erhöht sich aber bei Festverzinslichen das Zinsänderungsrisiko.
  4. Auch indexierte Anleihen haben das Bonitätsrisiko des Emittenten und das Zinsänderungsrisiko. Zudem ist die Emissionsrendite immer geringer als bei normalen Anleihen.
1

Du hast recht. Der cost-average-Effekt gilt nur für die Ansparphase.

In der Verzehrphase hat er einen ungünstigen Effekt. Man sollte in dieser monatlich keinen festen Betrag entnehmen, sondern maximal den Gegenwert einer zu Beginn der Verzehrphase festgelegten Anzahl von Fondsanteilen.

4

Stimmt, dass dies ["sondern maximal den Gegenwert einer zu Beginn der Verzehrphase festgelegten Anzahl von Fondsanteilen"] eine weitaus bessere Alternative ist, daran hatte ich nicht gedacht. Danke Dir!

0
53
Verzehrphase

Guten Appetit beim Verzehr der Fondsanteile!-)

0
4
@LittleArrow

Vielen Dank. Ich denke, diesen Kommentar werde ich als den - bei weitem am hilfsreichsten - bewerten. :)

0

Anlage KAP notwendig?

Hallo zusammen,

ich habe seit Juli dieses Jahres ein Depot bei einer deutschen Bank, über das ich zwei Fondssparpläne (mtl. Sparrate) und einen VL-Vertrag laufen lasse.

Soweit ich es verstanden habe, bekomme ich einmal jährlich einen sog. Jahresdepotauszug und eine Steuerbescheinigung von der Depotbank in der auch Hinweise zu finden sind, was man wo in die Anlage KAP der Steuererklärung 2018 einträgt. Muss man das angeben? Die Depotbank führt die Steuern doch automatisch ab, oder nicht?

Was wäre, wenn man Verluste erzielt hat? Ändert sich die Antwort dann?

Eine Frage zu guter letzt: Steuern fallen nur auf realisierte Gewinne/Verluste an, richtig? Wenn ich also dieses Jahr nichts verkauft habe, muss ich mir über Besteuerung auch keine Gedanken machen?

Danke für eure Antworten!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?