Gibt es eine inflationssichere Altersvorsorge?

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Man investiert in Sachwerte. Sachwerte sind Aktien, Aktienfonds, Immobilien, sehr gut ausgesuchte geschlossene Beteiligungen die zum Portfolio passen wie, Windkraftanlagen, Solarkraftanlagen, Immobilienfonds, Edelmetall und Fondspolicen mit Aktienfonds ( fondsbasierende Rentenversicherung). Alle Anlagen sind inflationssicher und Aktienfonds sogar insolvenzgeschützt.

Ein Aktienfonds kann nur dann zum Totalverlust führen, wenn alle Aktiengesellschaften im Portfolio insolvent werden würden.

Was ist mit Kursverlusten? Erscheint mir eine eher riskante Geldanlage für ein auf Sicherheit ausgerichtetes Depot zu sein.

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@RoteTara

Die Aktienindizes der Welt zeigen langfristig immer nach oben. Natürlich mit Schwankungen. Was ist für dich ein auf Sicherheit ausgerichtetes Depot??

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Eine Sache hast Du noch übersehen: Der Bundesfinanzminister hat gar kein Interesse an niedrigen Inflationsraten. Dank der Abgeltungsteuer oder normaltariflichen Steuerprogression verdient er prima an jedem Inflationsausgleich mit. Aus Sicht des Anlegers und/oder Erwerbstätigen verdient er dank der Inflation zusätzlich Steuern. Dies betrifft die indexierten Bundeswertpapiere, aber auch inflationsbedingt gestiegene Anleihezinsen oder Lohntarifabschlüsse. Auch Aktienkurssteigerungen sind nicht völlig zu Deinem Vorteil.

Die einzigen, die sich angesichts gestiegener Kosten die steuerfreien Aufwandspauschalen ungestraft erhöhen dürfen, sind die Bundestagsabgeordneten. Ihnen geht die Inflation kaum an die spätere Rente. Warum sollten sie dann den Bundesfinanzminister bremsen?

Und eine Sache habe ich noch vergessen: Es scheint nur eine Lösung durch Kombination mehrerer Anlageformen zu geben. Dadurch werden das Risiko, der Ertrag und möglicherweise die künftigen steuerlichen Implikationen gestreut. Letzteres ist das Unvorhergesehbare. Die Steuergesetze (und -tarife) sind nicht in Stein gemeißelt, sondern bleiben der einfache Weg, die Staatseinnahmen an die Ausgaben anzupassen (Du mußt hingegen Deine Ausgaben an Deine Einnahmen anpassen!). Wer heute noch glaubt, Edelmetalle und Immobilien günstig erwerben zu können und in zig Jahren steuerfrei verkaufen zu können, könnte schon in einigen Jahren ein völlig neues Verständnis der Mehrwertsteuer vermittelt bekommen.

Und wenn Du in Deiner Altersvorsorge davon ausgehst, dass jeder einst gesparte Euro nach Inflation und Steuerbelastung Dir nur noch mit realen 50 Cent zur Verfügung steht, dann hast Du ausreichend Grund, Deine künftigen Sparanstrengungen entsprechend verstärken zu müssen. Diese Demut und Gewissheit fehlt noch vielen.

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Aus meiner Sicht ist die wichtigste Komponente für die Altersvorsorge eine eigene Immobilie, denn viele Menschen verfallen in Altersarmut, da sie Mietkosten etc. nicht mehr tragen können.

Der zweite Punkt: es ist natürlich richtig, daß jede Form der Altersvorsorge ihre Risiken hat und ggf. auch nicht garantiert über Inflation liegt. Daher wird man eine Kombination verschiedener Komponenten von Risikoversicherungen, Riester-Renten, Rürup-Verträgen, betriebliche Altersvorsorge, Wertpapieranlagen, Edelmetallen, ... wählen, um letztendlich Risiken gegeneinander aufzuheben und zu minimieren.

Ein Teil davon sind "sichere" Anlagen, andere erwirtschaften höhere Renditen.

Was hier für Dich eine gute Kombination ist, solltest Du mit einem Berater ausarbeiten, denn das ist ein höllisch komplexes Thema und bei jeder der Optionen gibt es gute und schlechte Verträge.

Eine Immoblie als Mietkostenersatz im Alter wird mit allen Finanzierungskosten und Erhaltungskosten meist teuer als würde man eine Rentenversicherung oder einen Fondssparplan über die notwendige Miete machen. Eine Immoblie ist und bleibt meist eine bewußte Entscheidung für Wohneigentum.

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@Candlejack

Nebenkosten einer Mietwohnung oder vergleichbaren Eigenimmobilie sind vergleichbar anzusetzen. Instandhaltung etc. sind in Mieten auch enthalten.

Bei Mietpreisen von 6-10 EUR/m² p.m. könnte man sich mit 30% Eigenkapital heute zu Marktzinsen eine Immobilie für 4% Zinsen und 4% Tilgung von ca. 800-1.400 EUR/m² für den gleichen Betrag leisten (10% Erwerbsnebenkosten schon abgezogen).

Das scheint mir realistisch für zumindest gebrauchte Immobilien.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/von-platzangst-kann-momentan-noch-keine-rede-sein-bausparkassen-preise-fuer-wohnimmobilien-steigen/4294454.html

Natürlich benötigt man dafür nicht Null plus Miete, sondern auch noch eine Position Eigenkapital, diese Position ist jedoch als resultierender Verkehrswert der Immobilie nach Abzahlung der Darlehen in 25 Jahren verdoppelt (nimmt man 60% des Kaufwerts als Mindestverkehrswert an).

Da nach Abzahlung der Darlehen nur noch laufende Kosten übrig bleiben, sollte sich in dieser Phase der Gewinn durch fehlende Miete stärker ausdrücken als die Kosten für Instandhaltung zu Buche schlagen. Damit ist langfristig (25+ Jahre) eine eigene Immobilie in guter Lage aus meiner Sicht eigentlich eine gute Investition.

Wenn Du noch neben der Miete einen Fondssparplan oder eine Rentenversicherung als "Altersrücklage" vorsiehst, müsste man die Kosten dafür (rechnen wir mal mind. 25% der Miete als Aufschlag) auf den potentiellen Einsparungsbetrag aufschlagen, d.h. das Ergebnis verschlechtert sich weiter zu Ungunsten des Mietmodells.

Ich stimme Dir allerdings dahinhgehend zu, daß der Immobilieneigentümer die gesparte Miete (nach Abzahlung der Darlehen wohl mind 60% der Miete) beiseitelegen kann (Fondsparplan, Rentenversicherung), um im Alter für Instandhaltungen und Umbauten vorzusorgen :-)

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@gandalf94305

Ich rede nicht nur von Nebenkosten, ich rede auch von Unterhalts- und Instandsetzungskosten. Dass die in einer Miete enthalten sind, ist richtig, kann aber nicht 1:1 auf die Rate umgelegt werden. Diese Kosten werden von mehreren Mietern getragen, oder um es direkt zu sagen: wir mieten derzeit in einer großen Kreisstadt 78m² zu 390 kalt. Damit könnte ich im Leben kein Wohneigentum mit 78m² finanzieren, von Rücklagen zur Instandhaltung mal abgesehen. Nach der Abzahlung der Darlehen bleiben nicht nur noch laufende Kosten übrig, an einem Haus ist immer was, erstrecht, wenn es in die Jahre kommt. Den letzten Satz sehen wir scheinbar ähnlich, aber genau deswegen eignet sich die Immobilie eben nicht als Mietsparmodell.

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Hallo Paul, Deine Recherchen sind ja schon recht Aussagekräftig und stimmen zum größten Teil. Die einzig mögliche Überlegung (100 % Sicherheit gibt es nicht) sind nun einmal die Sachwerte, sprich Aktien, Fond`s oder Rohstoffe um die Inflation ins positive zu kehren und damit Inflationssicher anzulegen. Du solltest im Bereich Aktien die sogenannten Blue Chips ins Auge fassen, das sind Namenhafte Aktien von Grossunternehmen wie Mercedes, VW, Siemens usw. Hier liegt das Risiko im überschaubaren Rahmen, die Rendite jedoch auch. Sicherheit kostet eben immer. Von einer reinen Versicherungslösung kann ich Dir persönlich nur abraten, da der Kostenfaktor einfach viel zu hoch ist. Fazit: ein gewisses Risiko um ordentliche Renditen zu erzielen muss man leider schon immer eingehen, man sollte aber auch darauf achten, das es im Rahmen bleibt. Fragen im Detail gerne Telefonisch.

Gruss und schönen Sonntag Robert

Das sollte Inhalt einer ausführlichen persönlichen Beratung sein. 2,8% kann ich nicht nachvollziehen, nicht nach der offiziellen Statistik. Da sind es 2,6% bzw. 2,1% über 20 bzw. 30 Jahre. Sicher bist Du im Falle einer Inflation (Entwertund der Geldwerte) nur bei Sachwerten, also Metallen, Immobilien, Aktien...). Die garantierten Zinsen einer Rentenversicherung (derzeit 2,25%) interessieren eigentlich nur im Falle einer Insolvenz (z.B. Mannheimer Versicherung, nicht zu verwechseln mit der Hamburg-Mannheimer). Ansonsten haben alle guten und großen Anbieter in den letzten Jahrzehnten mehr erwirtschaftet als die Garantieverzinsung. Aktien und Fonds sind weniger von sich aus riskant als schwankungsanfällig, was lediglich eine kurzfristige Anlage so riskant macht. Auf 20/30/35 Jahre einer Altersvorsorge gibts dort kaum Risiken, sondern Erträge um die 8-9%. Sowohl nachweisbar in der Historie des DAX als auch beim S&P. Wo sind die Renditen für Immobilien miserabel ? Gute offene Fonds haben z.B. eine Volatilität von 1%, 95% positive Monate und haben mittel- und langfristig eine Rendite von 5-6% bei ca. 40% Steuerpflichtigkeit der Erträge.

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