Gezillmerte Kosten der DWS Riesterrente Premium vermeiden

4 Antworten

Ich bin gerade "nicht am Platz", aber es gibt doch einen sehr guten, ungezillmerten DWS Riester-Fonds, der allerdings wegen der fehlenden Zillmerung bei den Beratern nicht so beliebt ist. Diesen Fonds würde ich mir mal ansehen.

Ein Grundproblem der Riesterfonds ist die "rechtzeitige" Umschichtung von Aktien in "Nicht-Aktien", weil hier Interessenskonflikte zwischen Sparer und Garant entstehen (siehe Union Investment).

Vielleicht interessiert sich ja noch jemand, was jetzt tatsächlich aus meiner Frage rausgekommen ist...

Es ist tatsächlich sehr einfach möglich die Zillmerung der DWS Riesterrente Premium zu umgehen indem man einen Vertrag mit geringer monatlicher Zahlung abschließt (z.b. mit dem Mindestbeitrag von 60 Euro (= 5 Euro pro Monat) oder sogar ohne Eigenbeitrag als reinen Zulagenvertrag). Danach kann man die monatliche Zahlung erhöhen und/oder Sonderzahlungen leisten. Der Vorteil: Die Vertriebskosten fallen immer direkt an, wenn man eine Einzahlung vornimmt und nicht verstärkt in den ersten 5 Jahren. Dies lässt sich auch direkt in der Online-Depotverwaltung nachvollziehen!

Natürlich ist diese Vorgehensweise für Fondsvermittler nachteilig da sie eine geringere Provision verdienen. Es ist aber aus meiner Sicht sowieso vorteilhaft die Riesterrente bei einem freien Fondsvermittler im Internet mit hohem Rabatt zu bestellen (z.b. AVL Investmentfonds).

So, ich habe nun tatsächlich bei der DWS direkt nachgefragt und will euch natürlich an der Antwort teilhaben lassen. In meinem Fall kommt allerdings noch ein weiterer Punkt hinzu, der mir beantwortet wurde: Es geht nämlich um einen mittelbar Zulagenberechtigten, d.h. den Ehepartner eines unmittelbar Zulagenberechtigten.

Es ist möglich die DWS Riesterrente Premium als reinen Zulagevertrag zu eröffnen. D.h. ein mittelbar Zulagenberechtigter bekommt seine staatliche Förderung auf diesen Vertrag bezahlt sofern der Ehepartner seinen Mindestbetrag auf seinen Riestervertrag einzahlt (sonst entsprechend gekürzt). Dazu muss der mittelbar Zulagenberechtigte selber keine Beiträge in seinen Vertrag einzahlen. Weiterhin besteht die Möglichkeit diesen reinen Zulagenvertrag später auch selber zu besparen. Beispielsweise wenn man durch Aufnahme einer Beschäftigung unmittelbar zulagenberechtigt wird. Auf diese späteren Beiträge werden dann 5 Prozent Gebühren fällig.

Anstelle eines reinen Zulagenvertrags ist aber auch beispielsweise ein Vertrag mit dem Sockelbeitrag von 60 Euro jährlich möglich, den man dann später ändern kann.

Meine Interpretation ist, dass man mit diesem Trick den eigentlich gezillmerten Vertrag wie einen nicht gezillmerten nutzen kann. Für den Kunden hat das aus meiner Sicht deutliche Vorteile, die Gesamtkosten sind nicht wesentlich anders aber vorteilhaft verteilt. Für den Vermittler hat das ganze vermutlich gravierende Nachteile, da er von der Provision, d.h. von den gezillmerten Beiträgen leben muss.

Das Verhältnis von Preis zu Leistung

Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.

Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.

Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da die gekaufte Leistung die ihr zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen.

Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

John Ruskin (engl. Sozialreformer 1819-1900)

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