Frage von Fenix2k, 66

Gewinn aus Grundstücksverkauf, Kosten durch Hausplanung. Unter dem Strich Verlust. Was kann steuerlich geltend gemacht werden?

Hallo,

Wir haben 2015 ein Baugrundstück für ein Einfamilienhaus erworben.

Kurz vor Baubeginn haben wir das Vorhaben 2016 abgebrochen und das Grundstück mit Gewinn verkauft. Auf diesen Gewinn wird Spekulationssteuer fällig.

Dazwischen sind eine Menge Kosten entstanden (Grunderwerbssteuer, Notarkosten, Architekt, usw.), die den Erlös aus dem Grundstücksverkauf übersteigen.

In Summe haben wir also Verlust gemacht.

Wie ist das jetzt steuerlich? Was können wir in der Steuererklärung als Verlust geltend machen und was nicht?

Vielen Dank für Antworten.

Antwort
von wfwbinder, 41

Der steuerpflichtige Gewinn gem. § 23 EStG (privates Veräußerungsgeschäft, fehlerhaft oft als Spekulationsgeschäft bezeichnet), ist der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und Verkaufspreis, abzüglich der Veräußerungskosten.

Also:

Kaufpreis 

+ Notargebühren

+ Grundbuchkosten

+ Grunderwerbsteuer

= Anschaffungskosten

Dieser Betrag ist vom Verkaufspreis abzuziehen. Ausserdem noch ggf. entstandene Veräußerungskosten.

Die Architekturkosten sind aus meiner Sicht etwas heikel. Was war denn der Grund für den Verkauf? konnte das geplante Haus nicht gebaut werden? Wurden die Pläne mitverkauft?

Ich würde es mal versuchen auch abzuziehen, aber das Finanzamt, wird sich darauf aus meiner Sicht nicht einlassen.

Mal sehen, ob sich @EnnoWarMal, oder @Blackleather noch äußern.

Auf jeden Fall kann ein ggf. entstandener Verlust nicht mit anderen Einkünften verrechnet werden, sondern nur mit Einkünften gem. § 23 EStG, wird aber vorgetragen, für den Fall, dass solche Einkünfte in den nächsten Jahren entstehen.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Ich sehe keinen Anlass zur Besorgnis bei den Achtiktenkosten, Stichwort "vergebliche Aufwendungen".

Kommentar von wfwbinder ,

Wunderbar. DH

Kommentar von EnnoWarMal ,

Auf "Achtiktenkosten" muss man erst mal kommen :-)

Kommentar von wfwbinder ,

Achtitekten sind die, die Häuser entwerfen, bei denen man sagt: Ach, darin kann man wohnen? ;-)

Antwort
von Privatier59, 53

Es handelt sich anscheinend um den Erwerb eines Grundstücks zur Selbstnutzung. Da mindern Aufwendungen zwar die Höhe des spekulativ erzielten Gewinns, sind aber im übrigen steuerlich nicht relevant, insbesondere nicht absetzbar.

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