Gewinn aus Grundstücksverkauf, Kosten durch Hausplanung. Unter dem Strich Verlust. Was kann steuerlich geltend gemacht werden?

2 Antworten

Der steuerpflichtige Gewinn gem. § 23 EStG (privates Veräußerungsgeschäft, fehlerhaft oft als Spekulationsgeschäft bezeichnet), ist der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und Verkaufspreis, abzüglich der Veräußerungskosten.

Also:

Kaufpreis 

+ Notargebühren

+ Grundbuchkosten

+ Grunderwerbsteuer

= Anschaffungskosten

Dieser Betrag ist vom Verkaufspreis abzuziehen. Ausserdem noch ggf. entstandene Veräußerungskosten.

Die Architekturkosten sind aus meiner Sicht etwas heikel. Was war denn der Grund für den Verkauf? konnte das geplante Haus nicht gebaut werden? Wurden die Pläne mitverkauft?

Ich würde es mal versuchen auch abzuziehen, aber das Finanzamt, wird sich darauf aus meiner Sicht nicht einlassen.

Mal sehen, ob sich @EnnoWarMal, oder @Blackleather noch äußern.

Auf jeden Fall kann ein ggf. entstandener Verlust nicht mit anderen Einkünften verrechnet werden, sondern nur mit Einkünften gem. § 23 EStG, wird aber vorgetragen, für den Fall, dass solche Einkünfte in den nächsten Jahren entstehen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Ich sehe keinen Anlass zur Besorgnis bei den Achtiktenkosten, Stichwort "vergebliche Aufwendungen".

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@EnnoWarMal

Achtitekten sind die, die Häuser entwerfen, bei denen man sagt: Ach, darin kann man wohnen? ;-)

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@EnnoWarMal

Hallo, wo finden wir denn nähere Infos zum Stichwort "vergebliche Aufwendungen", wenn es - wie in diesem und auch in unserem, ähnlich gelagerten Fall, um ein gescheitertes Bauprojekt mit Selbstnutzungsziel ging? Ich finde auf Anhieb nur Informationen über solche vergebliche Aufwendungen, wenn es um Vorhaben mit Gewinnerzielung ging, dies ist aber hier nicht der Fall.
Konkret ist unser Bauvorhaben mit dem Ziel der Eigennutzung wegen Erschließungsproblemen gescheitert und sind neben Grundstückserwerb und üblichen Nebenkosten auch Erschließungskosten, Planungskosten, Bereitstellungszinsen, Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank bei Kreditrückgabe sowie Anwalt- und Gutachterkosten im Zusammenhang mit Versuchen, doch noch eine Baugenehmigung zu erwirken, angefallen. Jetzt wollen wir das Grundstück verkaufen und dabei natürlich möglichst alle im Zusammenhang mit dem Scheitern unseres Vorhabens entstanden Kosten mit dem Verkaufserlös verrechnen. Was von den oben genannten könnte ich wohl als "vergebliche Aufwendungen" angeben und auf welche Rechtsgrundlage mich dabei berufen? Viele Dank!

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@kazazi

Guten Abend, erscheint es mir nur so, oder seid Ihr wirklich etwas unflexibel?

Ihr hattet ein Projekt "Bau Eigenheim." Dafür habt Ihr ein Grundstück gekauft, Anschaffungskosten gehabt und Planungskosten.

Dann wurde dieses Projekt unmöglich wegen Erschließungsproblemen.

Das sind Eure Anschaffungskosten, die vom Veräußerungspreis abzuziehen.

Falls es damit Probleme gibt könnt Ihr euch wegen der REchtsbehelfe an @EnnoWarMal, @blackleather, oder mich wenden.

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@wfwbinder

Vielen Dank @wfwbinder. Tut mir leid, wenn das wie eine doofe Frage wirkt, aber für (steuer)rechtliche Laien wie mich sind diese Sachen nicht so offensichtlich und meine Recherche hatte halt, wie oben beschrieben, auch nix eindeutiges ergeben. Es ist toll, dass man Ihr hier Rat anbietet! Daher zur Vergewisserung nochmal die Rückfrage: Planungskosten, Vorfälligkeitszahlungen an Bank etc. sind alles Teil der Anschaffungskosten, und auf einen gesonderten Punkt "vergebliche Aufwendungen" braucht man nicht eingehen? Vielen Dank!

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Es handelt sich anscheinend um den Erwerb eines Grundstücks zur Selbstnutzung. Da mindern Aufwendungen zwar die Höhe des spekulativ erzielten Gewinns, sind aber im übrigen steuerlich nicht relevant, insbesondere nicht absetzbar.

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