Gewerbesteuer - Einkommensteuer

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Um auch noch mal etwas Senf dazuzugeben:

Die GewSt und die ESt sind natürlich nicht so voneinander losgelöst, wie Mr. Spock uns das erzählen will. Denn Bemessungsgrundlage für die GewSt ist der Gewerbeertrag, und der richtet sich nach den Vorschriften des EStG und dazu noch nach denen des GewStG. Die Bemessungsgrundlage für die GewSt kann also vom zvE abweichen.

Um hier noch mal den von wfwb beschriebenen § 35 EStG anzuführen:

Der besagt, dass das 3,8fache des Gewerbesteuermessbetrags abgesetzt werden kann, jedoch nur bezogen auf die gewerblichen Einkünfte und begrenzt auf die Höhe der ESt und der GewSt.

In deinem Beispiel führen die 8.300 GewSt zu einem Messbetrag von 2.025 Euro, wenn es Berlin ist (Hebesatz 410). Das 3,8fache davon ist 6.075.

Unterstellt man, dass die zu zahlende Einkommensteuer ausschließlich aus gewerblichen Einkünften stammt, wird sie um 5.400 reduziert und du kommst zu einer Steuerlast von Null bei der Einkommensteuer.

Auf den 2.900 bleibst du sitzen.

genau, paßt zu meinem Beispiel aus der anderen Frage.

Aber es ist natürlich der feine Unterschied von: "kann ich mir die Gewerbesteuer von der Einkommensteuer abziehen," zu "ermäßigt das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrages die Einkommensteuer" zu beachten.

Wie auch der Unterschied von "die Steuer auf die gewerblichen Einkünfte" zu "der Einkommensteuer soweit sie auf den Anteile der gewerblichen Einkünfte am zuversteuernden Einkommen entspricht," zu beachten ist.

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§ 35 EStG

Die Anrechnung erfolgt nur auf die anteilig auf die Einkommensteuer die anteilig auf die geweblichen Einkünfte entfällt und ist auf die Höhe dieser Einkommensteuer beschränkt.

Also in Deinem Beispiel, Einkommensteuerschuld null Euro, aber keine Erstattung.

Nehmen wir an, die Einkommensteuerschuld wäre 10.300,- Euro, aber die Einkünfte wären zu je 50 % aus Gewerbebetrieb udn aus einer anderen Einkunftsart, dann würden auch nur die 5.150,- Euro, die auf die gewerblcihen Einkünfte entfallen auf 0,- gesetzt udn die 5.150,- Euro für die anderen Einkunftsarten müßten trotzdem gezahlt werden.

das ist ja schade :-) Danke für die Auskunft.

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Auweia. ESt und GewSt sind zwei Paar Schuhe.

Die ESt richtet sich nicht nach dem Gewinn aus Gewerbebetrieb, sondern nach dem zu versteuernden Einkommen.

Die GewSt richtet sich ... na umgekehrt.

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Vielleicht noch der vollständigkeit halber, hier wurde in der Frage von der anzurechnen der Gewerbesteuer als "gezahlte Gewerbesteuer" geschrieben.

Angerechnet wird das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrages. Wer also in einer Stadt mit einem Hebesatz von eventuell 420 % seinen Gewerbebetrieb hat, kann natürlich nicht die gezahlt Gewerbesteuer anrechnen.

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Besteuerung von Auslandsrenten und Abfindung?

Mir werden seit fast 2 Jahren diese Fragen gestellt, aber nirgendwo im Internet finde ich verständliche Antworten. 1.a) Ein Deutscher arbeitet ein paar Jahre in England, zahlt dort in die Rentenversicherung ein, geht wieder zurück nach Deutschland und bekommt im Alter eine kleine Rente aus England (unversteuert), die in Deutschland ebenfalls nicht versteuert wird, sondern dem Progressionsvorbehalt unterliegt. 1.b) Er arbeitet anschließed in Deutschland viele Jahre für Kanada und zahlt ganz normal in die deutsche Rentenversicherung ein. Als er in Rente geht, bekommt er natürlich die deutsche Rente, aber zusätzlich auch eine in Kanada nicht versteuerte Einmalzahlung seines Rentenanspruches der kanadischen „Volksrente“ OAS, die aus Steuergeldern finanziert wird und somit beitragsfrei ist. Diese Rentenzahlung soll nun in Deutschland versteuert werden. Frage: Weshalb einmal Progressionsvorbehalt und einmal Versteuerung? Es besteht für beide Länder ein Doppelbesteuerungsabkommen. 2.) Die kanadische Regierung zahlt ihren Angestellten, wenn sie das Beschäftigungsverhältnis beenden, eine Abfindung , auch wenn man in Rente geht. In Deutschland gibt es sowas nicht, trotzdem heißt die Zahlung explizit „Abfindung“. Sie richtet sich nach deutschen Gepflogenheiten, d.h. ½ Monatsgehalt pro gearbeitetem Jahr, bis zu einem Maximum von 12 Monatsgehältern nach 24 Jahren. Diese Zahlung sieht das Finanzamt als "Arbeitslohn für mehrere Jahre" an und will sie entsprechend versteuern. Frage: Wird ein Arbeitslohn höher als eine Abfindung versteuert, oder weshalb kann das Finanzamt eine Zahlung des ehemaligen Arbeitgebers schlicht und ergreifend umdeklarieren und (höher?) versteuern? Versteht jemand diese Steuerangelegenheiten? Über qualifizierte Antworten würde ich mich freuen?

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