Gewerbe: Online Shop = Kundendaten erfassen Pflicht?

2 Antworten

Kundendaten müssen nicht 10 Jahre aufbewahrt werden. Rechnungsabschlüsse schon.

Hier liegt der Unterschied. Der Stand eines Bauern auf dem Markt wird nicht irgendwelche Kundendaten erfasse, jedoch eine wöchentliche oder tägliche Bilanz ausweisen können, wie viele Produkte verkauft wurden, welche Einnahmen bestehen und so fort. Das ist beim Bäcker genauso wie im Supermarkt.

Will ich aber vom Bauern die fünf Zentner Äpfel nach Hause geliefert bekommen (umsonst versteht sich), dann muß ich ihm meine Adresse geben. Viellecht überweise ich ihm den Betrag ja sogar im voraus, d.h. er bekommt auch meine Bankverbindungsdaten.

Gespeichert werden müssen diese dennoch nicht. Es genügt, die Einnahme zu verbuchen. Ein Kunde muß nicht benannt werden.

Man kann sich ein Musikportal vorstellen, in dem sich Nutzer mit irgendwelchen Nicknames registrieren. Selbst die E-Mail-Adresse könnte eine nicht einfach oder überhaupt nicht nachverfolgbare Freemail- bzw. Anonymizer-Mail-Adresse sein. Die Nutzer können dann frei erhältliche Promos herunterladen und anhören. Wenn sie etwas kaufen wollen, geben sie Bezahlmittel an. Das könnten jedoch auch Kreditkarten sein, die nicht ihnen gehören, sondern Mutter, Vater, Onkel oder Oma. Es könnten auch anderweitig an einem Kiosk anonym gekaufte Geschenkgutscheine sein, die dann eingelöst werden.

Das Finanzamt interessiert sich nur für die Geldströme.

Wenn Du in einem gewöhnlichen Supermarkt um die Ecke ein paar Kekse gegen Bargeld kaufst, wird doch auch nur die Transaktion als solche, nicht aber ein vollständiger Datensatz mit Kundenanschrift und -schuhgröße erfasst. Warum sollten also Online-Shops höhere Anforderungen als gewöhnliche Ladengeschäfte haben?

Für den Händler ist die kommerzielle Transaktion im Vordergrund, d.h. werden korrekte Bezahlmitteldaten eingegeben, kann die Lieferung der Ware bzw. Dienstleistung erfolgen. Bei nicht physisch auszuliefernden Waren, z.B. Software, genügt für die Auslieferung eine E-Mail-Adresse bzw. vielleicht sogar nicht einmal dies, denn der Download wird dann direkt angeboten.

Das weitaus größere Risiko für die viele Online-Shops besteht darin, daß die Archivierung der Transaktionen nicht GDPdU-konform erfolgt, d.h. meist nur einfache Backups von Datenbanken etc. verwendet werden. Das Finanzamt könnte hier unbequem werden... allerdings stehen viele Finanzämter mit elektronischen Archivierungsformen und Online-Shops auch auf den Kriegsfuß und sind schon zufrieden, wenn sie ein Backup der Daten vorfinden.

Aber man benötigt doch die Versand-Adresse, das ist doch das Problem. Gerade wenn in ein anderes Land gesendet werden muss. Als ich eine Geschäftsbestellung aus der Schweiz tätigen wollte, hat der Onlineshop www.internetstore.ch auch die kompletten Geschäftsdaten von mir verlangt, weil ich in die Liste der bevorzugten Kunde wollte. Dass sie das allerdings zu Manipulationszwecken benutzen, bezweifle ich.

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@Romax11

Wenn die Versand-Adresse für einen physischen Versand erforderlich ist, muß das natürlich erfaßt und bis zum Abschluß der Transaktion gespeichert werden.

weil ich in die Liste der bevorzugten Kunde wollte

Logisch. Dann werden Dir zukünftig weitere "Informationen" wohl per Post oder E-Mail zugehen. Aber es ist nicht zwingend erforderlich, wenn Du nicht ein Premiumkunde sein möchtest.

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