Gewerbe neu angemeldet / wann muss ich meine Steuererklärung abgeben?

2 Antworten

Für die Erklärung 2017 gilt für Dich der Termin 31. 05. 2018, wenn du verpflichtet bist eine Erklärung abzugeben (z. B. Steuerklassenkombination 3/5).

Für die Sache mit Deinem nebenberuflichen Gewerbe wäre interessant, was Du in Deinem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung angegeben hast. Welchen erwarteten Umsatz? Welchen erwarteten Gewinn?

Es könnte sein, dass Du einen Einkommensteuervorauszahlungsbescheid bekommst.

Für den Fall, dass Ihr eine Steuererstattung erwartet, ohne zu einer Erklärung verpflichtet zu sein, habt Ihr bis zum 31. 12. 2021 Zeit für eine Antragsveranlagung.

Anrufe beim Finanzamt sind nicht zu empfehlen, denn sie geben keine verbindliche Gewissheit. Du kannst heute anrufen und ein genervter Beamter sagt, "natürlich können sie 2 Monate später abgeben" udn in einigen Tagen bekommst Du eine Mahnung, oder gar die Androhung von Verspätungszuschlägen. Wo wäre der Nachweis für die Fristverlängerung?

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Hallo SiHa03,

zunächst einmal Glückwunsch zu deiner nebengewerblichen Gründung. Ich wünsche Dir viel Erfolg.

Zu deiner Frage, ob Du verpflichtet bist bis zum 31.05.2018 deine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann ich dir aufgrund deiner Schilderungen Folgendes sagen.

Es ist korrekt, dass allgemein der 31. Mai 2018 als Abgabetermin für die Steuererklärung 2017 gilt. Aber es gibt Ausnahmen.

Hast Du z.B. im Jahr 2017 nur als Angestellte/ Angestellter auf Steuerklasse 1 gearbeitet und hast sonst keine weiteren Einkünfte, bist Du nicht verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, da Du durch den Lohnsteuerabzug bereits Steuern gezahlt hast. Also brauchst Du in diesem  Fall keine Steuererklärung bis zum 31.05.2018 abgeben.

Bist Du aber verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben, da Du z.B. noch weitere Einkünfte hast oder Du verheiratet bist und ihr die Lohnsteuerklassen 3 und 5 habt, dann bekommst Du automatisch eine Fristverlängerung bis zum 31.12.2018, wenn Du einem Steuerberater eine Beratungsvollmacht erteilst und diese dann an das Finanzamt sendest.

Möchtest Du das nicht, dann kannst Du auch beim Finanzamt anrufen und eine Fristverlängerung für Dich beantragen. Die Chancen darauf, dass Du eine bekommst, würde ich generell als gut  einschätzen. Es kommt aber sicherlich immer auf den Einzelfall drauf an.

Bei Rückfragen melde Dich gerne bei mir.

Wenn meine Antwort hilfreich für Dich war, würde ich mich freuen, wenn Du meine Antwort entsprechend bewerten würdest.

Viel Erfolg und viele Grüße,

Jens Mansholt

"dann kannst Du auch beim Finanzamt anrufen" - keine solchen Ratschläge bitte.

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@correct

Hi, also nicht da anrufen?

Tatsächlich haben wir letztes Jahr geheiratet und in LSK 3 und 5 gewechselt.

Danke und Grüße

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@SiHa03

Nein, nicht da anrufen. Das ist ein Finanzamt (setzt Steuern fest).

Für´s Telefonieren werden andere bezahlt.

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@SiHa03

Hallo SiHa03,

zunächst einmal könntest Du planen (Schritt-für-Schritt) deine Steuererklärung bis zum 31.05. fertig zu stellen und fristgerecht beim Finanzamt einzureichen. Wenn Du im Mai merkst, dass Du es aber doch nicht schaffst, kannst Du dann immer noch eine Fristverlängerung beantragen.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist es bei Fristverlängerungsbegehren, wie in deinem Fall, von Vorteil die Kommunikation mit dem Finanzamt zu suchen. Denn für eine Fristverlängerung besteht kein gesetzlicher Anspruch, sondern sie liegt im Ermessen des Finanzamtes. Wenn Dein Sachbearbeiter nun von Dir persönlich eine klare Begründung erhält, warum es Dir nicht möglich ist deine Steuererklärung bis zum 31.05.2018 abzugeben, dann erhältst Du auch eine Fristverlängerung (meistens sogar bis zum 30.09.). Kommunikation ist hier Trumpf. Ich stimme „correct“ und „wfwbinder“ aber zu, dass eine nur mündliche Fristverlängerung Unsicherheiten bergen. Von daher schiebe ich immer im Nachgang zu dem Telefonat einen schriftlichen Fristverlängerungsantrag direkt zu dem Sachbearbeiter, mit dem ich gesprochen habe, nach. Falls kein Ablehnungsschreiben kommt, ist die Fristverlängerung genehmigt.

Ein Blick in das Gesetz erleichtert die Rechtsfindung. :-) Die Rechtsnorm zur Abgabe der Einkommensteuererklärungen bildet der § 149 AO und nach Absatz 2 gilt: "Soweit die Steuergesetze nichts anderes bestimmen, sind Steuererklärungen, die sich auf ein Kalenderjahr oder einen gesetzlich bestimmten Zeitpunkt beziehen, spätestens fünf Monate danach abzugeben". Also der 31.05. Übrigens gelten ab der Steuererklärung 2018 neue Fristen. Gemäß § 109 AO können (Ermessensentscheidung!) Fristen zur Einreichung von Steuererklärungen und Fristen, die von einer Finanzbehörde gesetzt sind, verlängert werden. Sind solche Fristen bereits abgelaufen, so können sie ggf. auch rückwirkend verlängert werden.

Fazit:

Versuche Deine Steuererklärung bis zum 31.05. fertigzustellen, da dies Deine gesetzliche Abgabefrist ist. Wie auch richtig erkannt von wfwbinder. Grund ist, dass ihr die Steuerklassen 3/5 habt.

Falls Du es nicht schaffst, kläre im Mai eine Fristverlängerung zunächst telefonisch mit deinem Sachbearbeiter ab und schicke einen schriftlichen Fristverlängerungsantrag nach.

Zitat wfwbinder:

Für den Fall, dass Ihr eine Steuererstattung erwartet, ohne zu einer Erklärung verpflichtet zu sein, habt Ihr bis zum 31. 12. 2021 Zeit für eine Antragsveranlagung.

Bei der Steuerklassenwahl 3/5 seid ihr verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Nachzulesen in § 56 Satz 1 Nr. 1b EStDV in Verbindung mit § 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG. Von daher trifft die Ausnahme, wie von wfwbinder korrekt beschrieben, leider für euch nicht zu.

Zudem ist es häufiger der Fall, dass bei einer Steuerklassenwahl von 3/5 eine Steuernachzahlung zu erwarten ist. Insbesondere dann, wenn Du keine hohen Werbungskosten/Sonderausgaben/Außergewöhnliche Belastungen etc. hast. Bitte berechne also genau, was bei deiner Einkommensteuererklärung heraus kommt, damit Du weißt, was auf Dich zu kommt, wenn der Steuerbescheid vom Finanzamt kommt.

Melde Dich gerne, wenn noch etwas unklar ist.

Falls ich Dir mit meiner Antwort weiterhelfen konnte, bewerte gerne meine Antwort. Vielen Dank.

Viele Grüße,

Jens Mansholt

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@StBMansholt

"Von daher schiebe ich immer im Nachgang zu dem Telefonat" -

und bin deshalb dort sehr unbeliebt.

Langes Blabla - kurzer Sinn - einfachstes Schreiben - fertig

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würde ich mich freuen, wenn Du meine Antwort entsprechend bewerten würdest.

Ich hab das gemacht, also bewertet.

Fast perfekte Antwort, nur in Bezug auf das Anrufen muss ich "correct" zustimmen. Man ruft aus mehreren Gründen nicht beim Finanzamt wegen sowas an.

  1. Es nervt, wenn man aus der Arbeit herausgerissen wird.
  2. Man kann ein Telefonat nicht beweissicher ablegen.
  3. Der Nächste fragt, wann endlich sein Bescheid kommt. ("Sorry, ich hab den halben Tag unnütze Telefonate geführt.")
  4. Es nervt, wenn man aus der Arbeit herausgerissen wird.

Man schreibt einen Zweizeiler. Die Tante im Finanzamt schreibt einen zurück. Fertig.

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