Gewerbe, ja oder nein?

3 Antworten

Hallo. Es gibt einen Katalog im Einkommensteuergesetz (Paragraph 18), schau mal nach, wo alle freiberuflichen Tätigkeit and, die keinen Gewerbeschein benötigen aufgelistet sind. Ob Grafik die sein oder andere Tätigkeiten in dieser Art, dazu gehören weiß ich nicht. Schau mal nach.

Kellnern gehört definitiv nicht dazu. Dafür brauchst du einen Gewerbeschein wenn du als Unternehmer Rechnungen schreiben möchtest. Privat kann man keine Rechnungen an eine Firma schreiben. Dann muss sie dich schon zum Kellnern einstellen. Diese Regelungen sollen auch verhindern, oder sollten in der Vergangenheit verhindern, dass Auftraggeber für einen Dienst Menschen ohne Sozialversicherung, oder Absicherung beschäftigen. Dafür gibt es auch die Regelung der kurzfristigen Beschäftigung, allerdings darf die nicht mehr als 70 Tage im Jahr betragen. Auf der Seite der Knappschaft.de gibt es dafür die Informationen.

Des weiteren gibt es einen Richtlinien-Katalog, der die Schein-Selbstständigkeit (selbstständige Köche und Kellner) definiert. Wenn du deinen hauptsächlichen Umsatz mit nur einem Auftraggeber, erwirtschaftest, (Ein sechstel Regelung) und du eingebunden bist in die Weisung und Dienstpläne des Arbeitgebers, dann liegt eine faktisches Arbeitsverhältnis vor und keine Unternehmer-Tätigkeit.

Wenn Du als Kellnerin gewerblich arbeiten willst (Gefahr Scheinselbständigkeit dürfte aber durch die 2. Selbständigkeit vermindert sein), hast Du einen zweiten Betrieb neben Deiner freiberauflichen künstlerischen Tätigkeit.

Als Unternehmerin im umsatzsteuerlichen Sinn, gibt es Dich nur einmal, da wird es zusammen gezogen.

Aber vermutlich bist Du hoffentlich sowieso Regelbesteuerin.

Bis jetzt habe ich noch keine Rechnungen geschrieben.

'Als Unternehmerin im umsatzsteuerlichen Sinn, gibt es Dich nur einmal, da wird es zusammen gezogen.' was heißt das genau?

Also brauche ich für meine künstlerische Tätigkeit kein Gewerbe, nur eine neue Steuernummer (fragebogen zur steuerlichen erfassung ausfüllen beim finanzamt), für die des kellnerns schon (gewerbe beantragen + gleiche steuernummer)?

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@ronja123

Du musst im Katalog der freien Berufe genau gucken ob dein Job als Grafikdesigner darunter fällt. Da guckt das Finanzamt schon ganz gerne genauer hin, ob du nicht eventuell doch einen Gewerbeschein, und somit auch gewerbesteuerpflichtig, benötigst. Die Umsatzsteuer musst du in jedem Fall gesammelt einreichen. Du kannst ja auch fünf verschiedene Gewerbe betreiben, du musst aber umsatzsteuerlich, wie schon hier dir geantwortet wurde zusammen gefasst einreichen. Steuerlich bist du ja in deinem beschriebenen Fall nur „ein Mensch“. Es sei denn du gründest eine Kapitalgesellschaft, dann hättest du sowohl als Freiberufler eine Steuernummer und deine Firma als juristische Person eine gesonderte eigene Steuernummer.

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@ronja123
Also brauche ich für meine künstlerische Tätigkeit kein Gewerbe, nur eine neue Steuernummer (fragebogen zur steuerlichen erfassung ausfüllen beim finanzamt

Nein, es reicht eine Steuernummer, auch wenn Du zwei Betriebe hast. Es ist eben eine Anlage EÜR deren Ergebnis über die Anlage "G" in die Einkommensteuererklärung kommt und eine zweite Anlage EÜR, deren Ergebnis über die Anlage "S" in die Einkommensteuererklärung kommt.

Die Summe der Einnahmen aus beiden, ist dann der Umsatz, der in die Umsatzsteuererklärung kommt, weil umsatzsteuerlich ist es ein Unternehmen mit zwei Betrieben.

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@ronja123
was heißt das genau?

Viel Spaß, wfwbinder! Du fängst beim Urschleim an und ich bin hier wech.

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Als Designer bist du Freiberufler da reicht eine Meldung ans Finanzamt.
Als Kellner bist du gewerblich, da brauchst du einen Gewerbeschein.

Am besten machst du das was du am besten kannst. Da reduziert deinen administrativen Aufwand.

Nochbesser wäre es wenn deine Auftraggeber das einfach als "400 Euro Nebenjob" abrechnen. Da du noch kellnern musst, bist du ja so billig das die das gerne machen werden.

Klar kann man einfach Rechnungen schreiben. Das Gewerbeamt wird dann eben ein Bussgeld erlassen, das Finanzamt nach ein paar Jahren Steuererklärungen. Die brauchen alle meiste 1-2 Jahre bis Sie es merken was deine Kumpel treiben

Was sind meine Pflichten, wenn ich als Kleinunternehmer einen Auftrag berechnen möchte, der außerhalb des ursprünglich angemeldeten Arbeitsfelds liegt?

Hintergrund: Ich habe Anfang des Jahres den Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung ausgefüllt und ans Finanzamt geschickt. Hatte damit eine Steuernummer beantragt (keine UstId-Nr., da ich keine Rechnungen außerhalb Deutschlands schreiben muss) und meine Tätigkeit als Kleinunternehmer angemeldet. Bei den Feldern zur Tätigkeit habe ich Grafik-/Web-Designer angegeben. Dabei handelt es sich um einen Katalogberuf, daher musste ich kein Gewerbe anmelden. Ich berechne auf meinen Rechnungen auch keine Umsatzsteuer, da ich wie gesagt von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch mache.

Nun habe ich jedoch einen Auftrag in Aussicht, der in einem anderen Tätigkeitsfeld liegt (Photographie). Was bedeutet das für mich hinsichtlich Abrechnung & Verpflichtungen? Muss ich mich proaktiv beim Finanzamt melden und ihnen mitteilen, dass ich diese Tätigkeit außerhalb des ursprünglich angegebenen Spektrums übernehmen möchte? Müsste ich dafür nun doch ein Gewerbe anmelden? Oder kann ich diese Tätigkeit wie gehabt über meine bestehende Steuernummer abrechnen? Allgemeiner formuliert: Welche Auswirkungen auf meinen steuerrechtlichen Status hätte dieser Auftrag sonst?

Zusätzliche Infos: Ich arbeite hauptberuflich in einem Lohnarbeitsverhältnis, die freiberufliche Arbeit ist nur nebenberuflich und geringfügig (ich würde auch mit diesem potenziellen Auftrag weit unter der 17.500€ Grenze bleiben). Zur Zeit habe ich nebenher keine weiteren Aufträge, möchte mir diese Möglichkeit aber weiter offen halten.

Vielen Dank im Voraus!

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