Gesetzlich krankenversichert als nicht hauptberuflich Selbständiger

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Als hauptberuflich Selbständiger wird man in der Regel in Höhe der BBG eingestuft, d.h. man zahlt, wenn man sich darum kümmert, über 600 Euro/Monat.

Verdient man als Selbständiger aber weniger als die BBG, kann man auf Antrag auch anhand des tatsächlichen Einkommen (Ekst-Bescheid) eingestuft werden, zahlt dann aber mindestens den Mindestbeitrag, etwas über 300 Euro/Monat.

Als nebenberuflich Selbständiger (Kriterien beachten!) kann der Beitrag noch einmal gesenkt werden, nämlich auf ca. 150 Euro. Hier zählen dann aber ALLE Einkünfte (also auch Kapitaleinkünfte), die dann in der Summe nicht über 922 Euro/Monat (also ca. 11.000 Euro/Jahr) liegen dürfen. Zumindest von der Summe könnte dies für den Fragesteller in den meisten Fällen klappen. Ein weiteres Kriterium ist die wöchentliche Arbeitszeit. Sie muss auf jeden Fall unter 19,5 Std. (oder 15 Std.?) liegen. Besser einmal bei der KK nachfragen!

Die Zeit für die Beschäftigung mit den eigenen Kapitalanlagen spielt keine Rolle und interessiert niemand. Hier zählen nur die Einkünfte.

Also - meiner Meinung nach: Ein Beitrag von ca. 150 Euro wäre machbar. Alle Angaben sind nur gerundet, die Werte ändern sich immer leicht von Jahr zu Jahr und müssten ggfs. einmal aktuell bei der KK geprüft werden. Und die PV kommt immer noch hinzu!

Achja: Eine "neue Regelung" ist dies nicht. Ich denke, dies ist nur eine nette Formulierung für: "Wir haben Ihnen jahrelang einen viel zu hohen Beitrag abgeknöpft, den wir auch auf keinen Fall zurückzahlen werden. Aber jetzt hat irgendein interner Prüfer gemerkt, dass dies nicht so ganz in Ordnung ist..."

Gruß, Peter Ranning P.S.: Ich zahle selber momentan auch nur den Mindestbeitrag. Allerdings nicht mehr lange, dann werden meine Kapitaleinkünfte zu hoch werden. Mehr Infos zu mir über mein Profil.

Vielen Dank für die Antwort. Zu: "Die Zeit für die Beschäftigung mit den eigenen Kapitalanlagen spielt keine Rolle und interessiert niemand": bin ich mir nicht sicher, ob da nicht irgendein Sachbearbeiter beim Finanzamt mal auf die Idee kommen könnte, dies als eine Gewerbetätigkeit einzustufen oder Umsatzsteuerpflicht festzulegen. Zu: "Neue Regelung": ich VERMUTE dass sich die Barmer GEK auf folgendes bezieht: http://www.haufe.de/personal/entgelt/neue-kriterien-fuer-selbststaendige-ab-juli-2013_78_190036.html (Neuregelung für Selbständige ab Juli 2013)

PS: der Blog ist sehr interessant, werde ich mir bei Gelegenheit einmal näher anschauen!

0
@gurusucher

naja,es ist keine Gesetzesänderung, sondern eine Modifikation bei den empfehlenden Richtlinien.

Dass ein Arbeitnehmer kein k.ö-Kriterium mehr ist, ist wirklich neu. Hier aber nicht zutreffend.

Es bleibt dabei: Gesamtschau der Verhältnisse. Eigene Kapitalanlagen sind kein Gewerbe, da wäre ih entspannt.

1

"Als nebenberuflich Selbständiger (Kriterien beachten!) kann der Beitrag noch einmal gesenkt werden, nämlich auf ca. 150 Euro. Hier zählen dann aber ALLE Einkünfte (also auch Kapitaleinkünfte), die dann in der Summe nicht über 922 Euro/Monat (also ca. 11.000 Euro/Jahr) liegen dürfen. Zumindest von der Summe könnte dies für den Fragesteller in den meisten Fällen klappen. Ein weiteres Kriterium ist die wöchentliche Arbeitszeit. Sie muss auf jeden Fall unter 19,5 Std. (oder 15 Std.?) liegen. Besser einmal bei der KK nachfragen! ... Ein Beitrag von ca. 150 Euro wäre machbar...."

Z.Z. zahle ich über 350 Euro im Monat. Wenn dies auf 150 Euro sinken würde, wäre es natürlich ein Riesen-Fortschritt. Werde mal in den nächsten Tagen bei der Krankenkasse vorbeischauen. Nochmals danke für die Hinweise!

0
@gurusucher

Dann schreib doch nach deinem Besuch bei der KK hier mal was über das Ergebnis des Besuches. Ist sicher für andere in einer ähnlichen Situation sehr interessant.

2

Ich verstehe: der Fragesteller ist selbstständig in der Computerbranche und es gibt keinen Arbeitgeber.

Er hat uns leider auch nicht verraten, wieviel er bisher zahlt.

Sicher ist: es werden als nicht hauptberuflich selbstständiges freiwilliges Mitglied alle Einkünfte herangezogen. Das kann aber bei den genannten Beträgen weniger sein als die für Selbstständige üblichen Mindestbeiträge. (Kann man davon leben ?)

Was mich am meisten beschäftigt: welche neue Regelung ist gemeint ?

Viel Glück

@barmer: a) bezgl. der neuen Regelung zitiere ich mal "Die Barmer GEK", welche mir vor einigen Tagen ein Schreiben geschickt hatte: "... Möglicherweise können Sie von einer neuen Regelung profitieren, nach der wir Sie künftig als nicht hauptberuflich selbständig tätiges Mitglied einstufen können. Dies hängt neben der Höhe der Einnahmen hauptsächlich davon ab, wie viel Zeit Ihre selbständige Tätigkeit einnimmt und welche wirtschaftliche Bedeutung diese für Sie hät ... Eine Änderung kann finanzielle Vorteile für Sie bringen. Ist eine selbständige als nicht hauptberuflich anzusehen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie zahlen niedrigere Beiträge oder ... Möglichkeit in die kostenlose Familienversicherung zu wechseln..." b) seit Anfang 2014 zahle ich ca. mtl. 356 Euro für Krankenkasse incl. Pflegeversicherung. c) davon leben: ja das kann man, wenn man: gerne rechnet (im Kopf, mit Excel-Tabellen u.v.a.m.), sich sehr für Finanzen und Kapitalanlagen interessiert, sich im Internet richtig gut auskennt (zB in punkto Vergleichsportalen), es einem Spaß macht sicht mit dem Thema "Kostenersparnis" bei jeder Gelegenheit zu beschäftigen, viel Geduld hat (z.B. für den An- und Verkauf von Klein-Immobilien) und manchmal auch nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" agiert (Stichworte: Bankhopping, Sonderangebote etc). Und vor allem, wenn einem der Verzicht auf Luxus- und Schickimick-Artikel (Klamotten, teure Autos, Angeber-Smartphones etc.) nichts ausmacht. Also meine Wenigkeit kann auch mit deutlich weniger als 1000 Euro gut leben. Für 99% der Bevölkerung gilt das aber anscheinend nicht, wenn man div. Berichten im TV glauben schenkt.

0

Krankenkassenbeiträge als nebenberuflich Selbstständiger?

Ich erziele meine Einkünfte als Kameramann in den lezten Jahren hauptberuflich als Angestellter in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Diese sind projektabhängig befristet. In den Zeiten zwischen zwei Arbeitsverhältnissen bin ich arbeitssuchend und lebe entweder von Leistungen der Agentur für Arbeit oder – falls ich keinen Leistungsanspruch habe - von den Ersparnissen der zurückliegenden Einkünfte! Vereinzelt kann es in Ausnahmefällen zu tageweisen Einkünften kommen, für die ich nebenberuflich Rechnungen stelle um die Zeiten zwischen den Angestelltenverhältnissen zu überbrücken. Diese Einkünfte liegen aber nachweislich deutlich unter meinen Einkünften als Angestellter. In den Zeiten der Nichtbeschäftigung versichere ich mich freiwillig in der Krankenkasse. Nun fordert die Krankenkasse eine sehr hohe Beitragszahlung für die vergangenen Monate. Offenbar hat sie mich als hauptberuflich Selbständig eingestuft. Zudem hat sie die Einkünfte aus meiner selbstständigen Tätigkeit und den sozialversicherungspflichtigen Beschäftighungsverhältnissen addiert und auf 12 Monate umgerechnet. So liege ich monatlich immer über der Beitragsbemessungsgrenze. Ist das korrekt? Muss nicht von einer nebenberuflichen Tätigkeit ausgegangen werden (weniger Einkommen als bei meinen Angestelltenverhältnissen, wenige Stunden in der Woche, keine Angestellten) und müssen dann nicht die Einkommen die ich als Angestellter ( für die ich dann auch direkt Krankenkassenbeiträge zahle) und nebenberuflich Selbständiger getrennt voneinander betrachtet werden? Danke für ihre Antwort!

...zur Frage

Hausfrau und nebenberuflich selbstständig als "Künstlerin"?

Hallo!

Momentan bin ich Hausfrau und lebe momentan vom Einkommen meines Mannes. Ich male gerne, habe schon ausgestellt, Bilder für die Familie gemalt... nun kommen immer mehr potentielle "Kunden", die gerne ein Bild hätten.

Eigentlich wollte ich mich hauptberuflich selbstständig als Künstlerin machen, aber daraus wird wie ich befürchte nichts. Zum einen bin ich gesundheitlich eingeschränkt (Rheuma), kann also nicht mehr wie 1 - 2 Bilder pro Monat malen. Leben davon kann ich also nicht und ich denke nicht, das sich meine gesundheitliche Situation auf Dauer bessert. Ein weiterer Nachteil wäre, das ich aus der Familienversicherung fliege, und eine Aufnahme in der Künstlersozialkasse auch fraglich ist (zumindest nach dem, was ich alles darüber gefunden habe).

Man gab mir nun den Tipp, mich doch nebenberuflich Selbstständig zu machen. Bleibe ich unter dem monatlichen Einkommen von 365€ (und weniger als 18 Arbeitststunden die Woche), kann ich in der Familienversicherung bleiben. Da bleibe ich auf jeden Fall drunter!

Meine Fragen nun:

Wie und was melde ich dem Finanzamt? Ich möchte keinesfalls, das die mich als hauptberuflich Selbstständig einstufen. Geht nebenberuflich denn als "Künstlerin" überhaupt? Da ich Bilder male, muss ich auch kein Gewerbe anmelden, soweit habe ich das schon begriffen.

Wie und was melde ich der Krankenkasse? Ich habe gelesen, das man auch dort aufpassen muss, das auch die einen nicht als hauptberuflich Selbstständig einstufen.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

LG, Katharina

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?