Generalvollmacht für Freundin gegen notariellen Erbvertrag der Ex?


08.02.2020, 23:18

Die neue Freundin ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht erbberechtigt, sie hat "lediglich" die handschriftliche Generalvollmacht. Die Exfreundin steht im Erbvertrag als vollumfängliche Alleinerbin drin. Bekannt ist, dass neben einer Immobilie noch Geldvermögen vorhanden sind/waren. Allerdings stehen dagegen auch reichlich,tlw.öffentliche, Schulden. Daher die Frage, ob die neue Freundin einfach das Vermögen verfügen darf und die Schulden dann an der Erbin hängen bleiben, es sei denn, sie würde ausschlagen. Was ohne das Vermögen vermutlich die einzig mögliche Reaktion wäre.

2 Antworten

Ich bezweifel, dass eine Bank diese handschriftliche Vollmacht akzeptieren wird. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Banken diese auf eigenem Vordruck wollen! Außer es ist eine notariell beglaubigte Generalvollmacht, dass ist was anderes. So würde ich mir aber keine Sorgen machen. Außerdem kann man die Bank bereits informieren, dass Person X verstorben ist und man einen notariellen Erbvertrag hat und eventuelle Vollmachten widerruft, bis die Sache geklärt ist.

Das scheint mir eine eher akademische Frage zu sein. Aus Erfahrung weiß ich, dass Banken dazu tendieren nur Vollmachten anzuerkennen die auf bankeigenen Formularen abgegeben wurden und das ist ja nun nicht mehr möglich.

Außerdem sperrt die Bank Konten bis der Erbe sich durch geeignete Unterlagen wie notarielles Testament oder Erbschein legitimiert hat.

Allerdings sehe ich bei der bestehenden Konstellation einigen Ärger auf die Beteiligten zukommen. Wäre schon interessant zu erfahren, was genau im Erbvertrag vereinbart worden ist. Je nach dessen Formulierung und der Höhe des Vermögens kann man sich ein Jahrzehnt vor Gericht über die Erbfolge streiten.

Eine Vollmacht gibt nur Befugnisse im Außenverhältnis. Sie gibt keine materiell-rechtlichen Ansprüche.

Klingt vielleicht kompliziert, daher noch die Erläuterung dazu: Zu der Frage wer Erbe sein kann trifft eine Vollmacht überhaupt keine Aussage. Wenn die aktuelle Freundin nicht ausdrücklich als Erbin ernannt wurde und wenn der ja verbindliche Erbvertrag keine Ausstiegsklausel vorsieht oder aus sonstigen Gründen nicht mehr wirksam sein sollte, ist die Ex-Freundin Erbin.

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