Gemeinsame Schulden der Euro-Staaten (Euro-Bonds etc.), was spricht aus Sicht von D dafür und dagegen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da es bei Eurobonds eine solidarische Haftung für die Rückzahlung gibt, ist immer das Land der Dumme, welches sich bemüht hat, solvent zu bleiben.

Oft wird gefragt, ob man einem Freund Kredit geben soll. Die Antwort ist Nein, denn man verliert entweder den Freund oder das Geld oder beides. Unter Staaten ist das nicht anders.

Wer helfen will der schenkt oder hilft durch Taten. Aber hier mault der Pöbel ja schon, wenn ein paar Kranke aus Italien oder Frankreich in deutsche Krankenhäuser gebracht werden.

Ich kaufe ein "d".

Gemeinsame Schulden von Partnern, die keine gemeinsame Einnahme- und Ausgabepolitik haben, ist immer schwierig. Machen wir es mal einfach und nehmen wir nur Deutschland, Italien und Griechenland als gemeinsame Bond-Emittenten. Es werden 3 Mrd. EUR eingenommen, davon bekommen alle drei jeweils 1 Mrd. EUR. Griechenland kauft sich mehr Waffen und Panzer, Italien vergibt großzügig Steuergeschenke. Beide sind nicht auf mittelfristige Sicht durch Gegenfinanzierung gedeckt. Es kommt zum Ausfall. Der Schaden für ein finanzstarkes Land ist dann höher, da man den finanzschwachen nicht wirklich in die Tasche greifen kann. Ähnliches passiert im Prinzip auch, wenn die EZB schlechte Anleihen aufkauft oder TARGET2-Salden geparkt werden. Das Geld ist praktisch weg. Daher ist der andere Weg einer Einräumung eines Mitspracherechts bei der Haushaltsgestaltung und der Ausgabenplanung für Profiteure von Euro-Bonds besser, denn so können Risiken ausgabefreudiger Staaten reduziert werden.

Gleiches gilt auch für Rücklagen im Bankensystem. Gerne würden manche Staaten in der EU die Rücklagen Deutschlands mit anzapfen, indem man sie vergemeinschaftet in einem großen Topf, in den jedoch verschiedene Länder unterschiedlich einzahlen werden.

Es wäre ok, eine solidarische, gemeinschaftliche Haushalts-, Steuer- und Ausgabepolitik in der EU mit gemeinsam ausgegebenen Euro-Bonds zu verbinden. Dagegen stehen jedoch die teils massiv unterschiedlichen Nationalinteressen der Mitgliedsstaaten. Also werden sich die stabileren, finanzkräftigeren Länder weiter gegen eine Vergemeinschaftung von Risiken und Schulden wehren. Die einen können sich schwarze Nullen leisten, die anderen steuern weiter ins Minus und geben munter Geld aus, das sie nicht haben.

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