Gelder, die ein 20-jähriger Schüler erhält (Eigene Wohnung)

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4 Antworten

Zum BAföG (das ist bundeseinheitlich geregelt):

So lange Du bei Deinen Eltern - oder einem Elternteil - wohnst, ist BAföG definitiv nicht drin.

Womöglich aber auch dann nicht, wenn Du ausziehen solltest. In der Regel ist BAföG dann grundsätzlich nur möglich, wenn die konkret besuchte oder eine vergleichbare Schule, die Dich auch aufgenommen hätte, nicht in zumutbarer Zeit von den Wohnungen Deiner Eltern aus erreichbar ist (bei tgl. insgesamt mehr als 2h hin und zurück mit dem ÖPNV, bei regelmäßigen Verkehrsverhältnissen); die konkrete Entfernung in Kilometern ist irrelevant. In aller Regel kommt es also auf ausbildungsbedingte Gründe für den Auszug an. Ein Gymnasium in keiner oder in einer anderen beruflichen Richtung dürfte nicht als vergleichbar gelten. Familiäre oder persönliche Gründe spielen normalerweise keine Rolle. Es sieht also nicht gut aus.

Auf den Wohnsitz Deines Vaters kommt es allerdings dann nicht an, wenn er vor der Volljährigkeit nicht das Sorgerecht hatte.

Zu den Voraussetzungen, die in den Verwaltungsvorschriften zu § 2 Abs. 1a BAföG stehen, kannst Du Dich hier einlesen: http://www.das-neue-bafoeg.de/de/308.php . Wenn Du dazu dann Fragen hast, gerne.

Da die Regelung des § 2 Abs. 1a BAföG nicht ohne ist, empfiehlt sich ohnehin ein Beratungsgespräch beim zuständigen BAföG-Amt (Kreis oder kreisfreie Stadt am Wohnsitz der Eltern; ergeben sich daraus unterschiedliche Zuständigkeiten, geht's nach Deinem Wohnsitz).

Wenn dadurch kein BAföG-Anspruch, gilt der Generalausschluss von HartzIV oder Wohngeld nicht. Mangels Ahnung kann ich Dir zu diesen Leistungen nichts weiter sagen; bin aber skeptisch.

Falls doch BAföG: Die Bedarfssätze stehen im § 12 BAföG (theoretisch auch in den §§ 13a und 14b).

Vom BAföG-Amt werden allerdings definitiv keine einmaligen Hilfen für Kaution, Umzug, Einrichtung o.ä. geleistet.

Das Einkommen Deiner Eltern (nicht das Deines Stiefvaters) ist natürlich grundsätzlich anzurechnen. Das KG wäre nicht anzurechnen, hättest Du wahrscheinlich also zusätzlich.

Ein 400 € Job wäre komplett anrechnungsfrei.

Es kommt darauf an, ob die Schulwegzeit zwei Stunden (hin und zurück) überschreitet. Berücksichtigt werden neben der reinen Fahrzeit noch weitere Zeiten:

"2.1a.3 Für die Frage, ob der Auszubildende eine Ausbildungsstätte von der Wohnung der Eltern aus in angemessener Zeit erreichen kann, ist die durchschnittliche tägliche Wegzeit, nicht die Wegstrecke maßgebend. Eine Ausbildungsstätte ist nicht erreichbar, wenn der Auszubildende bei Benutzung der zeitlich günstigsten Verkehrsverbindungen mindestens an drei Wochentagen für Hin- und Rückweg eine Wegzeit von mehr als zwei Stunden benötigt. Zu der Wegzeit gehören auch die notwendigen Wartezeiten vor und nach dem Unterricht. Die Wegzeit zwischen der Haltestelle des Verkehrsmittels und der Ausbildungsstätte bzw. zurück gilt als Wartezeit. Nach Addition von Hin- und Rückweg ist jeder angefangene Kilometer Fußweg mit 15 Minuten zu berechnen.

Maßgebend sind die regelmäßigen Verkehrsverhältnisse im Bewilligungszeitraum."

Ausziehen kannst Du natürlich, da Du volljährig bist. Allerdings müssen die Eltern das finanziell nicht unterstützen. Sofern sie Dir Unterhalt und Verpflegung bei sich gewähren wollen, kommen sie ihrer Unterhaltsverpflichtung nach.

Du müsstest nachweisen, dass eine Zusammenleben in deren Haus/Wohnung für Dich, ohne dass Dich hierfür ein Verschulden trifft, nicht mehr zumutbar ist. Dann musst Du eine anderweitige Verpflichtung über das Familiengericht klären lassen.

Für ein Fachgymnasium kann es ggf. unterstützung in Form des Schüler-BaföGs geben. Ob du dieses erhälst ist zum Einen von der Schulform, aber auch von deinem Vermögen und dem Verdienst deiner Eltern abhängig. Zuständig ist hier i. d. R. dein zuständiger Landkreis.

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