Gehalt in USD - Waehrungsgewinne

1 Antwort

Es findet in Deutschland zwar keine Vermögensbesteuerung statt, wohl aber eine Gewinnbesteuerung. Diese  greift immer, wenn Du Einkünfte oder Gewinne aus Geschäften hast. Diese betrifft auch den Tausch von Wirtschaftsgütern, z.B. Fremdwährungspositionen.

Dein Gehalt ist bereits im Ausland versteuert. Der Nettobetrag wird auf das USD-Konto überwiesen. Dieses Vermögen wird in Deutschland nicht weiter besteuert, solange Du im ausländischen Staat steuerpflichtig bist (sofern entsprechende DBA mit diesem Staat bestehen).

Gewinne aus Devisengeschäften sind zu versteuern, wenn zwischen Erwerb und Verkauf weniger als 12 Monate liegen, da Devisen als Wirtschaftsgut gelten und damit private Veräußerungsgeschäfte vorliegen.

Damit gibt es mindestens zwei Tücken:

- Sollte Dein letztes Gehalt nach Verlegung des Wohnsitzes in Deutschland auf dem USD-Konto eintreffen (ist mir damals so passiert), wäre dies eine Einkunft (in Deutschland zu versteuern), jedoch auch beim Tausch nach EUR ein ggf. steuerpflichtiges Devisengeschäft.

- Für die Veräußerung der Devisen mit Gewinn gelten die deutschen Regeln nach Deiner Wohnsitzverlegung nach Deutschland. Es wird also die Differenz zwischen Anschaffungskosten und Erlös beim Tausch von USD in EUR steuerlich anzusetzen sein. Das gilt als privates Veräußerungsgeschäft. Üblicherweise sind hier jedoch die 12 Monate bereits abgelaufen (FIFO-Prinzip), so daß der Verkauf dennoch steuerfrei ist.

Hallo Gandalf4305, danke fuer die ausfuehrliche Antwort. Du schreibst im letzten Absatz "Es wird also die Differenz zwischen Anschaffungskosten und Erlös beim Tausch von USD in EUR steuerlich anzusetzen sein. " Koenntest Du bitte erklaeren, was bei einer Gehaltszahlung die Anschaffungskosten sind? Danke

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@klausi52

Der Erlös ist die Differenz zwischen dem ursprünglichen  Wert in USD, als er Dir zuging, und dem Verkaufswert abzüglich Spesen.

Da das FIFO-Prinzip verwendet wird und Du ja über einen gewissen Zeitraum Gehalt bekommst, greift diese Regelung sehr wahrscheinlich nicht, da mehr als 12 Monate zwischen Zugang und Verkauf liegen würden.

Abgesehen davon gibt es eine Bagatellgrenze von (vage Erinnerung) 600 EUR oder so, ab der erst diese Besteuerung greift.

Der andere Fall des verspätet gezahlten Gehalts ist relevanter.

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