Gefährdet ein Umweg zum Tanken den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz?

2 Antworten

Grundsatz: Wer auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg zur Tankstelle macht, verliert den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz. Das Hessische Landessozialgericht begründet dies damit, dass das Tanken zum unversicherten persönlichen Lebensbereich gehört (vgl. Urteil des Hessischen LSG vom 20.05.2008 L3 - U 195/07).

Auszug aus der Urteilsbegründung: Bei dem Auftanken des Pkw handelt es sich um eine eigenwirtschaftliche Tätigkeit . Nach der ständigen Rechtsprechung ist das Auftanken eines zur Fahrt nach oder von dem Ort der Tätigkeit benutzten Kraftfahrzeuges grundsätzlich dem unversicherten persönlichen Lebensbereich des Versicherten zuzurechnen. Denn es handelt sich dabei um eine Verrichtung, die zwar üblicherweise der Aufnahme der Betriebstätigkeit vorangeht, der Betriebsarbeit aber zu fern steht, als dass sie schon dem persönlichen Lebensbereich des Beschäftigten entzogen und der unter Versicherungsschutz stehenden betrieblichen Sphäre zuzurechnen wäre. Eine andere rechtliche Beurteilung ist allerdings dann gerechtfertigt, wenn das Nachtanken während der Fahrt unvorhergesehen notwendig wird, damit der restliche Weg zurückgelegt werden kann.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/arbeitsunfall--umweg-tanken.htm#ixzz2XLpI1GyL

Ist auch logisch, da ja nie nachvollziehbar wäre, ob der Umweg tatsächlich zum Tanken oder zu McDonald's führen sollte.

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@gammoncrack

Ab und zu hat man Glück und die beiden liegen nebeneinander...;-))

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Wenn das Tanken durch die Arbeit unumgänglich ist, ist man dabei unfallversichert.Daran werden aber strenge Regeln geknüpft. Es genügt nicht, dass man ohne Tanken nicht mehr in den Betrieb/nachhause kommt, man muss auch vorher keine Gelegenheit gehabt haben, zu Tanken.

Referenz: BSG 8 RKnU 1/94

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