Geerbte Immobilie an Onkel verschenken oder verkaufen?

2 Antworten

- wie viel Erbschaftssteuer fält voraussichtlich für meine Bekannte an

Kommt drauf an. Würde sie die Immobilie 10 Jahre selbst bewohnen, hätte sie keine Erbschaftsteuer zu zahlen.

Wohnt sie nicht drin, sondern, vermietet, oder verkauft sie, sind es 380.000,- + 350.000,- = 730.000,- - 400.000,- Freibetrag = 330.000,- * 11 % = 36.300,- Euro

Schenkung, Kaufvertrag mit Preisnennung 380.000 EUR oder …)?

Schenkung an Onkel + Tante, je 20.000,- Freibetrag = 300.000,- * 20 % = 60.000,- Euro

Schenkung, Kaufvertrag mit Preisnennung 380.000 EUR oder …)?

Hier je nach Bundesland 3,35-6,5 % Grunderwerbsteuer. Also zahlen die Käufer 13.300,- bis 24.700,- plus dem Kaufpreis. würde sie den Kaufpreis nicht einfordern, kommt die Schenkungsteuer noch dazu.

- sehe ich es richtig, dass der Staat die Immobilie betreffend gleich doppelt und dreifach abkassiert, weil meine Bekannte sie nicht

Nein Du siehst es falsch, denn es sind ja auch 2-3 Vorgänge je nach Lesart.

Wenn die arme Erbin on den 350.000,- Euro 200,- euro für einen Steuerberater opfern würde, anstatt Dich hier auf die Pirsch nach Tipps zu schicken, könnte ich mir sehr konstruktive Vorschläge vorstellen. Aber dazu bräuchte man noch mehr Informationen.

z.B. die Lebensumstände der Bekannten. Deren längerfristige Pläne usw.

Mir gefällt Deine umfassende Antwort:-)

Die Art der Überlassung macht auf alle Fälle noch viel Arbeit, auch die Regelungen für den Fall, dass die Überlassung, sofern sie nicht dauerhaft sein sollte, mal biologisch oder strittig zu Ende gehen sollte.

Ich will daher jetzt auch mal die Lanze für den steuerberatenden Beruf brechen (bitte nicht hauen!):

Soviel erben, aber nix für die Steuerberatung ausgeben: Ist das Gier oder Ahnungslosigkeit? ;-)

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@LittleArrow

Hallo LittleArrow,

meine Bekannte wird noch einen Steuerberater kontaktieren (ist bei dieser komplizierten Materie ja unerlässlich), wollte sich aber im Vorfeld schon mal informieren, auf was man sich alles einstellen muss. Mein Onkel hat eben nicht mal irgendwo 80tsd. EUR liegen, um den Staat zu befriedigen.

Die Anfrage hier hat also keineswegs etwas mit Gier zu tun (ich finde Ihre Bemerkung hier schon frech und grenzwertig. Wenn Geiz da wäre, würde mit Sicherheit nicht auf eine Immobilie verzichtet werden, damit sie in Familienbesitz greift. Und das der nimmersatte Staat dies aufgrund seiner Gier den Betroffenen durch Mehrfachbesteuerung schwer macht, ist zumindest meine persönliche Meinung. Sie dürfen gerne eine andere dazu haben.

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@LittleArrow

Danke für die "gebrochene Lanze," wobei dies ein Fall wäre, wo ich, entgegen meiner normalen Übung, nach Wertgebühr abrechnen würde. Rein schon, weil ein geringer Fehler, zu einem hohen Schadenersatzanspruch führen könnte und ausserdem, weil bei 350.000,- Cash auf dem Konto sind 503,80 Euro + Auslagen und Steuer schon zu verkraften.

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Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort, jetzt kann man sich schon besser vorstellen, welche finanziellen Auswirkungen so eine Schenkung haben wird.

Und ja, es wird natürlich noch ein Steuerberater eingebunden, da der Onkel kein nicht finanzierbares Abenteuer eingehen wird.

Nochmals vielen Dank.

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@Charly0211
 da der Onkel kein nicht finanzierbares Abenteuer eingehen wird.

Das ist immer ein Punkt, den ich bei Schenkungen und Erbschaften von Häusern nicht verstehe.

Da wird ein Haus im Wert von z. B. 300.000,- vererbt, die Steuer ist eventuell 60.000,- und der Erbe schlägt wegen der finanziellen Belastung durch die Steuer, aus.

Monatliche ersparte Miete minimum 500,- Euro, sind im Jahr 6.000,-, davon kann ich bequem einen Kredit von 60.000,- bedienen.

So wäre es, als Beispiel, auch hier.

Mein Rat einen Berufskollegen aufzusuchen bezog sich mehr darauf, dass ich mir, je nach Lebensverhältnissen und langfristigen Plänen, einfach bessere Lösungen vorstellen kann.

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Kurze Nachfrage: Gehören Tante/Onkel tatsächlich zur Steuerklasse 2? Ich habe zwar im Internet gelesen, dass Nichte/Neffe Steuerklasse 2 haben. Tante/Onkel sind aber nicht unter Steuerklasse 2 aufgeführt. Obwohl gleiches Verwandtschaftsverhältnis vermute ich sie danach Steuerklasse 3 unter "Sonstige" mit 30 % Steuersatz zugehörig. Können Sie mich da noch mal schlau machen?

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Kurze Nachfrage: Gehören Tante/Onkel tatsächlich zur Steuerklasse 2? Ich habe zwar im Internet gelesen, dass Nichte/Neffe Steuerklasse 2 haben. Tante/Onkel sind aber nicht unter Steuerklasse 2 aufgeführt. Obwohl gleiches Verwandtschaftsverhältnis vermute ich sie danach Steuerklasse 3 unter "Sonstige" mit 30 % Steuersatz zugehörig. Können Sie mich da noch mal schlau machen?

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