Gas wurde bei Einzug nicht angemeldet nach Zwei Jahren trotz Versäumnis der NK Abrechnung will Mieter die volle Zahlung vom Grundversorger?

5 Antworten

Hallo,

dein Vermieter kann nicht so einfach eine Rechnung auf den Tisch legen und etwas nachfordern. Erst einmal verfällt der Anspruch einer Betriebskostenabrechnung, wenn sie nicht binnen eine Jahres nach Rechnungsstellung eingefordert wurde. Wie ich das herauslese, ist eine solche Aufforderung nicht erfolgt. Hier ist also der Vermieter selbst derjenige, der das - zumindest für das erste Jahr - zahlen muss.

Hat der Vermieter denn nun die letzte Betriebskostenabrechnung entsprechend geändert, so das ersichtlich wird, wie viel Gas ihr nun tatsächlich verbraucht habt? Wenn nicht, hat er Pech gehabt, denn eine Korrektur der Betriebskostenabrechnung ist schon notwendig. Eine Rechnung des Gaslieferanten alleine reicht nicht aus.

Nebenkosten kann ein Vermieter maximal ein Jahr nach Abrechnungszeitraum geltend machen .

Sprich NebenkostenForderungen für 2018 konnten maximal bis zum 31.12. 2019 geltend gemacht werden.

Ihr solltet die Forderung aus 2018 zurückweisen und schleunigst Mitglied in einem Mieterschutzbund werden.

Ihr habt Anspruch auf eine Nebenkostenabrechnung und könnt diese auch noch rückwirkend einfordern. Ihr müsst zwar für Abrechnungszeiträume vor 2019 keine Nachzahlungen mehr leisten, aber der Vermieter müsste Guthaben für Abrechnungszeiträume aus 2017 / 18 und 19 auszahlen.

Mieterschutzbund haben wir bereits einen Termin gemacht und eine Mitgliedschaft.
Laut Vermieter sind die Gaskosten nicht in den Nebenkosten enthalten sondern von uns zusätzlich zu tragen.

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@xxNinvid

Und ein Blick in den MV, auf die Extra-Gasuhr im Keller oder die Gastherme in eurer Wohnung klärt, ob diese Schadensersatzanspruch aus nur eurem verauslagten Gasverbrauchs besteht oder nicht.

Eine Beantwortung dieser Frage macht Einschalten des Mieterschutzbundes, Abmahnung, kostenträchtigen Mahnbescheid, gar Zahlungsklage überflüssig :-)

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@xxNinvid

Nur diesen "Fehler" konnte der Vermieter doch schon kurz nach Eurem Einzug bemerken, denn es müssen ! ja weiterhin Abschläge von seinem Konto abgebucht worden sein.

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@xxNinvid

Hat der Vermieter das denn schriftlich mit Euch vereinbart? Wenn nicht, muß er wohl selbst in die Tasche greifen. Und was den Mieterbund angeht, können die auch nichts machen, sondern schreiben lediglich ein paar Briefe und das wars dann. Wenn es dann richtig losgeht, benötigt ihr so oder so einen Anwalt, weshalb erst einmal grundsätzlich eine Mietrechtsschutzversicherung die besser Wahl gewesen wäre - solltet ihr eine haben, braucht ihr keinen Mieterbund mehr.

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Jetzt möchte er den vollen Betrag ca 2000€ den er gezahlt hat von uns zurück haben. Kann er das verlangen

Das kommt darauf an: Der Fallschilderung nach vermute ich eine Einzeltherme bzw. Etagenheizung, die separat nur eure Wohnung mit Heizung und Warmwasser versorgt.

In dem Fall könnt ihr aus dem Mißverständnis, neben Strom auch über Gas einen eigenen Versorgungsvertrag abzuschliessen und den Verbrauch ebengleich direkt zu bezahlen, keinen Honig saugen :-O

trotz dass er uns spätestens nach dem ersten Jahr hätte informieren müssen?

Ja. Da es sich eben nicht um eine umlagefägige Betriebskostenart handelt, gilt nicht die Verjährung nach § 556 III 3 BGB wg. Betriebskosten, sondern die regelmäßige nach §§ 195, 199 BGB wg. Schadensersatz:

Diese Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

Mithin vor dem 31.12.2021 fristwahrend geltend gemacht, müsst ihr die verauslagten 2000 EUR zurückbezahlen :-O

G imager761

Ich wäre mir nicht so sicher, ob 2018 nicht einforderbar ist, wegen Irrtums, seitens des Vermieters.

Es wird auf jeden Fall das Vermietverhältnis belasten, wenn daraus jetzt ein Rechtsstreit wird.

Es wird auf jeden Fall das Vermietverhältnis belasten, wenn daraus jetzt ein Rechtsstreit wird.

Das macht nichts. Jeder Gaslieferant in Deutschland schickt einmal im Jahr eine Abrechnung. Die hat der Vermieter verbaselt. Scheint mir ja n richtiger Kunde zu sein. Auch sonst...

Immer feste druff mit Mieterschutz und Rechtsanwalt. Nur so kapieren diese Leute etwas.

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Irrtum und Unwissenheit schützen vor Strafe nicht, also auch hier nicht. Er wird das Geld aus 2018 nicht mehr bekommen. Das wäre ja der Hammer, mal so nebenbei ach ich habe es nicht gewusst oder das war ein Irrtum um dann Geld einzufordern. Er bekommt 2019 aber nicht 2018.

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Komisch ich ziehe in eine Wohnung ein und verlasse mich ausschließlich auf das was der Vermieter sagt? Es sind doch Gaszähler vorhanden in der Wohnung oder im Keller, darüber wundere ich mich nicht?

Schon allein, die Annahme, das der Vermieter die Heizkosten nicht abrechnet und scheinbar Spendierhosen anhat ist weltfremd. Auch das er keine Abschlagzahlungen für die Nebenkosten verlangt, fällt mir nicht auf.

Viel Spass beim Suchen einer neuen Wohnung. Der Umzug kostet vermutlich viel mehr als die Gas-Rechnung.

Um wieviele Gas KW/h geht es denn? Selbst wenn ihr einen günstigen Gasanbieter gewählt hättet, dann hättet ihr maximal 200-300€ pro Jahr gespart.

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