freiwillig in der GKV. Ermittlung der Beiträge?

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Nun, gesetzliche Grundlage ist § 240 SGB V. Die Details der Durchführung regelt der GKV Spitzenverband. Anbei das relevante Dokument dazu, in der auch sämtliche Details wie

  • Beitragsberechnung bei Hauptberuflich Selbständigen
  • Nachweispflichten
  • Beitragsanpassungen bei schwankenden Einkommen

http://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/grundprinzipien_1/finanzierung/beitragsbemessung/Grundsaetze_Beitragsbemessung_Freiwillige__30052011.pdf

Vielleicht noch ein paar ungefragte Empfehlungen zum Start in die Selbständigkeit

  • Bitte prüfen, ob ein GKV Wahltarif der ggfs ein Krankentagegeld beinhaltet sinnvoll ist
  • Bitte auch prüfen, ob eine Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft sinnvoll ist
  • Falls Gründungszuschuss bezogen wird, ist der GKV Beitrag im ersten Jahr geringer

Bin jetzt nicht auf die Möglichkeiten privatwirtschaftlich abzusichernder Risiken eingegangen, das setze ich mal als bekannt Voraus.

Hallo, grundsätzlich wird bei Selbständigen ein Einkommen von max. 4050,- Euro monatlich angesetzt. Daraus ergibt sich ein Monatsbeitrag von 686,- (14,9 %) oder 711,- Euro (15,5 %). Sind Sie kinderlos kommen noch einmal ca. 10-12,- Euro monatlich dazu. Der höhere Prozentsatz greift dann wen Sie Krankengeld (Wahltarif) mitversichert haben.

Mindestens sind die Beiträge aus einem Einkommen von 2073,75 Euro zu berechnen, auch wenn Ihre tatsächlichen Einkünfte darunter liegen. Das bedeutet 352,- Euro monatlich bzw. 364,- mit Krankengeld. Wenn Sie kinderlos sind, kommen noch einmal 5-6,- Euro dazu, wegen der höheren Pflegeversicherung.

Eine noch niedrigere Bemessungsgrundlage gibt es nur bei Selbständigen mit Anspruch auf Gründungszuschuss, das scheint bei Ihnen ja nicht der Fall zu sein.

Zur Berechnung: Als Grundlage für die Beitragsberechnung werden alle Einnahmen, die Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit entsprechen, herangezogen. Beitragspflichtig sind zunächst die Einnahmen, die Sie aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit erzielen. Es wird dabei nicht der Bruttobetrag der Einnahmen, sondern der über den Einkommensteuerbescheid ermittelte Gewinn, herangezogen. Daneben zählen auch alle weiteren Einkünfte, die Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmen, zu den beitragspflichtigen Einnahmen. Dies sind insbesondere Zinsen aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder auch Renten.

Als Nachweis der Einkünfte dürfen die Krankenkassen nur den Einkommensteuerbescheid akzeptieren. Dieser weist im Regelfall Einkünfte eines vergangenen Zeitraums aus. Er wird dennoch für die aktuelle Beitragsbemessung herangezogen, bis ein neuer Einkommensteuerbescheid vorliegt. Sie zahlen Ihre Beiträge also immer aus einer zeitversetzten Bemessungsgrundlage. Nach meiner Erfahrung wird bei Beginn einer Selbständigkeit entweder der erwartete Gewinn oder, wenn keiner vorhanden oder deutlich niedriger, dann die o.g. Mindestbemessungsgrundlage herangezogen.

VG,

Hauptberuflich Angestellt und nebenberuflich Selbständig: Bis zu Wie viel darf man in der Selbständigkeit dazu verdienen?

Hallo liebe Finanzfreunde :)

Ich versuche das mal so gut es geht übersichtlich zu gestalten.

Angestellt:

mein bester Kumpel ist angestellt und verdient monatlich zwischen 2000 und 2250 Euro Netto (mit Zuschläge). Gesamtbrutto ist glaube ca. bei 2900 Euro bin mir aber nicht sicher. Er meinte irgendwas mit ca. 35000 Brutto im Jahr laut elektronischer Lohnsteuerbescheinigung.

Selbständigkeit:

Zudem ist er selbständig und arbeitet selbständig alle 2 oder 3 Monate mal. Also hat kein regelmäßiges Einkommen.

Ein Steuerberater meinte einmal sein Einkommen aus der Selbständigkeit sollte nicht höher sein als sein Einkommen aus der Angestelltentätigkeit, da er sonst zusätzliche GKV-Beiträge bezahlen müsste und zudem das es dann zur Hauptberuflichkeit gezählt wird.

Die Frage hierzu ist: Darf sein Umsatz aus der Sbst. nicht höher sein als sein Brutto aus der Angest. Tät.? Oder sein Gewinn nicht höher als sein Nettoeinkommen?

Er hat nämlich wenn er mal Aufträge erhält Materialkosten in Höhe von ca. 2000 Euro inkl. MwSt., manchmal auch noch höher. Am Material verdient er auch einen kleinen Teil davon (ca. 200-300 Euro oder so).

Beispiel:

Angest. T.

2150€ Netto - Brutto z.B. 3200€

Einnahme vom Kunden 2800€ davon ist rein Netto also abzgl. Umsatzsteuer, dann ca 1000€.

Dürfte er somit 2 solche Aufträge annehmen in einem Monat, so dass er mit 2000 Euro noch unter seinem Angest. T. - Netto liegt? Und wie sieht es damit aus, da er ja nicht monatlich (regelmäßig) so zusätzlich verdient, darf er wenn er 1x im Quartal etwas zusätzlich macht, dann auch über die letzten Monate zusammengerechnet mehr einnehmen?

Viele Fragen und ich habe keine Antworten für Ihn :) da ich früher auch selbständig war kenne ich mich etwas aus. Er kann leider nicht so gut deutsch so das er das alles hier einigermaßen erfragen könnte.

Ich hoffe jemand von euch weiß wie das läuft. Bitte wenn möglich so gut und genau wie möglich beschreiben. Und wenn möglich leicht verständlich. Sonst sitze ich mit Ihm 2-3 Stunden da.

Vielen Dank im voraus.

David

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Gibt eine Möglichkeit, aus einer rückwirkenden GKV-Pflicht zu kommen, wenn der AG gegen geltendes KV-Beitragsrecht verstößt?

Mein AG hat gegen geltendes KV-Beitrags- und -melderecht verstoßen, da er es, aus welchen Gründen auch immer versäumt hat, mich im Rahmen der Gehaltsabrechnung vom 19.01.2016 bei der GKV anzumelden, da ich durch eine Gehaltsumwandlung die monatliche KV-Entgeltgrenze unterschritten habe. Ich hätte mich bis zum 31.03.2016 von der GKV-Pflicht auf Antrag befreien lassen können, da diese Unterschreitung durch die jährliche Anpassung der besonderen JAEG begründet war. Dieses Recht wurde mir aber genommen. Kann ich jetzt bei der GKV, bei der ich nun rückwirkend zum 01.01.2016 GKV-versichert sein werde einen zum 01.01.2016 rückwirkenden Antrag auf Befreiung von der GKV-Pflicht unter Aussetzung der gesetzlichen Fristen aufgrund AG-Verschulden stellen bzw. bei nicht abhelfendem Bescheid sozialgerichtlich durchsetzen?

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