Freiberulich auf 400,-€/Monat + 400,-€Minijob, sozialversicherungspflicht?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es kommt auf die Gesamtschau an. Wird Deine Frau von der Kasse als Selbständig eingestuft kann Sie sich freiwillig GKV versichern oder PKV versichern. Wird Sie als angestellt eingestuft muss sie sich freiwillig GKV versichern. In beiden Fällen besteht nicht die Möglichkeit der kostenfreien Familienversicherung. Mit knapp 300 Euro Krankenversicherung im Monat müsst ihr rechnen, ggfs der geminderte Satz von knapp 200 Euro. In der Konstellation lohnt es sich fast nicht, einen Minijob anzunehmen, weil es sich nicht rechnet.

Hmm wie kommst du denn auf 300€???? Sollte es nicht eher der Mindestbetrag für freiwillig Versicherte mit ca.180€ sein?

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@Livetec

Habe ich jetzt einen Denkfehler? Wenn sie aktuell selbständig ist, irgendwas verdient und irgendwie versichert ist ==> dann ändert sich doch durch die zusätzliche Aifnahme eines Minijobs für die Dame gar nichts, oder??

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@Livetec

Na dann sehe dir mal den Paragraf § 240 SGB 5 in Kombination mit Paragraf 16 SGB IV an. Der Mindestbeitrag beträgt 1/30 x 2550 € x 30 x 15,5 % (bzw 14,9 %) und kann auf 1/60 x 2550 € x 30 x 15,5 % (bzw 14,9 %) gesenkt werden in den Fällen Förderung nach § 53 SGB III (Existenzgründung) oder besondere Bedürftigkeit bei geringen Einkommen (Grundsicherung, Sozialhilfe, Aufstocket gem SGB II , SGB II oder SGB IX). Das sind Ausnahmefälle für freiwillig gesetzlich versicherte nach § 6 SGB V. Der Mindestbeitrag betrifft nur Personen, die nach § 5 SGB V gesetzlich GKV versichert sind. Tja, gering verdienend als Selbständiger ist etwas anderes als als Angestellter. Da wird anders gemessen. Noch so eine Arabeske im Sozialrecht. Gibt es aber auch ein detailliertes Dokument des GKV Spitzenverbandes vom Dezember 2010 dazu, das die GKV Pflicht von nebenberuflich Selbständigen regelt. Auf den Seiten des GKV Spitzenverbandes zu finden.

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@mig112

Die KAsse entscheidet über den Status. Da kommt es auf mehrere Kriterien an. Genaues ergibt nur eine Statusprüfung. Bitte Dokument des GKV Spitzenverbandes beachten, da hat sich heimlich still und leise im Dezember 2010 ne ganze Menge geändert und der eine oder andere Angestellte wird plötzlich als Selbständiger eingestuft und umgekehrt. Ist nicht mehr so eindeutig wie früher.

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Natürlich, jedes Einkommen über 400 € ist Einkommenssteuer- und Sozialabgabenpflichtig. 400-Euro-Jobs: Die wöchentliche Arbeitszeit ist nicht entscheidend. In diesem Verdienstbereich fallen für Arbeitnehmer keine Steuern oder Sozialabgaben an (Brutto für Netto). Für den Arbeitnehmer bleibt eine derartige Tätigkeit auch als Nebenbeschäftigung steuer- und sozialversicherungsfrei. Arbeitgeber zahlen eine Pauschale von 30% mit folgender Aufteilung: 15% für Rentenversicherung (§ 172 Abs. 3 SGB VI), 13% für Krankenversicherung (§ 249b SGB V) und 2% Steuern. Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 15% aus eigenen Mitteln aufzustocken um so weitere Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. Der Arbeitgeber zahlt ggf. noch einen Zuschuss zum Beitrag der Pflegeversicherung in Höhe der Hälfte des Beitrags, falls eine Versicherungspflicht in der Pflegepflichtversicherung besteht. Seit dem 1.1.2005 ist die Umlage nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz wegen Krankheits- und Kuraufwendungen von bisher 1,2 % auf 0,1 % abgesenkt worden. http://www.finanztip.de/recht/arbeitsrecht/mini-jobs.htm

Für Minijob okay, doch sie hat auch noch andere Einkünfte. Die werden zusammenaddiert und dann schaut es schon anders aus!

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@alfalfa

@alfalfa: Wie kommst du denn auf die Idee, selbständige Einkünfte und Minijob würden addiert? Das stimmt doch gar nicht!

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Der Minijob ist versicherungsfrei und es müssen keine Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung gezahlt werden.

Es wäre aber ggf. sinnvoll, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten, um Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen.

Wenn man mehr als 365 Euro Einkommen hat- bei einem Minijob wären es die 400 Euro- kann man nicht mehr in der Krankenversicherung familienversichert sein, sondern muss sich dort selbst versichern.

Hier kannst du dich über die Beitragshöhe informieren: https://www.tk.de/tk/bei-der-tk-versichert/selbststaendige/selbststaendige/346546

Welchen Beruf übt deine Frau selbständig aus?

Es gibt diverse Berufe, bei denen auch bei einer Selbständigkeit Versicherungspflicht in der Deutschen Rentenversicherung besteht.

Dazu sollte sie sich in einer Beratungsstelle beraten lassen oder dies vorab beim Service-Telefon der Deutschen Rentenversicherung abklären: 0800 1000 4800

Hallo Lissa, gut gemeint, doch nicht zutreffend für den Fall. Sie Dir mal bitte meine Postings und die Quellen dazu an.Danke!

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@alfalfa

Ich habe mir deine Quellen dazu angesehen und habe nur gefunden, dass bei der GKV geprüft wird, ob die selbständige Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird oder nicht.

Auf den Minijob-Seiten ist jedenfalls keine KV-Beitragspflicht für diejenigen angegeben, die neben einer selbständigen Tätigkeit einen Minijob ausüben.

Und meine Angaben zur Rentenversicherung sind nicht zu bemängeln, oder?

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@Lissa

Rentenversicherung ist alles passend. Hier werden Minijob und gewerbliche Tätigkeit ausgeübt. Nach § 193 VVG haben wir Versicherungspflicht in Deutschland. Aufgrund des Gesamteinkommens wird die 400 € Grenze für die kostenfreie Familienversicherung nach § 10 SGB V überschritten. Somit bleibt nur die freiwillige GKV Versicherung nach § 9 SGB V, da keine Versicherungspflicht nach § 5 SGB V ( sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis ist ja nicht gegeben, da Minijob) besteht und somit versicherungsfreiheit nach § 6 SGB V besteht. Der Status bestimmt sich aus der Gesamtschau. Da ist relevant ob auch neben der freiwilligen GKV Mitgliedschaft auch die Option besteht sich PKV zu versichern. Im Fall GKV sind auf beide Einkommen GKV Beiträge zu zahlen (siehe Quellen). Ist es jetzt klarer formuliert? Zur Rente ist nur zu prüfen, ob DRV pflichtig wegen Trainertätigkeiten.

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Es bleibt alles wie zuvor!

...nur schlimmer....

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@alfalfa

Habe ich jetzt einen Denkfehler? Wenn sie aktuell selbständig ist, irgendwas verdient und irgendwie versichert ist ==> dann ändert sich doch durch die zusätzliche Aifnahme eines Minijobs für die Dame gar nichts, oder??

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