Frage von Freiberufler1, 49

Freiberuflicher Kleinunternehmer, der eine Dienstleistung bei einem Unternehmen im EU-Ausland einkauft. Wie erfolgt die Besteuerung?

Hallo, ich habe gemeinsam mit einem Geschäftspartner (er hat ein Unternehmen im EU-Ausland) ein Seminar an einer deutschen Hochschule durchgeführt. Wir waren Co-Trainer. Ich hatte dem Auftraggeber eine Gesamtrechnung gestellt und nun muss mir mein Geschäftspartner eine anteilige Rechnung über netto 1300 Euro ausstellen. Ich habe noch keine internationale Steuer-ID.

Option 1: Wenn seine Firma mir ohne internationale Steuer-ID eine Rechnung ausstellt, dann muss die Firma die ausländische Steuer ausweisen und abführen. Frage 1: Kann es (weil ich als Kleinunternehmer nicht vorsteuerabzugsberechtigt bin) dazu kommen, dass ich ebenfalls Steuern in Deutschland abführen muss, der Betrag also doppelt versteuert wird und wie kann ich das vermeiden?

Option 2: Ich hole mir die internationale Steuer-ID und diese wird auf der Rechnung verwendet. Die Rechnung wird netto ausgestellt und ich muss in Deutschland die Umsatzsteuer entrichten (weil ich als Kleinunternehmer nicht vorsteuerabzugsberechtigt bin) . Frage 2: Bei dieser Option verpflichte ich mich zugleich für 2 Jahre zur Erwerbssteuer, korrekt? D.h. ich muss regelmäßig Vorsteuererklärungen abgeben und auf allen meinen Rechnungen (auch in Deutschland) Umsatzsteuer ausweisen?

Gibt es hier einen einfachen Weg für mich? Ich will vor allem zusätzliche Formulare und Komplikationen vermeiden. Da die Umsatzsteuer "nur" rund 250 Euro beträgt, ist sie mir zweitrangig.

Herzlichen Dank für jegliche Hilfe!

Antwort
von EnnoWarMal, 12

So richtig weiß man nicht, wo man hier anfassen soll. Was ist denn eine 

internationale Steuer-ID

?

Ich reime mir mal zusammen:

Du bist KU und hast keine USt-Identifikationsnummer. Kannst dich also nicht wirksam als Unternehmer identifizieren.

Der Rechnungssteller muss also so abrechnen, wie er es einem Privatkunden gegenüber tut, also wohl mit der USt seines Landes.

Eine USt-ID jetzt zu besorgen hilft nicht, da sie zur Zeit der Leistungserbringung nicht gültig war. Es gibt hier also nichts zu wählen.

Kommentar von Mikkey ,

Das wäre wegen

" Seminar an einer deutschen Hochschule durchgeführt"

doch ohnehin egal, oder nicht?

Kommentar von EnnoWarMal ,

Wir sind bei der Umsatzsteuer. Da weiß man es nicht ganz genau ohne nähere Angaben.

Wer ist Leistungsempfänger bei welcher Leistung? Wer der Leistende? 

Wenn ich es recht bedenke, bin ich am Zweifeln, ob hier überhaupt eine Rechnung ausgestellt werden kann. Über welche Leistung des Kollegen an den Fragesteller denn?

Kommentar von wfwbinder ,

Die haben einfach vorher nicht überlegt.

Der Geschäftspartner hätte an die Hochschule berechnen sollen und unser Frager hätte als Subunternehmer an den berechnet.

Ist stimme mit @EnnoWarMal bezüglich aller Punkte überein.

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