Freiberufler - Kfz im Privatvermögen - tatsächliche Kosten je km als Betriebsausgabe ansetzen

2 Antworten

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  1. Was meinst du mit "korrekt"? Es ist möglich, aber ungünstig. Durch die Zuordnung zum PV ist der Vorsteuerabzug für die Anschaffung des Fahrzeugs ausgeschlossen.
  2. Nein, es sei denn, du kaufst im Januar. Die Abschreibung machen wir nämlich monatsgenau.
  3. Ja.
  4. Zum Fahrzeugkauf siehe oben und unten. Aus den laufenden BK können Vorsteuern gezogen werden. 4.1. Ist so üblich.

Nochmal zur Vorsteuer:
Es ist denkbar, das Fahrzeug umsatzsteuerlich der Unternehmenssphäre zuzuordnen, ertragsteuerlich jedoch dem Privatvermögen. Da es Wechselwirkungen zwischen Umsatzsteuer und Einkommensteuer gibt (beispielsweise § 9b EStG), sollte man jedoch in der Lage sein, hier die richtigen Folgerungen zu ziehen und die eine Steuerart von der anderen unterscheiden können.

Zunächst einmal vielen Dank für die hilfreiche Antwort. Zur vollständigen Klärung habe ich allerdings noch die ein oder andere Verständnisfrage.

  1. "korrekt" bezieht sich grundsätzlich nur auf die Vorgehensweise zur Berechnung der tatsächlichen Kosten je km bei betrieblicher Nutzung eines privaten KFZ. Mir ist bewusst, dass auch die Möglichkeit besteht das Fahrzeug ins gewillkürte Betriebsvermögen zu nehmen. Dies würde sich aus meiner Sicht allerdings nachteilig auf meine Steuerlast auswirken, wenn man bedenkt, dass ich das Fahrzeug (Annahme: Listenpreis lag mal bei 60000 €) nach 12 - 24 Monaten wieder veräußern möchte. Nach 24 Monaten wäre das Fahrzeug komplett abgeschrieben (Restbuchwert = 0 €), so dass ein Verkauf z.B. für 15000 € eine Betriebseinnahme darstellen würde. Da verzichte ich doch gerne auf die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs für die Anschaffung, wobei dies laut nachfolgend genannter website ebenfalls möglich sein soll:

    http://www.die-buchhaltung.de/betriebsausgaben/vorsteuererstattung-fur-privaten-pkw-moglich/

    Kann das jemand bestätigen bzw. widerlegen?

  2. hier habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Die Frage müsste lauten: Kann das Fahrzeug, da es bereits 4 Jahre alt ist, über 2 Jahre abgeschrieben werden, demzufolge also 892,50 € pro Monat?

  3. perfekt

  4. das Thema Vorsteuerabzug ist mir insbesondere hinsichtlich Berechnung der tatsächlich entstandenen Kosten je km nicht ganz klar. Nehmen wir an in den laufenden Betriebskosten ist ein vorsteuerabzugsfähiger Betrag von insgesamt 3570 € enthalten (3000 € netto + 19% Mwst (570 €)).

    • Bei einer betrieblichen Nutzung von 45% könnten demzufolge 256,50 € als Vorsteuer geltend gemacht werden, richtig?
  • zur Berechnung der tatsächlichen Kosten je km hätte ich ohne Vorsteuerabzug die Bruttogesamtkosten verwendet. Wenn ich allerdings Vorsteuer geltend machen würde, müsste ich diese ja entsprechend abziehen oder? Also (Bruttogesamtkosten - abzugsfähiger Vorsteuerbetrag (256,50 €)) / Jahresgesamtkilometerlaufleistung = tatsächliche Kosten je km

  • wie ist eigentlich hinsichtlich der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung zu verfahren? Ich weiß ja im Endeffekt erst am Jahresende wie hoch meine betriebliche bzw. private Nutzung war und kann erst dann den abzugsfähigen Vorsteuerbetrag genau berechnen. Mache ich diesen dann für das gesamte Jahr mit der Umsatzsteuervoranmeldung für Dezember geltend?

Wie schön, dass unser Steuerrecht so herrlich kompliziert ist :-). Schon mal vorab vielen Dank für eure Antworten.

Grüße amonitas

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@amonitas

noch ein Nachtrag zu 1)

wenn für die Anschaffung tatsächlich ein Vorsteuerabzug möglich wäre, inwiefern müsste dies dann bei der Veräußerung des Fahrzeugs wieder berücksichtigt werden?

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@amonitas

wobei dies laut nachfolgend genannter website ebenfalls möglich sein soll:

Das ist das, was ich in meinem Nachtrag gemeint habe.

Ich weiß ja im Endeffekt erst am Jahresende wie hoch meine betriebliche

Deswegen wird ja auch der private Nutzungsanteil umsatzversteuertund nicht die Vorsteuer aufgeteilt.

wenn für die Anschaffung tatsächlich ein Vorsteuerabzug möglich wäre, inwiefern müsste dies dann bei der Veräußerung des Fahrzeugs wieder berücksichtigt werden?

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn das Fahrzeug der Unternehmenssphäre zugeordnet ist, ist der Verkauf dann umsatzsteuerpflichtig, wenn der Unternehmer die gelieferten Gegenstände ausschließlich für eine nach den Nummern 8 bis 27 steuerfreie Tätigkeit verwendet hat (§ 4 Nr. 28). Das ist hier nicht der Fall.

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m.E. greift hier doch die 1% Regelung wenn du die tatsächlichen Kosten absetzen willst, d.h. du musst 1% der Anschaffungskosten als Einnahme verbuchen.

die 1% Methode kann nur angewendet werden, wenn sich das Fahrzeug im Betriebsvermögen befindet. Ich möchte ja allerdings den PKW im Privatvermögen belassen und betriebliche Fahrten als Kosten geltend machen...

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