Fragen zur Est, Kapitalerträge und Est-Erklärung

3 Antworten

Wenn Sie nicht gesetzlich zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können Sie sich freiwillig veranlagen lassen.

Die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung lohnt meist, wenn Sie hohe Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen haben oder wenn Sie Handwerker und Dienstleister in Ihrem Haushalt arbeiten lassen.

Normalerweise müssen Sie Ihre Steuererklärung bis Ende Mai des folgenden Jahres abgegeben haben. Eine Verlängerung ist nach einem Antrag beim Finanzamt möglich oder wenn ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein Sie unterstützt.

In der Form Ihrer Steuererklärung haben Sie geringen Spielraum. Am besten nutzen Sie die amtlichen Vordrucke.

Sie können Ihre Steuererklärung auch elektronisch mit Elster via Internet an das Finanzamt übermitteln.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/steuerklaerung-abgabeplicht/#ixzz3TutRWEYj 

Vielen Dank für die nützlichen Hinweise :-)

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Mit Abzug des Freibetrages von 800 Euro wären das 900 Euro, die versteuert werden müssen.

Hierzu zunächst die richtige Darstellung: "Mit Abzug des Sparerpauschbetrages von 801 Euro wären das 899 Euro, die steuerpflichtig sind", denn es gibt keinen Freibetrag mehr und die Beträge sollten auch korrekt sein. Ob eine Versteuerung stattfindet, hängt auch von der Höhe des zu versteuernden Einkommens ab.

Ferner irritiert mich Deine Fragestellung bei der Antwort von gandalf: "Wie hoch hätte das andere Einkommen sein müssen, damit ich hätte 225 Euro abführen müssen?" Nach Deiner Sachverhaltsschilderung ergibt sich für diese Frage keinerlei Grundlage (woher sollte dieses Einkommen plötzlich kommen oder ist es eine Hausaufgabe?). Da müßte man zunächst vom zu versteuernden Einkommen ausgehen und nicht nur vom "anderen Einkommen" (sowie "Werbungs-/Betriebskosten, Sonderausgaben etc."). 

Da bei einem zu versteuernden Einkommen von ca. € 15.730 (Alleinstehender!) ein Grenzsteuersatz von 25 % erreicht wird, bietet sich bei Kapitaleinkünften über € 801 hinaus (in Deinem Fall sind es mindestens € 899) die sog. Günstigerprüfung an, die in der Anlage KAP 2014 durch eine 1 in Zeile 4 beantragt werden muss. Das andere zu versteuernde Einkommen darf also höchstens € 14.831 (15.730 - 899) betragen. In diesem Betrag wären auch bereits versteuerte Kapitaleinkünfte einzuschließen, deren Abgeltungsteuer dann durch die niedrigere Einkommensteuer ersetzt würde.

  1. Nein. Verpflichtet bist Du nicht.

  2. Keine Einkommensteuer, da Du im Jahr mind. 8.354 EUR plus ein paar weitere EUR an Einkünften haben kannst, ohne daß Steuern anfallen (Freigrenze).
  3. Nein. Wenn die Kapitalerträge in Summe nicht 801 EUR übersteigen, mußt Du sie nicht angeben. Es kann aber zur Dokumentation dieser doch sinnvoll sein, sie anzugeben. Abgeltungssteuer ist nur ein bestimmter Einkommensteuertarif für Kapitalerträge. Liegst Du also unter der Freigrenze, fällt nichts an.

  4. Wenn Du insgesamt unter der Freigenze liegst, solltest Du  Dir den Aufwand sparen. Steuern fallen ja nicht an.

zu 1.

Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich selbständig bin (Freiberufler). Bleibt es dabei, dass ich keine ESt-Erklärung abgeben muss, wenn meine Einkünfte unter 8354 Euro bleiben?

2. Alles klar! Also bei mir wären das ja 2014 ca. 225 Euro Kapitalertragsteuern (25% von 900 Euro). Wie hoch hätte das andere Einkommen sein müssen, damit ich hätte 225 Euro abführen müssen?

3. Alles klar, danke!

4. Alles klar, danke!

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@tommytom

zu 1. Nein, nach §56 EStDV nicht. Es geht aber um Einkünfte, nicht um Gewinn!

zu 2. Ist Dein Einkommen unter 8.354 EUR im Jahr, so ist der Einkommensteuersatz Null. Keine Kapitalertragsbesteuerung. Der Grenzsteuersatz, bei dem 25% Einkommensteuer anfallen, wird bei ca. 14.000 EUR erreicht (2014). Unterhalb dieses Einkommens wird die Abgeltungssteuer auf den persönlichen Steuersatz per Günstigerprüfungsantrag reduziert.

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@gandalf94305

Der Grenzsteuersatz von 25 % wird 2014 bei einem zu versteuernden Einkommen von ca. € 15.730 erreicht.

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ALG I und ESt-Erklärung

Ich bin irritiert. Im letzten Jahr wurde mein Arbeitsvertrag nach dem 31.07. nicht verlängert. Da ALG I eine Lohnersatzleistung ist, bin ich dieses Jahr verpflichtet, eine ESt-Erklärung abzugeben. Also versuche ich gerade zu verstehen, wo ich die relevanten Beträge eintrage.

Über den Hauptbetrag, also wieviel ALG I ich bekommen habe, habe ich einen Leistungsnachweis vom Arbeitsamt bekommen. Ich nehme an, dass dieser Betrag in Zeile 27 in der Anlage N kommt. Soweit ist das relativ einfach.

Nun lese ich ich aber an vielen Stellen, dass man auf ALG I keine Steuern zahlt. In meinem ALG I-Bescheid steht aber, dass vom Bemessungsentgelt die Sozialversicherungspauschale von 21% abgezogen wurde, und dann noch XXX EUR "für die Lohnsteuer, die im Jahr des Anspruchs entstand" + XXX EUR für den Solidaritätszuschlag. Daraus ergibt sich dann das tatsächliche Leistungsentgelt. So steht es auch im Berechnungsbeispiel für ALG I auf Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld_(Deutschland)#BeispielzurBerechnungdesArbeitslosengeldes) - hier werden täglich 29,58 Lohnsteuer abgezogen.

Ich nehme an, dass das mit Steuerprogression zu tun hat und glaube auch, diesen Begriff zu verstehen, aber wo gebe ich jetzt in der ESt-Erklärung den Betrag an, der bei mir täglich von der ALG I abgezogen wurde?

Bitte sagt mir nicht, ich soll Elster verwenden oder irgendein Programm - ich bin auf einem Mac mit 10.6 und Java 6, da geht's leider nicht. Ich fülle die Formulare online aus und drucke sie nachher aus.

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