Fragen zu Pflichtteil / Ehegattentestament etc.?

5 Antworten

Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzliches Erbes.

Wenn, was wir nicht wissen, alle Immobilien wirklich auf beiden Namen wind/waren udn alle Konten ebenso, dann ist das Vermögen von ca. 1.040.000,- zur Hälfte das Vermögen des Vaters und die andere Hälfte der Mutter.

Also das Erbe ist 520.000,-. Davon 1/2 für den Vater und die anderen 260.000,- für Euch Töchter =130.000,-.

Der Pflichtteil wäre 65.000,-.

Wenn wir davon Ausgehen, das bei Frieden in der Familie insgesamt ca. 500.000,- auf Dich warten, würde ich die nicht für 65.000,- Euro riskieren.

Da im Testament die jastrowsche Klausel enthalten ist, kann der Fragesteller zwar jetzt seinen Pflichtteil einfordern, aber er handelt sich damit nicht unerhebliche Nachteile in der Zukunft ein. Zudem kann der alte Herr auch noch zu Lebzeiten sich von seinen Immobilien und seinem Vermögen trennen, dann ist absolut ungewiss wie hoch das Pflichtteil oder der Pflichtteilergänzungsanspruch sein werden.

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Hallo,

mal eine Frage zum Testament: ist es wechselseitig bindend oder nicht?

Zur Erklärung: eine wechselseitige Bindung bedeutet, dass der Längerlebende kein abweichendes Testament bzw. keine Änderung am vorhandenen Testament vornehmen darf. Das gilt grundsätzlich immer dann, wenn im Testament nichts darüber steht oder nicht explizit textlich die wechselseitige Bindung beim Tod des Erstversterbenden aufgehoben ist.

Näheres dazu: http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/testament/wechselbezuegliche-verfuegung.html

Davon abhängig ist, ob Vater wegen einer Änderung des früheren gemeinsamen Willens nur bluffen oder handeln kann.

Aber wfwbinder bringt es ja auf den Punkt: Taube auf dem Dach oder Spatz in der Hand?

Gruss

Walter

Hallo Walter,

wir, die Eheleute (Vorname, Nachname) und (Vorname, Nachname), setzen uns hiermit wechselseitig zu unseren alleinigen Vollerben nach dem Tod des Erstversterbenden ein.

Sollte eines unserer Kinder nach dem Tode des Erstversterbenden gegen den Willen des Längerlebenden Pflichtteilsansprüche durchsetzen, so erhält dieses Kind oder erhalten seine Abkömmlinge auch nach dem Tode des Längerlebenden nur den Pflichtteil.

... mehr nicht ...

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@sommer2017

Danke für die Ergänzung. Dieser Text wäre schon bei der Fragestellung willkommen gewesen. Die gesetzlichen Erben erhalten also ihren Erbteil (vom Restvermögen) erst nach dem letztversterbenden Elternteil, wenn sie sich nicht schon vorher durch den Pflichtteil bereichern.

Ich würde dabei auch einfach abwarten, umso größer könnte die Freude sein bei diesem sparsamen Vater.

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@sommer2017

Dann sehe ich es so: Vater ist an das bestehende gemeinsame Testament gebunden - also kann er nur bluffen und dampfplaudern.

Einen expliziten Schlusserben kann er damit nicht einsetzen und nach seinem Tod gilt dann die gesetzliche Erbfolge.

Das ist natürlich nur meine Meinung.

Um Rechtssicherheit zu bekommen solltest Du das von einem Anwalt abschliessend prüfen lassen. Der finanzielle Aufwand dafür lohnt sich allemal und hält sich wahrscheinlich in Grenzen.

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@sommer2017

@LittleArrow, @wjgmuc - mir wurde nun eine Abschrift des Testamentes vom Amtsgericht zugeschickt, hier noch einmal exakt der volle Wortlaut:

"Wir setzen uns gegenseitig als Vollerben ein.

Wenn eines unserer Kinder vom Nachlass des Erstverstorbenen seinen Pflichtteil fordern sollte, so soll er auch vom Nachlass des Überlebenden nur den Pflichtteil erhalten.

Das Erbteil wächst dann sowohl aus dem Nachlass des Erstverstorbenen wie auch aus dem Nachlass des Überlebenden dem anderen Kind zu"

... der letzte Satz - kann das als Schlusserbenbestimmung (also nicht mehr veränderbares Testament) gewertet werden ???

Gruss

Mike

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Hallo zurück,

es is richtig, alles auf beiden Namen, die Berechnung stimmt.

Aber im 2. Erbfall kämen ja noch einmal 1/4 vom gesamten Vermögen dann - oder liege ich hier falsch?

Also 1/4 für mich und 3/4 dann für meine Schwester.

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