Frage zur BaV?

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4 Antworten

Zur Beantwortung Deiner Frage fehlen wesentliche Angaben:

  • Deine Einkünfte
  • GKV o. PKV versichert

Davon hängt ab wie hoch der Steuervorteil ist. Das verbessert die Rentabilität in der Ansparphase.

Im Gegenzug muss bAV Rente, bei Entnahme zu 100% mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. 

Wie hoch die Steuer auf die bAV ausfällt ist abhängig von Deiner Einnahmesituation als Rentner und der dann gültigen Steuertabelle.

Auch lässt sich durch Dein Einkommen erkennen, ob Deine Einzahlungen die Sozialabgaben reduzieren.

Wer mit seinem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, kann diesen Vorteil nicht nutzen. In der Entnahmephase muss er dennoch auf die Rente den vollen GKV-Beitrag entrichten (gilt nicht für PKV Versicherte).

Liegst Du unterhalb der BMG, dann sparst Du Dir auf den umgewandelten Betrag Sozialabgaben. Auch bei Deiner Rentenversicherung!

Mit einem Durchschnittsentgelt von 37.103 EUR erwirbst man für 2017 einen Entgeltpunkt. 

Durch die Entgeltumwandlung von 1.800 EUR reduziert sich Dein Rentenanwartschaft um 0,0485 Entgeltpunkte. Unterstellt, es würde sich bis zu Deinem Renteneintritt an diesem Zahlenwerk nichts verändern, hättest Du 2,28 Entgeltpunkte weniger. Aktuell bekommst Du für einen Entgeltpunkt 31,03 EUR mtl. Rente. 

Durch die Entgeltumwandlung (gleichbleibendes Szenario unterstellt) hättest Du Deinen Rentenanspruch um 70,75 EUR verkürzt.

Die Rentabilität ist abhängig von der gewählten Anlageform. Bei einer reinen Geldwertanlage ist mit der "bösen Null" nicht viel zu erwarten. Das ganze Fondsgebunden macht bei der langen Laufzeit mehr Sinn. Das erhöht für den Arbeitgeber jedoch das Nachfinanzierungsrisiko. Deshalb machen die meisten da nicht mit.

Durch Steuer- und Sozialabgabenvorteil hast Du einen "Sparturbo". ca. 80 EUR Netto Aufwand und 169,50 arbeiten für Dich. Der ist auch notwendig um nach Steuern, Krankenkassenbeiträgen und Ausgleich der zusätzlichen Rentenlücke auf ein positives Ergebnis zu kommen.

Berücksichtige auch was bei einem Arbeitgeberwechsel passiert. Übernimmt der neue AG den Vertrag? Wenn nein, kann das Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen werden. Nur wie hoch sind die Kosten und wie gut/schlecht sind die Bedingungen eines neuen Vertrages?

Bisher habe ich den AG als Gewinner ausgemacht. Er erspart sich die auch Sozialabgaben und reduziert damit seine Lohnnebenkosten. Sind die 19,50 EUR tariflich festgelegt z.B. VL oder ist das der AG Vorteil, den er an Dich weiter gibt?

Du sparst heute Steuern und Sozialabgaben und diese werden dafür im Rentenalter erhoben (nachgelagerte Besteuerung).

Nun sind die gemachten Infos aber nicht ausreichend. Es scheint so als würde der ArbG seine eigene SV-Ersparnis weitergeben, damit wird die bAV für ihn zum Nullsummenspiel.

Anyway ohne den Anbieter, den Tarif, und ob Einzel- oder Gruppenvertrag vorliegt zu kennen, sprich also welche Ablaufleistung der Vertrag hat, sind Aussagen zur Rentabilität durchaus schwierig.

Gegenfrage: Wenn du von der bAV abrücken würdest, welche Alternative hättest du denn im Kopf, so 6 Jahre älter?

Was tangieren dich die Steuern und Abgaben im Rentenalter? Gibt es dann noch Steuern? Wirst du noch leben und so viel Rente beziehen, dass du über das Existenzminimum kommst, das es vielleicht auch dann noch gibt?

Wenn ich einen Vertrag sehe, der noch 41 Jahre läuft, frage ich mich mehr, wie viel vom Beitrag dafür ausgegeben wird, dass in 41 (natürlich auch in 50, 60 und 70 Jahren ein garantierter Betrag ausgezahlt wird und was man sich vorstellt, dann dafür zu bekommen.

Was kriegt man für 1.000 € in 55 Jahren? Ein Opernabo (akt 320 €), eine Hotelübernachtung (150 €) oder doch mehr einen Laib Brot (3 €)? Kein Mensch kann vorhersehen, in welcher Währung wir zahlen und ob wir in der Zeit immer moderate Inflationen haben werden.

Wichtiger als die Steuern in Rente ist, wie hoch der Sachwertanteil im Vertrag ist. Wenn die 169,5 € in Aktien(fonds) gehen würden, wären sie bei Rente mindestens das Wert, das so nur nominell rauskommt aber nach Inflation sicher weniger als ein Drittel wert ist.

Alles zu kompliziert für dich? Das mit der BAV passt schon! Die Diskussion der Alten über die Steuer im Rentenalter sollte dich nicht tangieren.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:

Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt.

Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). 
Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. 
Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. 

Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Es ist nämlich schon wichtig, ob man später in der Rentenphase von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.


Bei meinen Schichtenvergleichen schneidet die BAV meist nicht so gut ab, wegen der Steuer und Sozialabgaben die in der Rentenphase zu bezahlen sind.  Dieser Effekt wird aber zum Teil durch den AG-Anteile an dem Sparbeitrag kompensiert. 
Mein expliziter Rat: Ich würde die BAV behalten und weiterzahlen. 

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