Frage zu Harz4

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4 Antworten

Tritt während des laufenden Bezuges von Hartz IV eine Arbeitsunfähigkeit ein, bleibt der Sozialversicherungsschutz erhalten und darüber hinaus werden die bisherigen Leistungen des ALG II weiterhin gewährt.

Das Vorliegen einer arbeitsunfähigen Erkrankung ist der ARGE unverzüglich durch eine ärztliche Bescheinigung anzuzeigen. Daraus muss sich auch die voraussichtliche Dauer der Erkrankung ergeben.

Gegebenenfalls ist eine Folgebescheinigung beizubringen für den Fall, dass die Erkrankung länger als bisher einschätzbar andauert. Auch der Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit ist der Behörde unmittelbar anzuzeigen.

Wenn und soweit Sie der Ihnen obliegenden Mitwirkungspflicht nicht nachkommen sollten, hat der Träger die Möglichkeit Leistungskürzungen vorzunehmen.

Überprüfe mal, ob Du alles ordnungsgemäß erledigt hast und wenn dem so ist, setze Dich schleunigst mit dem Jobcenter in Verbindung.

Das hängt davon ob und ab wann Du ALG2 Beantrag hast; stellt sich nach Beantragung erst monate Später heraus dass doch ALG2-Anpruch besteht, dann wird ALG2 ab Datum der Beantragung nachgezahlt.

Hast Du kein ALG2 (mehr) beantragt weil Du auf EU-Rente hofftest, so muss der Antrag neu gestellt werden und das ALG2 wird dann erst ab beantragung bezahlt.

Aber darf ich Fragen wie Du das Jahr ohne Geld überlebt hast? Und ob Du Krankengeld (von der Krankenkasse) bekommst oder beantragt hast? Denn wenn DU AU bist wäre die Krankenkasse Dein erster Ansprechpartner. Aufstockendes ALG2 bei Bedarf zusätzlich beantragen (wenn das Krankengeld weniger ist als ALG2)

Schauen wir uns den Paragraphen an, der in deinem Fall zum Tragen kommen könnte, damit Alg2 beim Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen auch rückwirkend übernommen werden muss.

§ 28 SGB X (Wiederholte Antragstellung)

Hat ein Leistungsberechtigter von der Stellung eines Antrages auf eine Sozialleistung abgesehen, weil ein Anspruch auf eine andere Sozialleistung geltend gemacht worden ist, und wird diese Leistung versagt oder ist sie zu erstatten, wirkt der nunmehr nachgeholte Antrag bis zu einem Jahr zurück, wenn er innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des Monats gestellt ist, in dem die Ablehnung oder Erstattung der anderen Leistung bindend geworden ist. Satz 1 gilt auch dann, wenn der rechtzeitige Antrag auf eine andere Leistung aus Unkenntnis über deren Anspruchsvoraussetzung unterlassen wurde und die zweite Leistung gegenüber der ersten Leistung, wenn diese erbracht worden wäre, nachrangig gewesen wäre.

Also: es kann sein, dass du rückwirkend Leistungen erhältst, es kann aber auch nicht sein, dass du nichts erhältst. Das Ganze hat nichts damit zu tun, ob du schon vorher Alg2 erhalten hast.
Vor allem wirst du die Frage beantworten müssen, wovon du in den letzten 15 Monaten gelebt hast.

Und das hast Du jetzt erst festgestellt ?

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