Fondssparen auf Indexfonds z.B. auf MSCI-Word - Risikobegrenzung?

4 Antworten

Ja natürlich gibt es die Gefahr des Totalverlustes: Wenn die Weltwirtschaft kollabiert, wenn der Planet Erde in ein schwarzes Loch gerät oder dann, wenn die Menschheit wieder auf die Bäume springt und mit Bananen bezahlt.

Abgesehen davon kann es keinen Totalverlust geben. Aber Volatilität ist sicher, dh, der Kurs kann sowohl steigen wie sinken. Bei einem Fondssparplan wird der Effekt aber durch regelmäßige Käufe ausgeglichen und auf lange Anlagezeiträume kann man nur gewinnen.

Bei einem ETF gibt es eine Reihe von Risiken, die zu einem Totalverlust oder zumindest einem sehr hohen Verlust führen könnten:

  • Insolvenz einer signifikanten Anzahl von Schwergewichten im Index: das wäre im Fall des MSCI World beispielsweise ein Bankrott der USA oder auch von Großbritannien oder Japan. In diesem Fall würden zahlreiche Unternehmen mit Mitleidenschaft gezogen - vor allem die kapitalabhängigen Largecaps. Der Indexwert wird sicher nicht auf Null sinken, aber ein deutlicher Verlust ist drin. Im Zuge der Finanzkrise hat man ja auch Abstürzt von 30% über ein überschaubares Zeitintervall gesehen.

  • Zusammenbruch des Bankensystems in der EUR-Zone: dann wäre zwar theoretisch ein Sondervermögen noch irgendwo vorhanden, mangels funktionierender Bankenlandschaft und ohne akzeptable Fungibilität der dann nicht mehr sinnvoll verwendbaren Währung EUR jedoch praktisch unverfügbar. Dies ist einem Totalverlust gleichzusetzen.

  • Eine globale Katastrophe (nehmen wir mal einen Meteoreinschlag) sorgt für einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft und der Kapitalmärkte. Ein geregelter Handel an Börsen würde dann wahrscheinlich nicht mehr stattfinden, d.h. Assets, die nicht physisch bei Dir sind, wären damit effektiv verloren.

Diese Katastrophenszenarien sind seeeeehr unwahrscheinlich und sollten einen Investor nicht davon abhalten zu investieren, denn wenn diese eintreten, dann ist im Prinzip auch keine einfache Rettung vor den Auswirkungen mehr möglich. Wenn man diese Szenarien für wahrscheinlich hält, dann sollte man überhaupt nicht in die Kapitalmärkte investieren.

Da UCITS ETFs Sondervermögen sein müssen und selbst Swaps und andere Instrumente besichert werden müssen, besteht die Gefahr eines Verlusts durch Ausfall der ETF-Emittenten oder Swap-Kontrahenten praktisch nicht.

Es verbleiben somit zwei wesentliche Risiken für zwar nicht Totalausfälle, aber für signifikante Verluste:

  • Risiken einzelner Branchen: sollte wie in der Finanzkrise eine einzelne Branche stark in der Gunst der Anleger abfallen, dann kann dies massive Kurseinbrüche des MSCI World nach sich ziehen, da der Index strikt den Kursentwicklungen folgt. Eine schnelle Umschichtung gibt es nicht vor dem nächsten Index-Rebalancing. MSCI hat normalerweise nur quartalsweise Indexüberprüfungen. Hier sind durch die Abhängigkeiten anderer Branchen durchaus Kurseinbrüche von -30% drin.

  • Risiken einzelner Schwergewichte: sollte z.B. eine Firma Apple heftig im Index gewichtet sein, so wäre im Fall eines massiven Kursverlusts (z.B. durch Betrugsfälle, Produktfehler, fallende Käufergunst) auch Auswirkungen auf den MSCI World zu sehen. Ein solcher Kurseinbruch kann aufgrund der Wechselwirkungen mit anderen Werten und der folgenden Vertrauenskrise durchaus -10% bewirken.

  • Risiken der Fremdwährungen, insbes. des USD: sollte der USD gegen den EUR stark abwerten, so werden die stark globalen Unternehmen zwar weiterhin solide Ergebnisse aufgrund ihrer globalen Absatzmärkte liefern, jedoch ein Großteil der Umsätze im USD-Binnenmarkt würde in EUR deutlich abfallen. Das könnte auch Einbrüche im MSCI World von 10-20% bedeuten.

  • Schließlich gibt es die allgemein konjunkturbedingte Volatiliät, die im historischen Mittel für Aktienmärkte zwar 6-9% Plus p.a. ausweist, jedoch auch Jahre einbezieht, in denen deutliche Verluste bestanden.

So kann man zwar davon ausgehen, daß im langfristigen Mittel die genannten Risiken irgendwie wieder herausgemittelt werden, da sich Märkte ja auch von heftigen Krisen wieder erholen, aber schlecht ist es, wenn diese Krise gerade dann zuschlägt, wenn man Positionen liquidieren will. Dann kann man schlecht weitere 5-10 Jahre warten, bis Erholung abgeschlossen ist.

Es gibt einige Optionen, Risiken zu begrenzen, aber diese bauen auf aktive Managementstrategien, nicht auf reine Indexprodukte mit starren Abbildungen eines Referenzwerts. Du kannst diese selbst umsetzen (Absicherungen mit Stops, Profite in Downturns mit Puts, gezielte Positionsaufstockungen in Kursdellen, Umschichtungen von Branchen, Regionen, Währungsräumen oder Kapitalisierungsgrößen, ...) oder aber auf ein aktives Fondsmanagement vertrauen.

Für die meisten harmlosen Privatanleger würde ich sagen, daß das wesentliche Risikomanagement darin besteht, nicht einen ETF zu wählen, sondern einen qualitativ hochwertigen, aktiv verwalteten Fonds für globale Aktien.

ein Totalverlust beim MSCI-World? Das ist sehr unwahrscheinlich, denn dann müsste der Index auf 0 fallen. Und das hiesse: alle Firmen verschwinden, es gibt keine Nachrücker in den Index, vermutlich gäbe es dann keine Börsen mehr etc. Ein Totalverlust aus dieser Sicht ist also eher unwahrscheinlich.

Wenn es wirklich ein ETF ist, dann ist auch das Emittentenrisiko gering, denn so ein ETF gehört zum Sondervermögen.

Risikobegrenzung? Das ginge nur über Absicherungsstrategien wie Putscheine oder andere Varianten.

Durch das Ansparen minimierst du die Risiken, denn hier greift der Cost-Average-Effekt.

Habe 150 € monatlich zur Verfügung - will evtl. Immobilie in 10 Jahren - Riester oder Fondssparen?

Ich würde gerne 150 - 200 € monatlich sparen, am besten mit guter Rendite, wofür ich auch bereit wäre ein gewisses Risiko einzugehen; aber auch nicht zu viel Risiko , weil ich mir vorstellen könnte, in den nächsten 10 Jahren eine Immobilie zu kaufen und dann das angesparte Geld gerne dafür gebrauchen würde.
Ich habe mich schon ein wenig im Internet erkundigt. Daraus habe ich den Eindruck, dass z.B. ein Riester-Fondssparplan in Frage käme, aber auch ein "normaler" Fondssparplan; Bausparverträge finde ich unattraktiv. Ich bin mir aber dennoch überhaupt nicht sicher, welches nun für mich die bessere Anlageform ist - u.a. weiß ich nicht, - ob ich den Riester-Fondssparplan z.B. nach 10 Jahren in einen Wohnriester-Vertrag ändern lassen kann? - welche Anlageform bessere Renditen und weniger Kosten verspricht und - welche Anlageform schließlich flexibler ist, z.B. für den Einsatz beim Kauf einer Immobilie in wenigen Jahren.

Vielen Dank!

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ETF Portfolio Zusammenstellung. Beginn mit 5.000€ & Sparplan, wie weit diversifizieren?

Hallo zusammen,

ich benötige objektive Stimmen zu meinem Portfolio, welches ich die Tage angehen möchte. Es geht mir nicht darum, meine exakten ETFs aufzuschreiben, sodass ich eine Meinung dazu bekomme. Vielmehr geht es um die Zusammenstellung meines Portfolios und ob die Sinn ergibt.

Ich wollte 5.000€ investieren mit einem darauffolgenden Sparplan von 200€ pro Monat. Ich kann bis zu 5 Sparplan-ETFS aufsetzen. Meine Risikostufe würde ich bei 7 einschätzen auf einer Skala bis 10. Ich möchte ein breit diversifiziertes Portfolio.

Meine Fragen: 1. Bei einer EInmaleinlage und dem Sparplan der darauf folgt: Würde es Sinn machen, die 5000€ vermehrt in nicht-sparplanfähige ETFs zu investieren? Macht es bei diesem Plan überhaupt Sinn auf mehr als 4/5 ETFs zu sparen? Genauere Details schreibe ich in die ETF-Beschreibungen. 2. Sollte es SInn machen, würde ich gerne weiter diversifizieren bei den Aktien-ETFs und Richtung Kommer's Weltportfolio gehen. Soweit ich das sehe, habe ich überhaupt keine Small & Mid Caps im Portfolio, allerdings macht dieses Portfolio bei den Summen glaube ich noch keinen SInn. 3. Würde ein S&P 500 bei einem MSCI World /ACWI überhaupt SInn machen? Der Fokus liegt erneut auf den USA und soweit ich das verstehe, bestehen diese zum großen Teil aus dem S&P 500. 4. Ich möchte sowohl Divididenden-Ausschüttende als auch thesaurierende ETFS, also keine 100% von keiner Sorte. Macht das Sinn oder gibt es hier etwas, was ich nicht verstehe? Ich habe es mir gut überlegt und möchte sowohl den Zinseszins-Effekt, als auch die kleine Motivation, wenn ich ab und zu was auf dem Konto sehe (zudem die Steuerfreiheit bis 800€).

65% Aktien (davon 70% MSCI World / 30% MSCI EM) 25% Anleihen 10% Rohstoffe / Immobilien

  1. MSCI World
  2. MSCI EM
  3. (Obwohl ich gerne weiter diversifizieren würde, da ich ja auch keine Small / Middle Caps wirklich habe. So habe ich dementsprechend auch über MSCI Europe/Asia Small Caps, Euro Stoxx50.. gedacht. Ebenso über den S&P 500 aber dieser ist ja mehr oder weniger vom MSCI World schon mitabgebildet, oder?)
  1. IShares Markit IBOXX EUR Liquid Sovereigns Capped oder X-Trackers II IBOXX Global Inflation
  2. X-Trackers DBLCI - OY Balanced ETF

Das wären meine Aktien-ETFS. Würde es jetzt in die weitere Diversifizierung gehen (Frage 2), würde ich auch über folgende ETFs nachdenken. 1. MSCI ACWI - thesaurierend - unfunded swap - 0,45% TER - Aktion (Ich habe auch diesen MScI ACWI gefunden, der ebenso kostenlos und sparplanfähig ist. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der den MSCI World & EM einfach so ersetzen kann und ob dies Sinn macht..) 2. S&P 500 - thesaurierend - unfunded swap - 0,12% TER - Aktion (Alternative 1: ausschüttend - unfunded swap - 0,15% TER) (Alternative 2: thesaurierend - physisch - 0,07% TER) 3. MSCI Europe Small Caps - thesaurierend - physisch - 0,3% TER

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Danke und LG

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