Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen oder nicht?

3 Antworten

Handelt es sich um einen Riester- oder Rüropvertrag (also etwas mit staatlicher Förderung?)

Oder ein normaler, private Rentenversicherungsvertrag?

Sind noch andere Leistungen wie z.B. Berufsunfähigkeit in den Vertrag eingeschlossen?

In wieweit unterscheiden sich die Anlagen in diesem Vertrag von den Vorstellungen die Du für ein selbst definiertes Portfolio hast?

Eine Beitragsfreistellung für 18 Monate ist ungewöhnlich - normalerweise gibt es kein Limit.

Hallo. Es handelt sich um eine private fondsgebundene Rentenversicherung. Keine weiteren Leistungen. Ich würde gerne mehr ETFs besparen und sie langfristig besparen. An Aktien traue ich mich noch nicht ran. So steht es in meinen Unterlagen...max 18 Monate.

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@Thomas57

Grundsätzlich ist eine Rentenversicherung nicht deutlich teurer als ein normaler Fondssparplan (sofern man ihn durchhält).

Bei einem Fondskauf (sagen wir mal mit regelmäßigen Raten um nicht komplett Äpfel mit Birnen zu vergleichen) wird der Ausgabeaufschlag (meist zwischen 3 und 5%) von der entsprechenden Rate erhoben (man bekommt also nicht 100% Anteile für sein Geld sondern etwas weniger).

Bei einer Rentenversicherung werden eine Abschlusskosten in Höhe von etwa 5% der gesamten zu erwartenden Sparleistung (12 x Beitrag x Beitragsdauer) fällig die auf die ersten 5 Jahre verteilt werden. Weitere Ausgabeaufschläge fallen nicht an.

Steuerlich werden die beiden Dinge unterschiedlich behandelt. der Fondssparplan wird praktisch pro Jahr bzw. beim Verkauf versteuert und die Rentenversicherung erst am Ende der Laufzeit. Beides hat Vor- und Nachteile. Innerhalb einer Rentenversicherung würde ein Wechsel des Fonds (also Verkauf und Anlage in einem neuen Fonds) zu keiner Steuer führen und damit ist mehr Geld in dem neuen Fonds angelegt. Der Nachteil ist natürlich, dass eine gehörige Summe an Abschlusskosten am Anfang des Sparvorganges weg ist und nicht Zinsen bzw. Gewinne bringt.

ETFs sind nun wieder eine andere Nummer. Eigentlich sind es sowas ähnliches wie Fonds allerdings ohne Management und (meist) geringeren Kosten (ich empfehle zum Einlesen JustETF).

In Deinem konkreten Fall würde ich der Gesellschaft schreiben und den Vertrag beitragsfrei stellen. Denn wenn Du von Deiner Anlage nicht überzeugt bist dann macht es keinen Sinn weiteres Geld in die Abschlusskosten zu stecken.

Die Gesellschaft kann dann auf die 18 Monate verweisen aber das kann Dir egal sein. Denn im schlimmsten Fall geben sie Dir dann nach 18 Monaten Deine Einzahlungen bereinigt um Gewinne oder Verluste und unter Abzug der anteiligen Abschlusskosten zurück. Ich würde bei diesem Schreiben auch um Angabe des Rückkaufwertes bitten. So kannst Du entscheiden, ob Du die Geschäftsbeziehung mit einer Einmalauszahlung beenden willst oder ob der Vertrag erst einmal so verbleibt.

Beim Kauf der ETFs würde ich Dir raten nicht wieder auf Angebote von Sparkassen, Banken, Vermittlern zu setzen die wiederum eigene ETFs im Angebot haben die aber recht teuer entweder in der Anschaffung oder bei den Verwaltungskosten sind. Hier wird viel Etikettenschwindel getrieben - wie geschrieben JustETF oder andere Roboadvisor (googeln) im Zusammenspiel mit Onlinebanken sind Dein Freund.

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@detlef32

Danke für die ausführliche Antwort. Kann es nicht jedoch sein, dass die Versicherung nach den 18 Monaten die Summe wieder anfängt normal vom Konto abzuziehen?

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@Thomas57

Eine Abbuchung von Deinem Konto ohne Deine Zustimmung ist nicht legal und würde keine Versicherung machen. Weil, natürlich widerrufst Du die Einwilligung zur Abbuchung mit dem Schreiben zur Beitragsfreistellung.

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Die Frage ist tatsächlich nicht so einfach zu beantworten. 1) Hattest du jetzt die einmaligen Kosten bei Abschluss bereits, richtig? 2) Die laufenden Kosten werden ggf. durch deinen Steuervorteil (und ggf. Förderung?) gecovert. Ich würde sagen, dass diese Produkte i.d.R. schon sehr teuer sind, sie sich aber dafür eignen etwas Steuern zu sparen und staatliche Förderung zu erhalten (natürlich nur sehr begrenzt). Ich würde an deiner Stelle erst mal überprüfen, wie hoch die laufenden Kosten tatsächlich sind und wie hoch Renditeerwartung + Steuervorteil + ggf. staatliche Förderung sind. Dann kannst du immer noch überlegen, ob du dieses Versicherungsprodukt auslaufen lässt bzw. auflösen möchtest. Agiere hier bitte nur nicht vorschnell. Grüße.

Hallo. Nein beim Abschluss gab es keine einmaligen Kosten. Mir wurde gesagt, dass ich diese mit meinem Sparbetrag monatlich abbezahle, als es wird jeden Monat etwas von diesem Betrag abgezogen, bis die Kosten gedeckt sind. Was mich auch sehr stört. Ja ich spare mir einen Teil der Steuern, wenn ich irgendwann mit 67 das ganze Kapital rausnehmen würde. Leider habe ich die Zahl nicht mehr im Kopf, aber die Kosten sind schon sehr hoch. Wurde bei der SwissLife abgeschlossen.

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Ich weiß zwar nicht, wie die Kündigungsbedingungen sind, aber wenn Du bisher nicht mehr als €250 eingezahlt hast, kannst Du ja nicht so besonders viel verlieren.

Willst Du Dein Geld lieber selbst anlegen, dann kündige den Vertrag, aber prüfe sicherheitshalber noch einmal genau, ob und wenn ja, welche Kosten durch eine Kündigung entstehen.

Ich persönlich halte von dieser Art Rentenversicherung gar nichts. Sie sind in der Regel zu teuer, unflexibel und bieten nicht einmal eine Garantie, dass man seine Beiträge wieder herausbekommt. Die endgültige Rente wird erst bei Fälligkeit festgelegt und mit den vorher festgelegten Mindestrentenfaktoren müsste man bei einigen Versicherungen dafür älter als 100 Jahre werden.

Mit einem günstigen ETF-Sparplan hat man diese Garantie zwar auch nicht, aber man ist flexibler und wegen der erheblich niedrigeren Kosten fährt man damit in der Regel besser.

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-world/

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/

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