"Finanzierungszwang" bei Immobilienkauf?

3 Antworten

Olsen

Entspricht das Finanzierungsangebot der Bank in allen Teilen deinen Vorstellungen und hast du es mit Angeboten der Mitbewerber verglichen, dann würde ich mich an der Bedingung nicht stören.

Zu prüfen sind:

1) Darlehenshöhe: Deckt das von der Bank angebotene Darlehen deinen gesamten Fremdkapitalbedarf ab? Oder und in welcher Höhe muss ein Finanzierungsspitze zu welchen Zinsen anderweitig gedeckt werden?

2) Zinsbindung wegen der Planungssicherheit: Entspricht die Zinsfestschreibungszeit der Finanzplanung, nach der z. B. spätestens mit Rentenbeginn das Darlehen bei gleichbleibender monatlicher Belastung vollständig getilgt sein sollte?

3) Belastung: Entspricht die Zins- und Tilgungsleistung (Annuität) deinem Budget? Ist die Effektivverzinsung marktgerecht/marktgünstig? Bei geringen Darlehenssummen (z.B. unter 100 000 € werden i. d. R. höhere Zinsen verlangt.

4) Sondertilgungrecht: Hast du als Darlehensnehmer die Möglichkeit, während der Zinsfestschreibungszeit Sondertilgungen (z. B. 5 oder 10 % des Nominalkapitals) vorfälligkeitsentschädigungsfrei leisten zu dürfen? Wegen der vorzeitiger Kündigung siehe Ziff. 11).

5) Tilgungsänderung: Besteht die Möglichkeit, während der Zinsfestschreibungszeit den vertraglich vereinbarten Tilgungssatz zu reduzieren oder zu erhöhen, wenn ja bis zu welchen Prozentsatz und wie oft?

6) Bereitstellungszinsen: Für welchen Zeitraum ab verbindlicher Darlehenszusage fallen Bereitstellungszinsen an und in welcher Höhe (z. B. 0,25 % monatlich ab 6. Monat)?

7) Risikozuschlag: Verlangt der Darlehensgeber für einen Darlehensteil, der außerhalb der erststelligen Beleihungsgrenze liegt, einen höheren Zins, in welcher Höhe und entfällt dieser Zinszuschlag nach Rückführung des Darlehensteils oder gilt für das gesamte Darlehen ein einheitlicher Mischzins bis zum Ende der Zinsfestschreibungsfrist?

8) Sicherheiten: Welche zusätzlichen Sicherheiten verlangt die Bank neben der üblichen (erststelligen) Grundschuld, z.B. die Bürgschaft eines bonitätsdstarken Dritten, die gesamtschuldnerische Mithaft eines Dritten, Verpfändung weiterer Immobilien, Abtretung der Rechte aus einer einer Lebens- oder Risiko-Versicherung? Welche zusätzlichen Belastungen kommen dadurch auf dich als Darlehensnehmer zu?

10) Vorrangrechte: Der Darlehensgeber macht die Darlehensgewährung von der Sicherung durch eine erststellige Grundschuld abhängig. Welche Belastungen dürfen der Grundschuld im Grundbuch ausnahmsweise im Range vorgehen (z.B. geringe Bausparkassengrundschuld, Wegerecht)?

11) Noch eine Anmerkung zum Thema Kündigung: Ungeachtet der vereinbarten Zinsfestschreibungsfrist kann der Darlehensnehmer den Darlehensvertrag vorzeitig kündigen, wenn seine berechtigten Interessen dies gebieten und seit dem vollständigen Empfang des Darlehens sechs Monate abgelaufen sind. Ein solches Interesse liegt insbesondere vor, wenn der Darlehensnehmer ein Bedürfnis nach einer anderweitigen Verwertung der zur Sicherung des Darlehens beliehenen Sache hat. Der Darlehensnehmer hat jedoch dem Darlehensgeber denjenigen Schaden zu ersetzen, der diesem aus der vorzeitigen Kündigung entsteht (Vorfälligkeitsentschädigung). Gemäß § 489 BGB kann ein Darlehensvertrag ganz oder teilweise in jedem Fall (entschädigungslos) nach Ablauf von zehn Jahren nach dem vollständigen Empfang unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten gekündigt werden.

Schluss: Ob die Bank weitgehendst unbürokratisch arbeitet, das Beleihungsverfahren schlank abwickelt und in der Verwaltung kundenfreundlich vorgeht beurteilen am ehesten Bestandskunden. Hier arbetet der Vermittler mit der Bank zusammen, sodass du eine zügige Abwicklung erwarten darfst.

Ist so eine Vorgehensweise rechtskonform?

Nein ... das ist eine (unzulässige) Form der Nötigung ..... möchte der feine Herr Makler, seine Kaution vielleicht auch noch ohne Rechnung / Quittung haben?

Rechtskonform ist der Kaufvertrag mit dem Eigentümer. Ob der zustande käme, könnt ihr kaum beeinflussen.

Wenn das Objekt der Bank A gehört, wird die kaum auf Zinserlöse verzichten. Zahlt sie gute Abschlussprovisionen, der Makler nicht auf deren Hypothek.

Ich finde das nicht rechtswidrig oder kannst du dir die Bank bei Finanzierung im Möbelhaus aussuchen?

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