Finanzamt: wie überzeugen, daß Selbständigkeit keine Liebhaberei, sondern Schufterei ist?

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6 Antworten

Wen ich Frau Schleselmanm´+n noch etwas ergänzen darf, die Gewinnerzielungabsicht muss schon klar unterlegt sein.

Also die hergestellten Stücke müssen entweder verkauft worden, oder noch vorhanden sein, sozusagen als Lagerbestand.

und es muss erkennbar sein, dass verkaufs- und gewinnerzeilungsabsichten echt vorhanden sind (Werbung, Internetprässenz usw.).

trotzdem, wenn es über Jahre nur Verluste gibt, dann wird es sehr schwierig werden.

Wer glaubt schon, das man zusätzliche zu unbezahlter Arbeit, auch noch zusätzliches Geld investiert wird, wenn man sich also ohne das Gewerbe besser stehen würde.

Fragen des Finanzamtes können nicht vermieden werden. Man sollte aber darauf vorbereitet sein. Ihre Freundin hätte vor Beginn ihrer Tätigkeit einen Geschäftsplan aufstellen können, aus dem hervorgeht, dass Sie Gewinn erzielen wird. Wenn Sie das noch nicht getan hat, sollte Sie es jetzt tun, um später irgendwann ihre Gewinnerzielungsabsicht belegen zu können.

In unserem Steuersystem werden Gewinne mit Verlusten verrechnet. Bei Künstlern bzw. Kunsthandwerkern ist das noch vertrackter. Handwerker sind in Deutschland in einer Innung, evtl. Töpferei, Künstler nicht. Da ist das alles "Privatvergnügen". Vielleicht macht Ihr mal einen Businessplan, um das Finanzamt zu überzeugen, dass Ihr auch ein Gewerbe mit Gewinnerzielung haben wollt. Die Angelegenheit ist nicht einfach Ich freute mich, Euch begleiten zu können. Also fragt mich weiter. Ursula

auch noch ergänzt: es kommt auf die Gewinnerzielungsabsicht zu Beginn der Tätigkeit an. Wenn man dann (unerwartet)Verluste erzielt, dürften die nicht so einfach vom Finanzamt nicht anerkannt werden. Man sollte dann aber Maßnahmen ergreifen, so wie @wfwinder beschrieben hat, neue (realistische) Geschäftspläne erstellen und irgendwann die Tätigkeit aufgeben, wenn's denn keine Gewinne bringt.

Letzlich ist das ganze doch recht und auch plausibel...

Dem Finanzamt ist es erstmal egal was ihr macht, solange ihr die Selbständigkeit nicht in erster Linie dazu benutzt, eure Steuerlast zu drücken. Sonst könnte sich logischerweise jeder ein teures Hobby suchen und dieses als scheinbare "Selbständigkeit" nutzen, um Steuern zu sparen.

Sprich: Es kommt nicht auf die Arbeit an, sondern es geht um das, was hinten "rauskommt". Verluste sind in der Anfangszeit der Gründung durchaus normal. Wenn die Selbständigkeit sich jedoch über viele Jahre hinzieht, ohne Gewinn zu erwirtschaften, wird es schwierig werden.

...sie kann mit ihren Umsätzen grade so die laufenden Kosten für Material, Zubehör etc. decken...

Da wird das Finanzamt wohl zu recht fragen, wovon sie den eigentlich Lebensunterhalt, Miete, Verkehrsmittel,.... bezahlt.

"Liebhaberei" heisst ja neudeutsch auch "Hobby" und ich kenne viele Menschen, die für ihr Hobby mehr schuften als bei ihrer "normalen" Arbeit - die Schufterei Deiner Freundin dürfte also auch kein Argument sein.

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