Finanzamt versteuert Arbeitslosengeld UND Rentennachzahlung trotz Verrechnung

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5 Antworten

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Vielleicht war meine Fragestellung nicht konkret genug. Ich habe kürzlich unseren Steuerbescheid für 2012 vom Finanzamt zurückerhalten. Darin waren gleichzeitig Arbeitslosengeld und Rente versteuert. Und zwar der gleiche Betrag, obgleich diese Beträge miteinander verrechnet worden sind. Die zugrunde liegende Rentennachzahlung erfolgte 2013 für 2012 und wurde im Einkommensteuerbescheid 2012 entsprechend erfasst. Das ist sicherlich korrekt. Diese Rentennachzahlung wurde mit dem 2012 bezahlten Arbeitslosengeld verrechnet. Trotzdem sind Rente und Arbeitslosengeld im Einkommensteuerbescheid jeweils gesondert versteuert in ein und demselben Einkommensteuerbescheid. Trotz Verrechnung!!! Ich bin weder Privatier noch Steuerfachmann. Ansonsten hätte ich diese Frage nicht gestellt. Aber die doppelte Besteuerung im Einkommensteuerbescheid 2012 kann doch nicht richtig sein!

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Das wäre unfaßbar!

Das ist keineswegs unfaßbar. Ich nehme an, dass die Verrechnung erst 2013 erfolgt ist und demnach nicht in 2012 steuerlich erfaßt werden kann. Was soll denn da falsch sein? Das geht doch anderen Steuerpflichtigen auch so bei Aufteilung auf zwei Kalenderjahre. So funktioniert Steuerrecht nun einmal.

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Das Arbeitslosengeld ist steuerfrei und wird daher nicht versteuert. Es fließt lediglich in den Progressionsvorbehalt (Erhöhung des Steuersatzes) ein. Sie zahlen also nicht "zweimal Steuer".

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Kommentar von steuersurprise
19.08.2013, 19:04

Sicherlich ist das Arbeitslosengeld separat gesehen steuerfrei. Wenn sich jedoch dadurch der persönliche Steuersatz erhöht, kann ich insgesamt keine Steuerfreiheit erkennen. Diese "Steuerfreiheit" bedeutet bei mir persönlich fast exakt 1000 Euro zusätzliche Steuern. Das Wort lediglich (in den Progressionsvorbehalt) finde ich in diesem Zusammenhang nicht angemessen. Fazit: Ich muß für das Steuerjahr 2012 die Rentennachzahlung direkt versteuern sowie zudem das damit zurückbezahlte Arbeitslosengeld über die Erhöhung meines persönlichen Steuersatzes. Was ist das anderes als eine doppelte Besteuerung??? Es ist nichts anderes!!!

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Den Steuerbescheid von 2012 kannst du innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt mit einem Einspruch angehen - das wäre auch zu empfehlen.

Zumindest wird dann das Finanzamt im bescheid seine Gründe ausführlich erläutern und die entsprechende Gesetzeslage angeben.

Dann ist zu prüfen, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat - aber dazu ist schon ein Steuerberater zu empfehlen.

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Kommentar von steuersurprise
19.08.2013, 17:52

Danke für die Antwort. Einen Widerspruch habe ich gleich eingelegt. Allerdings erscheint mir die Angelegenheit momentan wie ein Kampf gegen Windmühlen. Die Arbeitsagentur verweist darauf, dass sie den Erhalt der Rückzahlung erst Anfang nächsten Jahres dem Finanzamt meldet und ist nicht bereit, eine entsprechende Bestätigung über die Rückzahlung sofort zu erteilen.

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Kommentar von vulkanismus
19.08.2013, 18:47

Solche Ratschläge sind nicht empfehlenswert. Ein Einspruch ist nur dann zu erheben, wenn Zweifel an der Richtigkeit des Steuerbescheides bestehen. Dies ist hier nicht der Fall. Die Steuerbehörde hat auch keine ausführlichen Gründe anzuführen - dies ist bereits geschehen (steuersurprise hat sie nur nicht gelesen).

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Kommentar von EnnoBecker
19.08.2013, 19:35

kannst du innerhalb von 4 Wochen

Manche Dinge halten sich hartnäckig, was?

Wollen wir mal rechnen?

Also, am Donnerstag, den 21. Dezember, kommt ein Bescheid. Er trägt das Datum von Mittwoch, dem 20. Dezember. Vier Wochen sind um mit Ablauf des Mittwoch, den 17. Januar, richtig?

Bis wann kann Einspruch eingelegt werden?

Ich komme auf Montag, den 29. Januar, also fast zwei Wochen mehr als vier Wochen.

Hoffe, ich hab mich nicht verzählt.

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Die zugrunde liegende Rentennachzahlung erfolgte 2013 für 2012 und wurde im Einkommensteuerbescheid 2012 entsprechend erfasst.

Hier ist bereits der erste Fehler. Rentennachzahlungen sind im Jahr des Zuflusses zu versteuern, § 11 (1) EStG. Zudem ist die Fünftelregelung anzuwenden, § 34 EStG. Die Erfassung in 2012 ist falsch.

Die Zahlung von ALG in 2012 führt zum Progressionsvorbehalt, soweit richtig. Wird das ALG zurückgezahlt, ist es zunächst von den im selben Kalenderjahr bezogenen Leistungsbeträgen abzuziehen. Ergibt sich hierdurch ein negativer Betrag, weil die Rückzahlung höher ist als die erhaltenen Beträge oder weil keine Leistungen gezahlt wurden, ist auch der negative Betrag beim Progressionsvorbehalt zu berücksichtigen (negativer Progressionsvorbehalt). Das wäre also in der 2013er Erklärung zu berücksichtigen.

Fazit:
Einspruch einlegen und die Nichtberücksichtigung der Rentenzahlung in 2012 begehren.

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Kommentar von steuersurprise
19.08.2013, 23:45

Herzlichen Dank für diese Antwort und das Fazit! Ich werde gleich morgen alles Notwendige veranlassen. Ihre Antwort stimmt mich wieder optimistisch in dieser Angelegenheit. Vielen Dank noch einmal für Ihr Engagement und Ihre Hilfe!

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