Finanzamt verlangt Nachweise vom Arbeitgeber wie oft ich da war, rechtens?

3 Antworten

Wundert mich?

Wenn die erste Tätigkeitsstelle gemeldet ist, als Angestellter seine sagen wir 190 Arbeitstage (230 minus 30 Tage Urlaub minus 10 eventuell Krankheitstage) beider Steuererklärung einträgt und sich daraus 190x einfache Fahrstrecke Strecke eine Überschreitung des Werbungskosten Pauschbetrag ergibt dann ist dies so. Wenn darüber ein Nachweis (Werkstatt-Inspektion KM-Stand) angereicht wird ist es doch in den meiste Fällen ausreichend. Oder ?

Ja, darf sie verlangen.

Wenn jemand so weit von seiner Arbeit wegzieht, dürfen die schon überprüfen, ob der Arbeitnehmer/Stpfl. wirklich diese Beschwernis, freiwillig auf sich nimmt.

Die Frage nach Erstattungen ist natürlich ebenso rechtmäßig.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Natürlich will das Finanzamt wie für alles Nachweise sehen, ist doch logisch oder? Wer eine Erstattung will muss seine Aufwendungen schon nachweisen.

Kann ich die Tätigkeit beim Kunden meines Arbeitgebers, dem Finanzamt als Dienstreise "verkaufen"?

Ich arbeite in der häuslichen Pflege bei einem Behinderten in seiner Wohnung. Meine Dienste dauern immer 24 Stunden. Ich habe ca. 2 Dienste pro Woche. Gerne würde ich Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Ob dies anerkannt wird, steht scheinbar in direktem Zusammenhang mit der Frage nach der regelmäßigen Arbeitsstätte. Sollte der Ort meiner Tätigkeit (also beim Kunden) nicht als regelmaßige Arbeitstätte definiert sein, was ich mir nicht 100 prozentig beantworten kann, müsste ich doch jeden meiner Dienste als Dienstreise darstellen können und könnte dann den Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Habe ich da Chancen? Das folgende Zitat macht mir Hoffnung:

Reisekosten – Langfristiger Kundeneinsatz führt nicht zu regelmäßiger Arbeitsstätte

Mit Urteil vom 9.7.2009 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es sich nicht um eine regelmäßige Arbeitsstätte im Sinne des Einkommensteuergesetzes handelt, wenn der Arbeitnehmer beim Kunden seines Arbeitgebers tätig wird. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer dort längerfristig eingesetzt wird.

Die Folge ist, dass der Arbeitnehmer die Kosten für die tatsächlich gefahrenen Kilometer zum Kunden steuerfrei erstattet bekommen bzw. als Werbungskosten geltend machen kann und nicht auf die Entfernungspauschale von EUR 0,30 pro Entfernungskilometer beschränkt ist. Der Bundesfinanzhof bestätigt mit diesem Urteil seine jüngere Rechtsprechung, wonach nur eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers eine regelmäßige Arbeitsstätte sein kann – nicht aber die betriebliche Einrichtung eines Kunden.

Die Finanzverwaltung hat sich dieser Auffassung inzwischen angeschlossen.

Außerdem steht bei Wikipedia folgendes unter Reisekosten:

„Reise“ ist als gleichzeitige Abwesenheit von der Wohnung und der regelmäßigen Arbeitsstätte definiert. Beruflich oder betrieblich veranlasst ist eine Reise, wenn die private Lebensführung den Zweck der Reise nicht oder nur unwesentlich berührt; Abgrenzungsfragen hierzu behandelt der Artikel Dienstreise.

Reisekosten umfassen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand und Reisenebenkosten. Steuerlich voll anerkannt wurden sie bis Ende 2007 aber nur bis zu einer gewissen Dauer der Reise (deutsches Steuerrecht i. d. R. 3 Monate, österr. teilweise kürzer). Dauerte die Reise länger, nahm das Finanzamt im Regelfall an, dass der Mittelpunkt der Lebensführung an den Ort der Auswärtstätigkeit verlagert wurde. Der Ort der auswärtigen Tätigkeit wurde dann als neue regelmäßige Arbeitsstätte angesehen. Diese Auffassung wurde durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 9. Juli 2009 aufgehoben.[1] Damit sind Fahrten zum Kunden immer als Dienstreise anzusehen, egal auf welche Dauer sie angelegt sind.

Vielen Dank im Voraus!!!

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Tankbelege erforderlich für etwa 150-160km Fahrt zur Arbeitsstätte?

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zum Ansetzen des Fahrtweges zur Arbeitsstätte:

Ich bin, als ich angefangen habe in Frankfurt zu arbeiten, täglich (von Montag bis Mittwoch) etwa 150-160km mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Donnerstag und Freitag konnte ich in der Regel von zuhause aus arbeiten. D.h. also, dass ich nur an drei Tagen jeweils etwa 300km (hin und zurück) gefahren bin. Pro Tag hatte ich etwa Spritkosten von 35-40€. Wenn ich mit dem ICE gefahren wäre, wäre dies durchaus teurer gewesen. Insgesamt waren dies ca. 150 Fahrten nach Frankfurt (einfach gewertet).

Da ich mir anfangs gedacht habe, dass ich lieber 350-400€ für Sprit zahle und dafür täglich bei meiner Familie bin, bevor ich 600-700€ für die Miete in Frankfurt zahle, habe ich den Weg zumindest von Montag bis Mittwoch auf mich genommen. Irgendwann Mitte 2017 wollte ich jedoch die Anzahl der Fahrten reduzieren, damit ich erstens von den Fahrten nicht so erschöpft bin und auch das Unfallrisiko reduziere, weshalb ich mir in Frankfurt ein kleines 18m² Zimmer gemietet habe, da ich dies glücklicherweise zu einem Schnäppchenpreis von etwa 230€ erhalten habe. Dadurch musste ich nur noch Montag hin- und Mittwoch zurückfahren und hatte Dienstag die Kurzfahrt in Frankfurt zur Arbeit.

Ich will somit mein Zimmer in Frankfurt als Zweitwohnsitz steuerlich geltend machen, da ich dort meist nur 2 Nächte schlafe und meine Familiie und Freunde an meinem Hauptwohnsitz sind.

Nun habe ich das Problem, dass ich die Tankbelege nie gesammelt habe und für 2016 Werbungskosten von etwa 7800€ und in 2017 von etwa 9100€ (wegen der Zweitwohnung) habe. Was glaub ihr, wie das Finanzamt nun in dem Fall reagiert, wenn ich keine Tankbelege vorliegen habe?

Beste Grüße

Markus

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Steuer 2013: Belege für Fahrten zur Einsatzwechseltätigkeit?

Hallo!

Ich bin seit Ende 2012 in einer Einsatzwechseltätigkeit beschäftigt, einfache Strecke zum Einsatzort 50 km. Auch alles in der elektronischen Steuererklärung angegeben, mit Kilometerpauschale 30 ct/km gerechnet. Da man sich ja aussuchen konnte, ob Pauschalkosten oder tatsächliche Kosten, hab ich der Einfachheit halber halt die Pauschale gewählt.

Ich habe heute einen Brief vom Finanzamt erhalten, dass Nachweise benötigt werden, dass ich keine Leistungen für die Fahrten erhalten habe und es sich wirklich um eine Einsatzwechseltätigkeit handelt (soweit ja kein Problem, den Schrieb habe ich mir schon gleich Anfang des Jahres vom Arbeitgeber besorgt). UND Nachweise über die Fahrten wollen sie auch.

Problem: Dazu habe ich nichts :-/ Mein Auto ist noch recht neu, da war noch nie Tüv oder sowas, keine Werkstattaufenthalte oder so. Keine Tankbelege, null. Mein Fehler war, dass ich nicht bedacht habe, dass ich durch die täglich 100km über die Grenze von 4500€ komme, wo dann Nachweispflicht herrscht.

Meine Frage: Was passiert jetzt? a) Der Beamte lässt alles, was über die 4500€ geht unberücksichtigt und rechnet eben mit 4500€ b) Ich bekomme nicht die tatsächlichen Kosten (also Hin- und Rückweg) sondern "nur" die Entfernungspauschale, also einfacher Weg c) Ich bekomme gar kein Geld für die Fahrten d) ich bekomme Ärger, weil Nachweispflicht herrscht und ich keine Nachweise habe, von wegen Betrug o.ä.

Vielen Dank für die Hilfe :) Ich würde nur gerne wissen, was ungefähr auf mich zukommt.

(P.S.: Nächstes Jahr hat es sich eh erledigt, da hat sich ja die Gesetzgebung geändert, dann gibts so oder so die Entfernungspauschale).

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