Falschberatung, verjährt der Anspruch auf Schadenersatz gegenüber der Bank?

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Wenn dir jetzt erst ein Schaden entstanden ist, brauchst du dir über Verjährungsfristen kein Kopf machen.

Was viel schwieriger ist, wie kannst du dem Bankberater eine Falschberatung nachweisen? Hattest du Zeugen beim Gespräch, die sich noch genau daran erinnern können? Hast du das Verkaufsprospekt mit allen Hinweisen zur Anlage erhalten? Hast du unterschrieben, dass du es erhalten hast? Steht vielleicht im Verkaufsprospekt etwas von den Risiken (vielleicht sogar des Totalverlustes) drin?

Der Verkaufsprospekt des Fonds weist sicher die allgemeinen Risiken (Wertrisiko, Emittentenrisiko, Währungsrisiken), sowie auf die speziellen Risiken des Fonds hin.

Die Option zur befristeten Aussetzung der Rücknahme von Anteilen ist durch das Investmentgesetz geregelt und damit ebenfalls Gegenstand der Vertragsbedingungen beim Kauf des Fonds.

Du solltest nun den Vorwurf der Falschberatung konkretisieren. In welchem Punkt besteht dies Deiner Ansicht nach?

Die Aussage "Fonds sind immer veräußerbar" stimmt im Grunde, da auch die geschlossenen Fonds handelbar sind. Ausnahmen bzw. Einschränkungen ergeben sich als Materialisierung der Risiken, die im Verkaufsprospekt genannt sind.

Die wesentliche Frage ist m.E. nun, ob Du den Verkaufsprospekt erhalten hast. Gibt es ein Protokoll des Beratungsgesprächs?

Bezüglich Verjährung: diese beträgt derzeit drei Jahre ab der Kenntnisnahme der Falschberatung. Wurde der Fonds also vor drei Jahren gekauft und im Juni 2010 geschlossen, so kann man annehmen, daß nach einer gewissen Frist diese Information zu Deiner Kenntnis gelangt ist, z.B. im Juli 2010 oder max. wenn die Depotbank Dich darüber informiert hat. Ab diesem Zeitpunkt ticken die drei Jahre.

Wo ist denn da die Falschberatung ? Derzeit geschlossen klingt nach einem offenen Immobilienfonds. Die kann man idR täglich verkaufen, zum Schutz der Anleger in Krisen können diese allerdings auch kurzfristig geschlossen werden. So ein Fonds sollte jedoch nicht bei einem Anlagehorizont von 3 Jahren angelegt werden, also wieso jetzt verkaufen ? Und verkaufen kannst Du ihn jederzeit über die Börse mit einem gewissen Abschlag. Wenn gut läuft, hat der Kunde eine gute Entscheidung getroffen, wenns schlecht läuft, hat der Berater falsch beraten ;-)

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