Fahrtkostenzuschuß des Arbeitsamtes in der EkSt-Erklärung

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2 Antworten

Was ist denn eine Pendlerpauschale?

Also, da der Zuschuss nicht vom Arbeitgeber kommt, ist § 3 Nr. 16 EStG nicht anzuwenden. Danach wäre der Fahrtkostenzuschuss bis zur Höhe der Entfernungspauschale steuerfrei.

Der Zuschuss kommt aber von den Arbeitsagenten und ist damit ein "Zuschuss zum Arbeitsentgelt" im Sinne des § 32b (1) Nr. 1 EStG.

Damit ist die Vorgehensweise klar:

Zunächst sind die Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit der Entfernungspauschale als Werbungskosten abzurechnen - also wie üblich.

Der Zuschuss vom Agenten des Arbeitsamtes unterliegt dem Progressionsvorbehalt und ist in der Anlage N entsprechend zu erfassen - wie das Arbeitslosengeld auch.

Prog. vorbehalt aber nur für ALG1, oder?

Kenne mich da nicht so aus, vlt. gibt es auch für Alg2-Aufstocker so einen Zuschuss.

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@Larkolas

Keine Ahnung, ob bei ALG2 auch Fahrtkostenzuschüsse gezahlt werden.

Richtig ist aber, das ALG2 keine Lohnersatzleistung is, sondern eine Grundsicherung. Deshalb zaucht es in der Einkommensteuer nirgendwo auf.

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@Larkolas

Keine Ahnung, ob bei ALG2 auch Fahrtkostenzuschüsse gezahlt werden.

Richtig ist aber, das ALG2 keine Lohnersatzleistung is, sondern eine Grundsicherung. Deshalb taucht es in der Einkommensteuer nirgendwo auf.

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Selbstverständlich meinte ich die Fahrtkosten nach Entfernungspauschale. Der Begriff Pendlerpauschale ist mir wahrscheinlich nur umgangssprachlich gebräuchlicher.

Deine Ausführungen haben mir jetzt aber klar gemacht, wie ich Einnahmen und Ausgaben aufzuführen habe.

Danke nochmals!

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@puba07

Der Begriff Pendlerpauschale ist mir wahrscheinlich nur umgangssprachlich gebräuchlicher

Ja, er wird ja auch von den Medien gern verwendet.

Aber da habe ich wohl so eine Macke und muss immer noch schnell die Welt .... retten....:

Ein Pendel geht ja von A nach B und zurück nach A. Eine Entfernung ist der Abstand zwischen A und B - und die ist Gegenstand der Pauschale.

Würde man auch medial die richtigen Begriffe benutzen, würden so manche Unsicherheiten ("kann ich nur die einfache Strecke ansetzen oder hin und zurück?") vermieden werden können.

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@EnnoBecker

Oha, so habe ich das mit dem Pendel von A nach B noch gar nicht gesehen. Gebe Dir aber vollkommen recht, dass hierdurch Unsicherheiten entstehen, ob einfacher oder doppelter Fahrtweg gemeint sind. Gute Eselsbrücke!

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@puba07

Ja, ich bin eben ein schlicht gestrickter Geist und brauche nunmal einfache Erklärungen. Sonst bin ich verloren......

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Also zum 1.: wenn Du Geld vom Arbeitsamt für die Fahrten erhalten hast, kannst Du natürlich keine Ausgaben geltend machen. Zum 2.: mir kommt die Höhe von 201,00 Euro/Monat für nur 25 km spanisch vor. Bist Du sicher, dass dieser Zuschuss nur für die Fahrten zum Arbeitsplatz gezahlt wurde? Kaum vorstellbar. Steuerlich würden 25 km x 15 AT x 0,30 = 112, 50 gelten.Der Wert von 0,30 pro einfachem km Fahrtweg dürfte auch dem Arbeitsamt geläufig sein, allerdings sind mir die Berechnungswege dieser Behörde auch nicht bekannt.

Danke für Deine Antwort.

Hintergrund meiner Frage ist, daß ich zwar Einnahmen durch die Zahlungen hatte, demgegenüber aber ja auch Ausgaben durch die Fahrten standen. Also entweder beides in der Steuererklärung angeben oder keines. Wenn ich nur die Ennahmen angeben würde aber die Fahrkosten nicht mit aufführe, würde das ja einen steuerlichen Nachteil für mich bedeuten.

Zur Höhe kann ich nur soviel anführen, dass der Antrag auf Grund der Fahrtkosten gestellt wurde und mit einem Betrag von 201 € bewilligt wurde. Laut Angabe des Arbeitsamtes handelt es sich dabei um Zahlungen lt. Sozialgesetzbuch zum Erhalt des Lebensstandards - oder so ähnlich. Ob der Betrag ausschliesslich der Fahrtkosten wegen so festgesetzt wurde, oder weil mein Anfangsgehalt deutlich unter meinem letzten Gehalt lag, das kann ich Dir leider nicht sagen.

Viele Grüße

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@puba07

@puba07: "Also entweder beides in der Steuererklärung angeben oder keines. Wenn ich nur die Ennahmen angeben würde aber die Fahrkosten nicht mit aufführe, würde das ja einen steuerlichen Nachteil für mich bedeuten." = richtig erkannt. Gibt es möglicherweise eine Monatsfahrkarte der DB für diesen Betrag von 201,00 Euro? Wie gesagt, ich kenne die Ermittlungsgrundlagen des AA nicht, aber Richtlinien haben die sicher. Rumgoogeln half mir auch nicht weiter, leider.

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Also ich komme zwar auf einen anderen Betrag als 112,50 - aber ich habe natürlich ebenfalls eine Berechnung angestellt (25 km x 230 AT x 0,30 und davon ein Zwölftel).

Auf 201 komme ich da aber auch nicht - und das ist schon ein Indiz dafür, dass es nicht nach steuerlichen Gesichtspunkten gezahlt wird. Was meine Antwort erhärtet.

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@EnnoBecker

@EnnoBecker: nein, Berliner Rechenmaschinen funktionieren nicht anders als bayrische. Ich habe nur mit den als WK abziehbaren 15 AT/Monat = 180/Jahr gerechnet.

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@FREDL2

bayrische

...bayerische...?

Anscheinend doch. In Berlin muss man wesentlich mehr als 180 Tage im Jahr arbeiten.

Kannst du mir Job und Wohnung in Bayern besorgen? Ich bin urplötzlich interessiert....

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@EnnoBecker

"bayerische...?" sagt man nur ausserhalb des gelobten Landes ;-)) Das mit der Wohnung ist so eine Sache, siehe auch die zahlreichen Fragen der und Antworten für die zuzugswilligen Kenianer.

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