Fahrt- und Benzinkosten als Betriebsausgabe obwohl Auftraggeber zahlt?

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3 Antworten

Such dir von Anfang an einen EnnoBecker (aka versierter steuerlicher Berater) und natürlich auch einen mig112 (aka versierter Versicherungsmakler für Gewerbebetriebe), sonst kommt das Böse Erwachen schneller als du denkst!

Wenn dir nämlich in drei Jahren das Finanzamt die 1% - vom Listenneupreis - Regel erklärt, nachdem zwei Tage vorher deine mühsam erstellten Fahrtenbücher verworfen wurden, dann könnte es richtig teuer werden.

das Thema PKW und Freiberufler ist ein komplexes (finde ich). Dass du deine Fahrtkosten dem Kunden in Rechnung stellst, ist das eine. Wie du deine Kosten für den PKW steuerlich geltend machst, hängt davon ab, welcher Anteil der Kosten privat, welcher Anteil geschäftlich ist. Und danach richtet sich, ob der PKW im Privat- oder im Betriebsvermögen ist.

  • bis zu 10% geschäftlich -> Privatvermögen
  • bis zu 50% -> Privatvermögen oder gewillkürtes Betriebsvermögen
  • darüber -> Betriebsvermögen

Und wenn du den Wagen über 50% geschäftlich nützt, dann kannst du die Kostenverteilung über ein Fahrtenbuch oder über die 1%-Regelung ansetzen.

Am besten, du wendest dich hier an einen Steuerberater und gehst dieses Thema durch.


In dem konkreten Fall bei dir: ja, du stellst die Fahrtkosten in Rechnung und setzt sie auch als Ausgabe an.

Das Thema behandeln wir hier etwa einmal pro Monat.

Die Frage wird immer von Leuten gestellt, die nicht zwischen Honorar und Betriebsausgabe unterscheiden können.

Es mag ja sein, dass du einen Teil deiner Honorarkalkulation dem Auftraggeber offenlegst, indem du ihm erzählst, dass das Fahrtkosten sind. Deshalb bleibt es aber dennoch Honorar.

Der Bäcker rechnet in jedes Brötchen auch einen Teil seiner Fahrten zur Mühle mit ein, aber er schreibt es nicht an den Preis dran.

Versuchen wir mal, es anhand der Umsatzsteuer zu illustrieren:
Angenommen, du fährst mit dem Taxi zum Kunden (innerhalb der Stadt, also 7% Umsatzsteuer) - und es ist vereinbart, dass der Kunde die Taxifahrt (als Teil des Honorars) bezahlt, dann kannst du ihm ja nicht ebenfalls 7% Umsatzsteuer in Rechnung stellen, nicht wahr? Denn du hast an den Kunden ja keine Beförderungsleistung erbracht, sondern eben deine eigene Dienstleistung. Und die ist mit 19% zu besteuern.

mig112 18.04.2012, 13:31

DH

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Philipp2103 19.04.2012, 09:48
@mig112

Vielen Dank für die schnellen Antworten! Hab nächste Woche einen Beratungstermin mit einem Steuerberater. Allein dauert es einfach viiiieeeel zu lange mir Durchblick im Thema Steuern & co zu verschaffen ;-)

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EnnoBecker 19.04.2012, 10:04
@Philipp2103

Deshalb ist die Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen schwer und teuer. Da ist es mit "Buch unterm Kopfkissen" nicht getan :-)

Viel Erfolg beim Gespräch mit dem Steuerberater.

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