Fahren unter THC in Probezeit - was wären die richtigen schritte?

1 Antwort

Wenn das tatsächlich der dritte A-Verstoß in der Probezeit ist, ist der Führerschein komplett weg. Und mit der Historie wird auch ein Neuerteilung vor sehr hohe Hürden gestellt.

Ich würde dir dringend empfehlen, dir einen guten Rechtsanwalt zu suchen, am besten mit Fokus auf Straßenverkehrsrecht / BTMG, ggf. Fachanwalt für Straßenverkehrsrecht / Fachanwalt für Strafrecht.

Und nein, ruf auf keinen Fall irgendwo (Führerscheinstelle, TÜV etc.) an! Du musst es dem Anwalt ja nicht noch schwerer machen. Sprich mit dem Anwalt jeden Schritt ab, sonst kannst du den Führerschein für die nächsten 100 Jahre abschreiben. Und die strafrechtlichen Folgen würde ich auch nicht unterschätzen.

Hey, danke für die Antwort. Also das der dann komplett weg ist hab ich auch erst so verstanden, aber (nagel mich nicht fest wo) hab dann weiter recherchiert und mit entziehen meinen die 3 Monate+ (oder ich habs falsch verstanden bzw. 3 Monate ist Minimum und die machen normalerweise 5 Jahre draus oder so)

Aber ich werde mich morgen mal an einen Anwalt wenden.

Habe halt bisher beim tüv den Vertrag angefordert aber es gibt ja auch andere Gründe für eine Abstinenz.

Oder war auch das schon ein riesen Fehler? Abgesendet hab ich ihn noch nicht

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@Flops12

Die Aussagen von dem RA Hauser ist ja schon ziemlich haarsträubend. Einen Entzug der Fahrerlaubnis für drei Monate sieht das deutsche Straßenverkehrsrecht nicht vor. Vermutlich hat der RA versucht, den juristischen Sachverhalt laienverständlich darzustellen und ihn dabei so grob vereinfacht, dass die Aussage formal falsch ist.

Ich drösel das hier mal anhand der Gesetzestexte auf:

Bei drei A-Verstößen wird die Fahrerlaubnis entzogen (§ 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 StVG). Ein Entzug der Fahrerlaubnis bedeutet, dass diese weg ist. Komplett. Das ist kein zeitliche begrenztes Fahrverbot oder ähnliches.

Bei regelmäßigen Drogenkonsum kommt außerdem noch eine Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 46 Abs. 1 FeV in Betracht. Nr. 9.2.1 der Anlage 4 FeV ist nach deinen Angaben klar erfüllt.

Wenn die Fahrerlaubnis nach § 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 StVG entzogen wurde, darf frühstens 3 Monate nach dem Entzug der Fahrerlaubnis wieder eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden (maßgeblich ist der Zeitpunkt der tatsächlichen Führerscheinabgabe) (§ 2a Abs. 5 Satz 3 StVG). Das hat der RA vermutlich gemeint.

Für eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die Ersterteilung, insbesondere die §§ 11 bis 14 der FeV. Die Fahrerlaubnisbehörde wird mit Sicherheit ein ärztliches Gutachten verlangen, ggf. auch eine MPU.

Ich hoffe, ich habe es zutreffend und trotzdem einigermaßen laienverständlich dargestellt. Bei Unklarheiten gerne nachfragen.

Disclaimer: IANAL, TINLA

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