Fährkosten Steuererklärung 2011

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Würdest Du 25 km zur Fähre mti dem privaten Pkw fahren, den Rhein überqueren, dann 8 km mit einem privaten Pkw zurücklegen, dann wäre die Fähre ein öffentliches Verkehrsmittel, das anzuerkennen ist. Nun ist das jedoch eine Autofähre und Du hast damit die Entfernungspauschale abgeltend für die gesamte Strecke anzusetzen. Ich würde daher gemäß §9 EStG die kürzeste Entfernung über die nächste Brücke ansetzen. Bei 220 Arbeitstagen p.a. wäre dies für Dich sogar günstiger, wenn der Umweg mehr als 9 km ausmacht.

Würdest Du nicht das Auto mit auf die Fähre mitnehmen, wäre der Fall relativ einfach und Du könntest bis zu 4.500 EUR p.a. absetzen. Prüfe daher auch die Alternative, die 25 km mit dem Pkw zur Fähre (quasi "Park + Ride") zurückzulegen und dann mit Fähre und öffentlichen Verkehrsmitteln den Rest des Weges zurückzulegen. In diesem Fall wäre die Grenze klar an der Fähre anzusetzen, d.h. für die 25 km wäre ein weiterer, potentiell unbeschränkter Betrag absetzbar.

Es ist eine Auto- und Personenfähre, die auch im Verkehrsverbund inkludiert ist. Morgens fahren viele Schüler auf die andere Rheinseite damit. Hilft das bei meinem Widerspruch gegen die Steuererklärung? Eine öffentlich Verbindung hinter der Fähre geht leider nicht, brauch auch oft das Auto für Dienstfahrten

0
@GVH1972

Das Problem besteht darin, daß Du den Privat-Pkw auf der Fähre mitführst, d.h. die Strecke mit der Fähre ist dem Pkw zuzuordnen und dessen Kosten sind ja durch die Entfernungspauschale schon abgegolten. Würdest Du die Fähre als ÖPNV Personenfähre nutzen, wäre das alles kein Problem.

Also: es wäre lt. §9 EStG damit "eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen" und zwar so, daß "die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte" zum Ansatz kommt. Die Fährverbindung ist keine Straßenverbindung.

0
@gandalf94305

Die Fährverbindung ist keine Straßenverbindung.

Sieht das FG RP v. 18.05.2011 - 1 K 2732/09 anders.

0
@ROBlNEK

Korrekt. Aber es ging darum, was das Finanzamt hier gedacht hat. Und ich vermute mal sehr, daß diese Argumentation zugrundeliegt, d.h. die Fähre dem Pkw vergleichbar zu Maut zugeschlagen wird.

Zur Begründung muss man einfach nur auf das BMF-Schreiben vom 31.08.2009 verweisen, das explizit Fährkosten sogar nennt (Abschnitt 1.4):

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_304/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/BMF__Schreiben/Veroffentlichungen__zu__Steuerarten/lohnsteuer/023.html

Eine Fährverbindung ist, soweit sie zumutbar erscheint und wirtschaftlich sinnvoll ist, mit in die Entfernungsberechnung einzubeziehen. Die Fahrtstrecke der Fähre selbst ist dann jedoch nicht Teil der maßgebenden Entfernung. An ihrer Stelle können die tatsächlichen Fährkosten berücksichtigt werden.

0

Die Entfernungspauschale heißt so, weil sie sämtliche mit dem Fahrtweg entstehenden Kosten pauschal abdeckt. Ich wüßte nicht, wieso man da noch einzelne Kostenpositionen zusätzlich geltend machen dürfte.

Was hat Dein FA denn genau geschrieben?

Nach meinem Kenntnisstand sind die Fährkosten zusätzlich zum km-Geld (ohne die Fährdistanz!) absetzbar. Dies steht so im BMF-Schreiben vom 31.08.2009, das Du hier findest: http://kuerzer.de/Entfpausch2009

Textziffer 1.4

Ei, da steht es ja schon zitiert.

0

Was möchtest Du wissen?