EZB Anlagenkäufe?

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7 Antworten

Hallo lalala94

du hast natürlich Recht, der Herr Mario Draghi macht nur tolle Sachen.

Jetzt will er mit der EZB Europäische Staatsanleihen kaufen. Das ist ihm zwar verboten, aber er macht es trotzdem weil er es gut findet und zu wenig Menschen protestieren.

Draghi will den €uro vermehren und so gegenüber anderen Währungen entwerten damit die €uroländer wettbewerbsfähiger werden. Dabei hat er vergessen, dass der €uro ohne sein Aufkaufprogramm schon im letzten halben Jahr gegenüber dem US-Dollar um 1/6 abgewertet hat. Aber - der kleine Trotzkopf Mario tut es trotzdem - männo.

Gleichzeitig will er der drohenden Deflation entgegentreten. Denn Geldvermehrung (siehe oben) heißt Inflation. Wo Inflation ist, ist keine Deflation und zum Staatsanleihen kaufen muss er Geld drucken. Der Haken an der Sache: Es gibt noch keine Deflation. Aber - der kleine Trotzkopf Mario tut es trotzdem - männo.

Weil es mittlerweile immer mehr riskante Staatsanleihen in Europa gibt kann Draghi gleichzeitig den Banken und Großanlegen diese Risiken abnehmen indem er deren Staatsanleihen kauft. Danach wird es nochmehr Staatsanleihen geben als heute, weil zu den üblichen Käufer jetzt die EZB dazu kommmt - also sinken die Renditen dieser Anleihen so dass die Schuldenländer weniger Zinsen darauf zahlen müssen und sie dementsprechend noch mehr Schulden billig machen können.

Dich lalala94 betrifft das Ganze in sofern: Dass, wenn es in die Hose geht nicht mehr die Banken und Großanleger den Schaden haben - sondern Du und alle Steuerzahler !

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Nun, simpel gesprochen stimmt das schon was da so viele aus dem Programm schließen.

Aber wie so oft liegt die simpel denkende Masse eben falsch, bzw. regt sich über angebliche Zusammenhänge auf, wo es keine gibt.

Lass den Mario einfach mal machen.

Über den schwachen Euro gibt es mehr Exporte und mehr Währungsrisiko. Aber nicht zwingend mehr Wachstum und mehr Inflation.

Und wenn wir Inflation haben, bedeutet das auch nicht mehr Wachstum und mehr Beschäftigung, sonst gäbe es das Wort Stagflation ja nicht.

Und mehr Geld gibt es durch die Aktion eigentlich auch nicht.

Und die Einwände Staatsfinanzierung und weniger Armenausbeutung ( = weniger Strukturreformen ) sind auch ziemlich vage.

Also, Ruhe bewahren, ändern kann man auch nichts. Irgendwann ist Draghi's Amtszeit auch vorbei, und dann kann man hoffen, dass etwas besseres nachkommt.

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Du hast alles richtig verstanden. Draghis Maßnahmen haben fast nur Gewinner und sind für die Krisenstaaten auch nötig. Die EZB macht das zur Bekämpfung einer möglichen und in den Krisenländern anstehenden oder vorhandenen Deflation und um deren Folgen (vor allem politische Instabilität aufgrund hoher Arbeitslosigkeit) abzuwenden.

Verlierer (wenn die EZB über das Ziel hinausschießt und das ist am langen Ende wahrscheinlich) sind Geld- und Versicherungssparer. Dazu kommen ein paar Versicherungen und Banken, die qua Gesetz (einen Teil) in Staatsanleihen investieren müssen. Naja, natürlich auch Rentner, die einen Teil (normale Rentenversicherungen, Teile der betrieblichen AV) ohne Inflationsanpasungen irgendeiner Art bekommen.

Insgesamt führt die Politik zu einer Umverteilung von den Alten an die Jungen. Wenn man sich überlegt, wer im Staat sich noch neue Autos und vernünftige Urlaube leisten kann, dürfte das eine sehr sinnvolle Umverteilung sein.

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Eigentlich stimmt fast alles was zur Zeit gesagt wird, denn es ist eine Frage der Sichtweise.

Machen wir es mal aus der Sicht der Bürger udn mal nciht aus der Politkervogelperspektive.

Einfacher Rentner:

Wenn er kleine Erspanisse hat, bekommt er fast keine Zinsen. Die die er bekommt, sind geringer als die, wenn auch geringe Inflationsrate. Er ist Verlierer.

Unternehmer, der Investieren will:

ER ist günstig dran. Billige Zinsen, und das Investitionsstützungsprogram der EU über die EIB (europäische Investitionsbank. Ich habe gerade so ein Mandat.

Einfacher Arbeiter:

ER bekommt zur Zeit echtes Netto mehr, nach entbehrungsreichen Jahren. Wenn die Inflationsrate (wie von Draghi beabsichtigt, wieder steigt, trifft es ihn.

Kapitalanleger mit mittlerem Vermögen:

Er ist am überlegen. Festgeld, Analeihen bringen nichts. Wenn er Risiken scheut, ist er auch kein Gewinner.

Anleger mit größerm Vermögen:

Der hat neben einigen Sicheren Anlagen sowieso etwas im Risikpbereich. Er wird vermutlich Gewinnen, aber er gewinnt auch bei fast allen Situationen.

Häuslebauer:

Sie haben günstige Kredite, können ggf. alte, teure Kredite umschulden.

Jeder kann sehen, wo er sich wieder findet.

Auch wenn die Entscheidungen viel kritisiert werden, ich finde sie gut.

Was wären die Alternativen?

Ohne Impulse kann die Wirtschaft in den EU Ländern nciht wachsen.

Die Euro Kursverluste schaden dem Deutschen Export nicht.

DEm Import nur begrenzt, weil die Rohstoffe, insbesondere Öl gerade billig sind.Wer sich nun keinen USA, Karibik, Schweiz Urlaub leisten kann, soll eben mal 2-3 Jahre an die Ostsee, oder nach Spanien, oder Griechenland fahren.

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Nur mal zur Richtigstellung: Die EZB beabsichtigt keine Anlagen zu kaufen sondern Staatsanleihen von Mitgliedsländern der Währungsunion und hier liegt das Problem.

Der Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon merkt hierzu an. „Anleihekäufe sind der falsche Weg, da sie dringend notwendige Sparbemühungen und Strukturänderungen in den öffentlichen Haushalten der hoch verschuldeten Länder unterlaufen und Anreize nehmen.“

Der Bundesfinanzminister ist unzufrieden. „Staatsfinanzierung ist nicht Aufgabe der Zentralbank“

Das Münchner IfO - Institut bemerkt. … der EZB-Beschluss in einer Grauzone angesiedelt. „Sie kauft nun unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenstaaten und nähert sich damit der monetären Staatsfinanzierung“, sagte Konjunkturchef Kai Carstensen. Zudem häufe sie mit den Käufen zusätzliche Bilanzrisiken auf. „Da sie zusätzlich die Sicherheiten-Erfordernisse für ihre Liquiditätsoperationen weiter senkt, können die Ausfallrisiken im Prinzip unbegrenzt zunehmen.“

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ließ ebenfalls kein gutes Haar an den unbegrenzten Anleihekäufen. „Damit ist die Büchse der Pandora geöffnet. Das kriegt man nicht mehr zurück“, sagte IW-Direktor Michael Hüter.

Auszugweise aus. http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/anleihekaeufe-ohne-limit-riskanter-kurs-der-ezb-soll-euro-krise-bewaeltigen_aid_814612.html

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Da musst du aber noch viel recherchieren und dich länger damit befassen. ;)

Nun wfwbinder hat größtenteils Recht mit der Aufteilung der bestimmten Personengruppen. Wenn wir das ohne Aufteilung in der Summe sehen, dann ist es so als würde ein Drogenabhängiger eine neue und große Dosis erhalten. Kurzfristig würde es ihm evtl. auch damit gut gehen, aber auf Dauer? Ich bezweifele es.. Schließlich kann man einem Drogenabhängigen nicht helfen indem man ihn mit Drogen versorgt.. :)

Anleihen sind nichts anderes als Kredite. Staaten erhalten neue Kredite, zwar mit einem geringeren Zinssatz aber es ist immer noch ein Zinssatz, welches zurückzuzahlen ist und diese neue Zinslast wird wohl wie immer auf die Wirtschaft umverteilt und wie so oft wird es wohl wieder den Steuerzahler treffen... Der weitere Hacken ist der Zinseszins, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte. Die Schulden also wachsen so nur weiter und zwar exponentiell, die Wirtschaft kann nicht exponentiell wachsen.. Also ist es so gesehen eine Sackgasse. Das ist auch der Grund für die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich :)

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Es geht nicht um Anlagen sondern um Anleihen.

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